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Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 10:51
von Baudouin de Billancourt
Original von Nicolas Seroux de Fay
Chavez ist in allererster Linie ...verpflichtet...
Zur Umsetzung seiner "Missionen" bedarf es ...
Auf Deutsch: "Chavez ist den Launen einiger Wilder verpflichtet und muss dabei auch mal individuelle Rechte mit Füßen treten".
Ich warne davor, die Situation dort mit den Augen des Westeuropäers anzusehen... Kulturschock... Beigeschmack hinterlassen, z.B. was die Einschränkung der Medien betrifft... allfälliger Verletzung von (aus unserer Sicht!) Grundrechten muss eine Interessensabwägung stattfinden... Natürlich nicht um jeden Preis...
Es gibt so etwas wie Objektivität. Besorg sie dir.
Schade ist, dass ewiggestrige westliche Studenten, die immer noch von so einem Unsinn wie Kommunismus begeistert sind, Chavez als einen der Ihren ansehen, was er zweifellos nicht ist.
Das glaube ich schon.
Aber vermutlich sucht man halt einen Che Guevara-Ersatz ...
Irgendeinen Vorzeige-Mörder brauchen sie. Da macht sich ein Lebendiger besser als ein Toter.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 11:46
von Montgomery Scott
Original von Baudouin de Billancourt
Das würde ich nicht als nationalistisch bezeichnen. Edit: dieses Verhalten finde aber auch ich nicht richtig.
Vielleicht nicht im strengen Sinne nationalistisch. Die Striktheit, mit der eigene (durchaus nationale) Interessen gegenüber anderen Ländern durchgesetzt werden, stellt für mich aber ein nationalistisches Handlungsmuster dar.
Was soll daran bedenklich sein? Wenn ich einem mutmaßlichen Mörder das Recht auf sein Leben abspreche, hältst du das dann auch für bedenklich?
Selbstverständlich. Es gibt einige Dinge, die grundsätzlich zu respektieren sind. Nationale Souveränität gehört ebenso in die Kategorie wie das Recht auf Leben.
Wie du dir denken kannst, hindere ich die Bundesrepublik nicht mit Gewalt daran, sich an den Vertrag zu halten. Moralische Sanktionen sind etwas anderes.
Staaten wie die USA, Frankreich und Deutschland setzen den Iran massiv unter Druck, seine vertraglich zugesicherten Rechte nicht zu nutzen und sich stattdessen der westlichen Vormacht in Fragen der "Zuteilung" der Rechte auf Nutzung von Nukleartechnologie zu unterwerfen. Vertragsfreiheit ist natürlich das falsche Wort, sorry. Was ich meine ist Vertragspflicht bzw. Anspruch.
Wozu? Nur weil Mörder gefährlicher sind, wenn sie ein Maschinengewehr in die Hand bekommen, verbieten wir jetzt auch Gewehre für Schützenvereine?
Der "Mörder" ist in diesem Spiel aber nicht eindeutig definiert. Für die "Westmächte" sind es die "Schurkenstaaten", für die "Schurkenstaaten" die "Westmächte". Wenn z. B. die USA dem Iran gegenüber das Recht auf Entwaffnung haben, hat der Iran genauso den USA gegenüber dieses Recht.
Das hängt von den Unterzeichnerstaaten ab.
Man darf bei der ganzen Angelegenheit nicht vergessen, dass es dabei nicht um tatsächliche Bedrohungen geht. Nukleartechnologie - zivile wie militärische - ist in erster Linie ein Machtfaktor. Und den wollen die alliierten Westmächte dem Rest der Welt gerne voraus haben und nutzen daher ihre existierende Vormacht, um vertragswidrigerweise Rechte auf die Nutzung von Atomkraft zu gewähren oder zu verweigern. Und das ist eine Gefahr für den Weltfrieden, weil es schlicht eine Beleidigung und darüber hinaus eine Unterdrückung anderer Staaten darstellt. Diese leiten daraus wiederum eine Feindschaft gegenüber den übermächtigen Westmächten ab.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 12:14
von Literoy Goldheart
Original von Konrad Grimm
Einen durchaus ausreichenden angesichts der Bodenschätze seines Landes, doch. Eher lässt die freie Welt keinen vernünftigen Ansatz erkennen, wie man mit Feinden umgeht, die auf Ressourcen sitzen.
Da muss ich wieder gegenrudern: Als Feind würde ich Chavez nicht bezeichnen.
Er lässt mehr als nur Symptome der altbekannten Krankheit "Machtgeilheit" erkennen, eine nun wirklich nicht nur in Südamerika verbreitete Plage.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 12:40
von joukersendler
Klar er ist der totale Populist.
Aber er hat bestimmt mehr für die ärmsten getan als seine Vorgänger. Was aber für ihn auch sehr leicht ist, da der Ölpreis so hoch ist. Er ht meiner Meinung nach durchaus einen guten Wille für sein Volk zu arbeiten.
Wieviel seine Politik ("Missionen") wirklich bringen wird die Zeit zeigen.
Zuviel verändert sich nicht, die Reichen bleiben Reich und die Armen bleiben Arm, aber es geht ihnen besser das es genug Geld gibt das man bei den Armen verteilen kann. Wer weiß wenn man glück hat zahlt sich die kostenlose Bildung aus.
Ich meine finanziell hat Chavez traumhafte Bedingungen und er hat Druckmittel gegenüber dem "Westen". Wenn man sowas richtig nutzt kann das was werden. Aber irgendwie will ich nicht so recht dranglauben.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 13:01
von Michael Schneider
Original von Montgomery Scott
Das ist nicht der Punkt. Natürlich muss ein Land seine eigenen Interessen vertreten. Dabei müssen aber die Rechte und Interessen anderer Länder respektiert und nicht aufgrund der eigenen Vormachtstellung ignoriert werden.
Tut Deutschland nicht.
Nicolas Seroux de Fay
Ich weiß dass diese Lände rnicht Deutschland sind, nur aus deutscher Erfahrung kann ich eben beurteilen was gut und was schlecht ist. Und da ist vollkommen gleich wo welches Land liegt und welche Geschichte es tatsächlich hat, wenn man es wertetechnisch betrachtet.
@JS
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 13:05
von Montgomery Scott
Original von Michael Schneider
Tut Deutschland nicht.
Doch.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 13:14
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Selbstverständlich. Es gibt einige Dinge, die grundsätzlich zu respektieren sind. Nationale Souveränität gehört ebenso in die Kategorie wie das Recht auf Leben.
Das ist völlig richtig.
Aber sowohl nationale Souveränität als auch das Recht auf Leben können verwirkt werden. Der Iran tritt die Rechte seiner eigenen Bürger mit Füßen und hat daher das Recht auf nationale Souveränität verloren, genauso wie ein Mörder sein Recht auf Leben verliert.
Staaten wie die USA, Frankreich und Deutschland setzen den Iran massiv unter Druck,
Immerhin. Dennoch wäre mir ein Krieg lieber.
Der "Mörder" ist in diesem Spiel aber nicht eindeutig definiert. Für die "Westmächte" sind es die "Schurkenstaaten", für die "Schurkenstaaten" die "Westmächte".
Es ist nun wirklich sehr einfach zu erkennen, wer hier im Recht ist.
Wenn z. B. die USA dem Iran gegenüber das Recht auf Entwaffnung haben, hat der Iran genauso den USA gegenüber dieses Recht.
Nein. Die USA haben jedes Recht, den Iran mit allen Mitteln dieser Welt zu entwaffnen, der Iran hat kein Recht auf eine einzige Gewehrkugel.
Man darf bei der ganzen Angelegenheit nicht vergessen, dass es dabei nicht um tatsächliche Bedrohungen geht.
Waren die Geschehnisse des 11. Septembers - und wenn es einen einzelnen Staat gibt, der dafür verantwortlich war, ist es der Iran - etwa keine Bedrohung?
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 15:27
von Rainer Zufall
Original von Montgomery Scott
Die Deutschen verdrängen in der Tat sehr gerne, dass die Außenpolitik unserer braven, mit Heiligenfiguren wie dem Dalai Lama an einem Tisch sitzenden und brav China kritisierenden Bundesregierung sehr gerne mal nationalistische Züge trägt und die Rechte anderer Länder mit Füßen tritt. Ob es jetzt die Entwicklungsländer Lateinamerikas betrifft oder den Iran, der gerne seine vertraglichen Rechte aus dem Atomwaffensperrvertrag nutzen möchte.
Serbien nicht zu vergessen. Auf der einen Seite hält der brave Herr Steinmeier das Völkerrecht hoch, auf der anderen Seite bricht er es auch brutalstmögliche Weise, indem er hilft einen europäischen Marionettenstaat auf dem Balkan ohne völkerrechtliche Grundlage zu schaffen.
Die Regierung des Irans hat nicht das geringste Existenzrecht
Ja genau, das bestimmst ja seit neuestem du....viel weniger demokratisch als unsere BRD-Strukturen geht's da unten auch nicht zu.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 18:18
von Aaron Sulla
Ich muss mal wieder das Wort rausklauben aus der alten Kiste: Depp.
Du vergleichst mal wieder Äpfel mit Birnen um der CDU was anzuhängen. Und zeigst mit "blablubb" auch mal wieder dein außerordentlich im Verhältnis zu deiner Mundöffnung reziprok veranlagten Intellekt.
Nein, absolut erstaunlich mit welcher Eleganz du zu argumentieren verstehst! "Depp"! Die Evidenz dieses Arguments ist doch so hervorstechend, dass ich ja gar nicht umhin kann, deinen hochdurchdachten und bis ins Letzte reflektierten Gedankengang als einzig richtigen anzuerkennen.
Oder kurz gesagt: Ich habe keine Lust mehr mit einem aufgeblasenen Wichtigtuer wie dir, der in seiner eigenen Welt lebt und Texte zu lesen scheint, die andere gar nicht geschrieben haben, zu diskutieren. Mehrmals habe ich deutlich gemacht über die CDU keine moralische Aussage machen zu wollen. Warum auch? Mir ist das vollkommen egal.
Damit ist für mich das Thema dann beendet.
Die Regierung des Irans hat nicht das geringste Existenzrecht
Keine Regierung hat ein Existenzrecht. Jede Regierung nimmt sich ihr Existenzrecht. Von daher ist die Behauptung obsolet.
Aber vielleicht sollte ich auch hier hinzufügen, dass das keine wertende Aussage ist, da das scheinbar im Dampfnudelgehirn von Schneider höchstens nach mehrmaliger Eingabe wahrgenommen wird.
Verfasst: Fr 16. Mai 2008, 18:48
von Baudouin de Billancourt
Original von Rainer Zufall
Ja genau, das bestimmst ja seit neuestem du
Ich hab es hier schon einmal gesagt und werde es gern wiederholen: es gibt so etwas wie Objektivität. Besorg sie dir.
Original von Aaron Sulla
Keine Regierung hat ein Existenzrecht. Jede Regierung nimmt sich ihr Existenzrecht. Von daher ist die Behauptung obsolet.
Wenn wir von moralischen Rechten reden - hat die iranische Regierung kein Recht zu exisiteren. Wenn wir von faktischem Recht sprechen - sollte man es der iranischen Regierung mit allen Mitteln und so schnell wie möglich entreißen.