"Das Werk in Polen hat Format nun dicht gemacht und dort 150 Leute entlassen. Durch die neue Fertigungsanlage in Deutschland werden heute nur noch Spezialtresore manuell hergestellt. Ansonsten ist die Produktion hoch automatisiert und effizient – wie in vielen Branchen üblich.
"Als wir damals die Entscheidung trafen, nach Polen zu gehen, lagen die Lohnkosten in Polen etwa bei einem Euro", erklärt Format-Geschäftsführer Rainer Grösch, "doch die haben sich inzwischen etwa um das Zehnfache verteuert. Das bedeutet, dass ich heute zwischen zehn und elf Euro Lohnkosten dort habe. Und das ist bei einem Arbeiter, der jetzt hier in Hessisch-Lichtenau arbeitet, in etwa gleich."
Die Löhne in dem hoch automatisierten Werk machen ohnehin nur noch 15 Prozent der gesamten Produktionskosten aus."
Sprich: Es wurde der Faktor Arbeit durch den Faktor Kapital ersetzt, weil der Faktor Arbeit auch in Polen zu teuer ist.
Das erinnert mich an das Ergebnis einer Studie im Auftrag von Lothar Späth. Laut dieser können 60 % der bestehenden Arbeitsplätze in Deutschland durch Automatisierung wegrationalisiert werden.
Dann kommt weiter unten wieder das Märchen vom Exportweltmeister, das aber völliger Quatsch ist, weil die Wertschöpfung bei den exportierten Industriegütern - wie gesagt - größtenteils in Osteuropa und China stattfindet.
Dass die Chinesen sich nicht um Patente scheren ist dagegen Fakt. Allein, wen interessiert das in der Wirtschaft schon? Es zählt der Erfolg heute, morgen sitzt eh ein anderer Manager auf dem Chefsessel.