Original von Lord Macshire
Die Flat Tax ist liberaler Mist und Unsinn. Dann könnte man auch gleich eine Kopfsteuer einführen, das wäre noch "gerechter". Nein, eine unterschiedliche Besteuerung ist gerechtfertigt. Je mehr Geld/Vermögen jemand besitzt, desto mehr profitiert er doch auch durch den Staat. Insofern ist es logisch, daß er auch mehr an den Staat zahlen muß (nicht nur weil er es kann, sondern weil er auch mehr schuldet).
Kopfsteuer, Poll Tax, irgendwie kommt mir das Ganze sehr bekannt vor...
Original von Nestor Caprice
Es gibt hier verschiedene Argumentationslinien. Die Wichtigste: Die Reichen sind auf Kosten der nicht so erfolgreichen überhaupt erst reich geworden. Die Nicht so Reichen haben den Reichtum erarbeitet. Nun müssen die Reichen auch etwas an das Kollektiv zurückgeben. Sonst dürfen sie auch nicht den Schutz des Kollektivs vor denen erwarten, die nichts haben und sich holen müssen, was sie brauchen.
Deshalb hat man, um das Ganze in geregelte Bahnen zu leiten, das Steuersystem mit der Monopolgewalt des Staates verknüpft. Die Besteuerung wurde auch mehr und mehr ausdifferenziert, um den verschiedenen Ansprüchen einer modernen Gesellschaft gerecht zu werden. Das progressive Steuersystem ist ein Teil dieser Herangehensweise, bei der die Erfolgreichen für die Schwachen bezahlen und dafür öffentliche Sicherheit erhalten.
Was Sie, Herr Caprice, hier als wichtigste Argumentationslinie für eine Stufensteuer bzw, ein prgressives Steuersystem anführen, ist nicht anderes als das Rekapitulieren der Argumente der Sozialneiddebatte: die Reichen sind nur so reich geworden, weil die "Nicht so Reichen" - warum sagen Sie nicht gleich: "die Armen" - den Reichtum der Reichen erst erarbeitet haben und die Reichen sich auf Kosten der "Nicht so Reichen" bereichert haben. Und nun kommen Sie zu der Schlussfolgerung: wollen die Reichen sicher leben, haben Sie gefälligst zu zahlen.
Sie verkennen nur gleich mehrere Aspekte, Herr Caprice: erstens ist "den Reichen" der Reichtum auch nicht in den Schoß gefallen, sondern dieser wurde erst durch harte Arbeit, Innovation und Geschäftstüchtigkeit erwirtschaftet, zweitens leisten viele, viele Erfolgreiche durch die Bereitstellung von Arbeitsplätzen und damit von Volkseinkommen einen wesentlich wichtigeren Beitrag zum Wohle des Allgemeinwesens, als der Staat mit einer Umverteilungspolitik jemals könnte und drittens, ist Ihre Argumentation - wenn die Reichen Sicherheit haben wollen, sollen sie gefälligst für ihre Sicherheit zahlen - im Grunde pervers: Sie sagen nichts anderes als: weil Du erfolgreich bist, verlierst Du Deinen Anspruch auf Sicherheit. Ergo: zahle mehr Steuern oder heuere eine Sicherheitsfirma an, um Dein Eigentum und Dein Leben sowie das Deiner Familie zu schützen, denn die Polizei wird nicht mehr eingreifen, wenn Du in Deinem Büro oder Deine Tochter auf dem Weg zur Schule überfallen werdet und die Feuerwehr wird nicht mehr ausrücken, wenn Dein Haus brennt, um Dein Leben und Dein Eigentum zu retten.
Original von Nestor Caprice
Die Wohlhabenden dürfen heute viel mehr verdienen, als der Durchschnitt oder die Armen. Dafür müssen sie auch einen gewissen - meiner Meinung nach viel zu geringen - Beitrag zur Gemeinschaftskasse leisten. In einem sozial fortschrittlicheren System wären die Einkommensunterschiede viel geringer und die Frage der jSpitzensteuersätze und Vermögenssteuer wäre nur eine für den Übergang zu einer sozial ausgewogeneren Gesellschaft.
Die Wohlhabenden verdienen deswegen mehr als der Durchschnitt, weil sie sich mehr anstrengen als der Durchschnitt. Warum muss jemand, der sich ins Zeug legt, einen höheren Prozentsatz Steuern bezahlen, als derjenige, der vom Wohlstand der anderen profitiert, indem er zum Beispiel einen Arbeitsplatz und ein festes Einkommen zur Verfümgung gestellt bekommt?
Sie sprechen von einem fortschrittlichseren System, in dem die Einkommensunterschiede viel geringer seien usw. Ich sage Ihnen: in Ihrem "fortschrittlicherem System" würde sich die Frage nach Einkommensunterschieden gar nicht stellen, weil in diesem System jeder Anreiz zu Leistung und Innovation abgetötet wäre und Sie nichts anderes als eine Gesellschaft aus Einheitsmenschen hätten, deren Einkommen und Bedürfnisse vom Staat reglementiert werden und in der jede Form der Inividualität und jede Form von persönlicher Freiheit erstickt wären.
Ein solches Menschenbild teile ich nicht, teilt die KDU nicht und ich bin mir absolut sicher: auch die übergroße Mehrheit der Menschen in der Demokratischen Union nicht.