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Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 20:56
von Albert von Rotbart
Original von Konrad Grimm

Jedenfalls bewirken Wahlen hier mehr als in der DDR.
Jooo, heute können wir wählen zwischen SPD und CDU. =)

Weil die anderen keine Chancen haben überhaupt mal die Regierungsarbeit zu stellen. ;)
Die DDR war offiziell ein Arbeiter- und Bauernstaat, also ein Staat des Volkes, daraus ergab sich auch offiziell die Legitimation als Demokratie (Demos=Volk)
Die Idee war eigentlich nicht schlecht, in der Praxis allerdings bestimmte eine Gruppe Bonzen in einer marxistisch-leninistischen Partei, was das Volk zu tun und zu lassen hatte und das bis hinein ins Privatleben und sogar die Gedanken meinte man steuern und manipulieren zu können.
Nach der m.-l. Ideologie gab es keine kommunistische Herrschaft, sondern nur die führende Rolle des Proletariats, was man im Sprachgebrauch die "Diktatur des Proletariats" nannte. Die marxistisch-leninistische Partei war dabei der Ideologieträger und auch das Machtorgan in diesem Staat, eigentlich eine NSDAP mit kommunistischer Ideologie.
Quelle

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 22:17
von Rainer Zufall
Jooo, heute können wir wählen zwischen SPD und CDU.
Eben, das is wie Pepsi oder Coke =)

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 22:17
von Lady Enigma
Original von Oliver von Palm

Das mag jetzt vielleicht erstmal arrogant klingen, aber ich sags trotzdem: Ja und? Müssen wir über das Leben in einer Diktatur detallierte Kenntnisse haben, um eine Diktatur als solche zu identifizieren und für verwerflich halten zu dürfen? Wenn du das meinst, hat die Gehirnwäsche bei dir in der Tat trefflich funktioniert. Außerdem weiß ich sicher genug über das Leben in der DDR, um mir ein Bild machen zu können. Es ist egal, wen man fragt: Jeder weiß von seinen ostdeutschen Kollegen, wie dort die "Arbeitsmoral" aussah. Sie war nicht vorhanden. Die Arbeiter produzierten am Montag das Soll für die ganze Woche, den Rest saßen sie dann in der Fabrikhalle und spielten Karten. Die Büroangestellten waren maximal 2 Stunden am Tag produktiv, den Rest wurde Kaffeeklatsch gehalten, eingekauft und Ähnliches. Das lag eher an 2 Tatsachen: Erstens gab es für Planübererfüllung eh keine Zulagen zum Lohn (von denen man eh nichts hätte kaufen können dank Mangelwirtschaft) und zweitens hatte man dank Recht auf Arbeit schlicht einen so gigantischen Personalüberhang, dass die Arbeit einfach nicht reichte. Nun meinte man nach der Wende, alles würde weitergehen wie bisher, nur dass man jetzt halt DM hätte und Soziale Marktwirtschaft. Und dann kam die bitterböse Realität über die bisherige kindische Traumwelt der DDR. Es war wie mit dem Kind, dass auf einmal feststellen musste, dass es weder Einhörner noch Kobolde, Trolle oder Drachen gibt. Und ganz plötzlich wollten sie wieder in ihre kindische Traumwelt zurück. Das ist nun mal die kalte Realität.
Schon klar. Man muß nix wissen ,um eine Menung zu haben.Spiegel lesen reicht.
Lustigerweise hast Du mit der Beschreibung der Arbeitswelt oberflächlich recht.
Aber eben nur oberflächlich.
Was solls, wir sprechen ja nichtmal die selbe Sprache, das scheint nur so. Mit den meisten Begriffen verbinde ich als Ossi ganz anderen Dinge, habe ganz andere Assoziationen und es existieren vollkommen andere Konotationen.
Haben wir mal getestet. Ist so.
Wenn wir Freiheit sagen, meinen wir was anderes als ihr. Und ihr könnt euch vermutlich nicht vorstellen, wie anders unser Freiheitsbegriff ist.
Leider haben wir das zu spät realisiert.

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 22:28
von Lady Enigma
Das mit der Freiheit war nur ein Beispiel. Und was die kalte Realität angeht, ich wünsch dir, daß Du nie rausfindest, wie kalt sie wirklich sein kann...

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 22:55
von Albert von Rotbart
Original von Lady Enigma
Schon klar. Man muß nix wissen ,um eine Menung zu haben.Spiegel lesen reicht.
Lustigerweise hast Du mit der Beschreibung der Arbeitswelt oberflächlich recht.
Aber eben nur oberflächlich.
Was solls, wir sprechen ja nichtmal die selbe Sprache, das scheint nur so. Mit den meisten Begriffen verbinde ich als Ossi ganz anderen Dinge, habe ganz andere Assoziationen und es existieren vollkommen andere Konotationen.
Haben wir mal getestet. Ist so.
Wenn wir Freiheit sagen, meinen wir was anderes als ihr. Und ihr könnt euch vermutlich nicht vorstellen, wie anders unser Freiheitsbegriff ist.
Leider haben wir das zu spät realisiert.
:klatsch:
Treffender kann man es eigentlich nicht definieren.

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 23:04
von Jose Alverano
Hier wird schon wieder ein großer Haufen Müll verzapft....

Ich will mich hier gar nicht erst über die alte BRD vs. DDR Streiterei äußern. Was mich nur grundsätzlich stört - und was in all diesen Debatten in der DU einfach ständig passiert - ist diese Hin- und Herrelativiererei:

Beispiel: Wenn über die STASI in der DDR gesprochen wird, dann kommt immer einer, der sagt, das der BND ja auch Leute abgehört habe und Schäuble ja an die PCs will... *Gähn*

Das ist aber kein BRD/DDR Phänomen, sondern ein generelles Problem:

Man sieht immer wieder die Tendenz, daß alle politischen Richtungen dazu neigen, ihre eigenen "Diktaturen" zu verharmlosen oder zu relativieren. Während der Linke z.B. die vielen guten Seiten an Kuba sieht, bezeichnet er Bush als Nazi, während anders herum (ich nehme mal ein Beispiel aus Chile, wo ich gerade bin), die Rechten Pinochet von gut bis "nicht so schlimm" fanden, während Allende der böse Kommunist war....

Das ist weltfremder und verblendeter Bullshit....

Kein Staat ist perfekt, die perfekte Demokratie ist eine Utopie und v.A. im Grunde ein "Wieselwort" mit keiner allgemeingültigen Definition. Natürlich läuft in den USA jede Menge Müll... Natürlich wurden in Deutschland schon Leute von der Polizei zusammengeschlagen... Im Grunde findet sogar in der BRD mittlerweile auch sowas wie eine gesellschaftliche Gedankenkontrolle statt, wenn ich da nur an "Gender-Mainstreaming" und solchen Müll denke...

In der BRD ist nicht alles gut und in der DDR war nicht alles schlecht. In den USA gibt es Guantanamo und in Kuba eine geringe Säuglingssterblichkeit. Auch im Iran ist nicht alles schlecht und wahrscheinlich würden auch ein Nordkoreaner nicht ALLES schlecht an seinem Land finden, v.A. nicht, wenn man ihn 10 Jahre nach einem möglichen Umsturz befragte...

Man muss doch aber mal die Relationen beachten. Und dieser Vorwurf richtet sich sowohl an die "DDR-Verteidiger", als auch an die Pauschalkritiker...

Ich bin kein Freund vonIndices wie dem von Freedom House oder dem Bertelsmann Transformations Index, weil man sicher nicht Alles auf diese Weise messen kann, aber zumindest bieten solche Indikatoren einen intersubjektiven Ansatz, der eine Vergleichbarkeit herstellt, die eben keine Rücksicht darauf nimmt, ob ein Staat nun offiziell kommunistisch, nationalistisch, monarchistisch oder demokratisch verfasst ist...

Und - damit komme ich wieder auf den Punkt des gefärbten Blickes - eine objektive oder zumindest intersubjektive Betrachtung stellt nicht nur die Relationen zwischen möglicherweise defizitären Demokratien und autoritären Staaten her, sondern zeigt genauso tatsächlich widersprüchliche Wahrnehmungen auf. Bestes Beispiel ist da immernoch unser bester Freund Saudi Arabien, der bei Freedom House schlechter abschneidet als der "Schurkenstaat" Iran...

Unrecht sollte niemals relativiert werden, v.A. nicht gegeneinander... Das haben wir - zumindest im Bezug auf die NS Zeit - einigermaßen gelernt. In den meisten anderen Fällen um die es hier oft geht offenbar nicht. Und das ist schade und bedenklich, wenn man sich vor Augen führt, daß hier ja offenbar in der Mehrheit politisch Interessierte Leute mit höherem Bildungsweg mitdiskutieren...

*kopfschüttel*

edit: Wobei mich - unabhängig davon - die "andere" Definition des Freiheitsbegriffs interessieren würde.

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 23:14
von Albert von Rotbart
Im großen und ganze nix anderes, wie ich vor 2 Seiten oder so schon erzählt habe. Wo sich noch eine ehemalige DDR Chefin, dazu geäußert hat, dass man die DDR verherrlicht und nur das positive sieht.

Letztlich wird es jetzt auch nicht anders gesehen.

Also aus meiner Sicht und meinem Bekanntenkreis, stand der Freiheitsbegriff im großen und ganzen nur das man auch dorthin reisen wollte, wo man hin will. Der Rest war scheißegal und zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht relevant.

Edit: Das war es eigentlich worum es auch einer Vielzahl der Bürger ging.

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 23:23
von Lady Enigma
So So, Müll..

Mach Dich mal spaßenshalber über die Doktorarbeit des Herren kundig. Und auch über seine Aussagen zur sozialen Hygiene...
Pinochet halte ich auch für einen guten Staatsmann, hab ich und viele von uns schon damals getan....
Freiheitsbegriff? das zu erklären wird nix, weil jeder komplexe Begriff darin wieder der Erklärung bedürfte.
Nur eines: das " das kannst du so nicht sagen" oder "so darf man nicht denken" hab ich in der DDR eher selten gehört, hier ist es gängig.
Und Menschenrechtsverletzungen wurden und werden hier schlicht ins Ausland verlagert.

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 23:54
von Jose Alverano
Original von Lady Enigma
Pinochet halte ich auch für einen guten Staatsmann, hab ich und viele von uns schon damals getan....

[...]

Und Menschenrechtsverletzungen wurden und werden hier schlicht ins Ausland verlagert.
quod erat demonstrandum...

Verfasst: Sa 13. Sep 2008, 23:57
von Albert von Rotbart
Original von Jose Alverano
quod erat demonstrandum...
Wieder einmal ein Beispiel der Selbstverherrlichung das alles Super ist hier. Ich verstehe garnicht, dass soviele hier dann unzufrieden sein. :D