Die Unionspräsidentin betritt den Pressesaal und begrüßt einige der anwesenden Journalisten persönlich, bevor sie nach vorne zu ihrem Platz geht.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
geschätzte Medienpartner,
zunächst danke ich für Ihr Interesse und Ihr Kommen. Bitte bedienen Sie sich auch an den vor Ihnen stehenden Getränken.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal - zumindestens nicht vor einer erneuten Wahl - wieder vor Sie treten würden. Dass ich es dennoch tue zeigt deutlich auf, dass die Union immer noch in einer handfesten Staatskrise ist, aus der sie sich nur langsam zu lösen vermag. Allerdings bin ich guter Dinge, dass wir in Kürze sowohl die
Wahlen zum Unionspräsidenten als auch zum
Unionsparlament abhalten können. Meine Hoffnungen liegen nun auf der Exekutive, dass es hier zu einem schnellen Handeln kommen wird.
Gleichwohl sehe ich es bis zur Wahl als meine Pflicht an, meinen Aufgaben als Unionspräsidentin nachzukommen. Aus diesem Grund muss ich Sie daher heute leider darüber informieren, dass ich mich genötigt sah, beim Unionsrat um die
Unionsexekution über Salbor-Katista und Heroth nachzusuchen. Zumindestens für Salbor-Katista zeichnet sich ein Hoffnungsstreif ab. Für Heroth kann ich das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Entsprechend meinen Gewohnheiten werde ich die Unionsexekution über Salbor-Katista selbst führen. Da sich eine längere Dauer der Unionsexekution über Heroth abzeichnet prüfe ich zur Stunde noch, ob hier die Bestellung eines Unionskommissares sinnvoll sein kann. In diesem Zusammenhang kann ich auch ankündigen, dass ich den Freistaat Freistein und die Republik der Westlichen Inseln angemahnt habe, Maßnahmen zu ergreifen, die eine Unionsexekution abwenden können. In diesen beiden Unionsländern ist es zur Stunde noch möglich ohne dieses Instrument zu geordneten Verhältnissen zu kommen.
Als Unionspräsidentin bin ich verfassungsgemäß "oberste Hüter der Verfassung" und mit der Überwachung ihres Bestandes und ihrer Umsetzung betraut. Aus diesem Grund erlaube ich mir, mich zum aktuellen Entwurf der KDU zur
Reform der Verfassung zu äußern. Ich teile ausdrücklich die bereits artikulierten Bedenken, dass hier ein Entwurf zur Abstimmung gestellt werden soll, der weder ausführlich der Bevölkerung dargelegt wurde, noch dem Votum der Bürgerbefragung entspricht. Im übrigen - aber das ist jedoch meine persönliche Meinung - lehne ich jedweden Angriff auf das föderalistische System der Union strikt ab.
Zuletzt aber möchte ich meine Freude darüber ausdrücken, dass
Sport und Kultur wieder verstärkt Einzug in das gesellschaftliche Leben der Union gefunden haben. Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben hier die Initiative ergriffen und Engagement gezeigt, wo bislang keines war. Abschließend erinnere ich daran, dass wir alle dazu aufgerufen sind, unser Land nach vorne zu bringen. Ob im Kabinettssaal, auf der Trainerbank, im Unionsrat oder im Orchestergraben.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Geduld und stehe Ihnen jetzt für Fragen zur Verfügung. Bitte nehmen Sie auch von den Keksen, die wir für Sie bereitgestellt haben.