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Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:38
von Damian Fuller
Original von Montgomery Scott
Die Neue Linke wendet sich auch nicht gegen den Mittelstand sondern gegen das Großkapital.
Ein klares Feindbild ist für eine Ideologie immer gut.
Aber heutzutage gehört man schneller zum "Großkapital". Der Spitzensteuersatz ist viel früher fällig als am Beginn der Sozialen Marktwirtschaft.
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:40
von Montgomery Scott
Richtig, er ist ja auch viel niedriger

Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:41
von vSzP
Als Single mit einem Nettoeinkommen von 50.000 Euro gehöre ich also zum Feindbild der Linken?
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:51
von Montgomery Scott
Die Frage ist weder, ob jemand jetzt 999.999 Euro auf seinem Konto hat oder eine Millionen noch, ob jemand den Spitzensteuersatz bezahlen muss oder nicht. Es geht darum, dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung zu einer Form von wirtschaftlichem Leben führt, in dem die Spitze eines Unternehmens maßlose Gewinne einstreicht während die einfachen Angestellten zu jedem Zeitpunkt potentielles Objekt von Rationalisierung und Lohnkürzung sind. Und darum, dass der Kapitalismus, anders als es die wirtschaftsliberalen Vordenker angedacht haben, in der Praxis weder Arbeitslosigkeit noch Naturzerstörung in ausreichendem Maße verhindert und nicht zufriedenstellend gesellschaftlichen Fortschritt ermöglicht.
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:51
von Franz Sendlhofer
Original von Konrad Grimm
Sagt - die Sparda-Bank?
Nun, nichts gegen Genossenschaftsbanken.
Im Bankensektor heisst mein erklärter Feind Sparkasse. Teuer, unwirtschaftlich, staatlich - und nur deswegen die Nummer eins unter den Banken, weil die meisten Kunden schon als Kind gewonnen werden und schlicht nicht wechseln.
Die Art von Kundengewinnung-/"beibehaltung" gibts aber auch bei den Raiffeisen.
Wo stehn die eigentlich, alle zusammengerechnet?
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:55
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Symptome einer obszönen Mischung aus Kapitalismus und Sozialismus, die dem Kapitalismus angelastet werden
Nein.
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:59
von Damian Fuller
Original von Montgomery Scott
Und darum, dass der Kapitalismus, anders als es die wirtschaftsliberalen Vordenker angedacht haben, in der Praxis weder Arbeitslosigkeit noch Naturzerstörung in ausreichendem Maße verhindert und nicht zufriedenstellend gesellschaftlichen Fortschritt ermöglicht.
Schön, dass Du anerkennst, dass sich auch die liberalen Philosophen nicht nur Erfüllungsgehilfen des Großkapitals waren, sondern sich auch selbst Gedanken um eine praktikable Ordnung gemacht haben.
Und alle Systeme ohne Eigentumsverantwortlichkeit waren bisher - außer vorindustrielle Gesellschaften, was den Umweltschutz angeht - deutlich schlechter.
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 16:59
von Montgomery Scott
Original von Baudouin de Billancourt
Nein.
Wenn man die wirtschaftspolitischen Interventionen nur genug verringert, werden die Arbeitnehmer also auch fair bezahlt und die Unternehmer achten darauf, sich nicht zu sehr an der gemeinschaftlichen Arbeit zu bereichern? Und die Arbeitslosen verschwinden plötzlich auch, weil den Vorständen im Wachstumsrausch plötzlich nicht mehr nach Rationalisierung ist und das ökologisch nachhaltige und ressourcenschonende Monsterwachstum sowieso für jeden eine angemessene Beschäftigung bereit hält? :rolleyes:
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 17:04
von vSzP
Original von Montgomery Scott
Die Frage ist weder, ob jemand jetzt 999.999 Euro auf seinem Konto hat oder eine Millionen noch, ob jemand den Spitzensteuersatz bezahlen muss oder nicht. Es geht darum, dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung zu einer Form von wirtschaftlichem Leben führt, in dem die Spitze eines Unternehmens maßlose Gewinne einstreicht während die einfachen Angestellten zu jedem Zeitpunkt potentielles Objekt von Rationalisierung und Lohnkürzung sind. Und darum, dass der Kapitalismus, anders als es die wirtschaftsliberalen Vordenker angedacht haben, in der Praxis weder Arbeitslosigkeit noch Naturzerstörung in ausreichendem Maße verhindert und nicht zufriedenstellend gesellschaftlichen Fortschritt ermöglicht.
Trotzdem würde es mich interessieren, wie Du Großkapital definierst.. Sonst ist mir das alles zu schwammig.
Verfasst: Mi 12. Mär 2008, 17:08
von Montgomery Scott
Original von Damian Fuller
Schön, dass Du anerkennst, dass sich auch die liberalen Philosophen nicht nur Erfüllungsgehilfen des Großkapitals waren, sondern sich auch selbst Gedanken um eine praktikable Ordnung gemacht haben.
Das mögen sie durchaus gewesen sein, genauso wie sozialistische Vordenker Erfüllungsgehilfen des Proletariats waren. Der Punkt ist, dass sie alle versucht haben, eine Politik als gesellschaftlich sinnvoll zu rechtfertigen und nur das ist relevant in Bezug auf die Sachfrage.
[/quote]Und alle Systeme ohne Eigentumsverantwortlichkeit waren bisher - außer vorindustrielle Gesellschaften, was den Umweltschutz angeht - deutlich schlechter.[/quote]
Dem würde ich im Ansatz nicht widersprechen.