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Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 16:55
von Konrad Grimm
Original von vSzP
Dann präsentier dir doch einfach einmal Vorschläge, wie du Familie und Beruf unter ein Hut bekommen möchtest...
Wozu? Weil Psychopatinnen wie Alice Schwarzer den Frauen eingeredet haben, Hausfrau sei kein vollwertiges Leben? Heute sind doch Hausfrauen wahre Helden des Individualismus, weil sie sich gegen die ideologische Umerziehung stemmen!
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 17:01
von Hajo Poppinga
Original von vSzP
Dann präsentier dir doch einfach einmal Vorschläge, wie du Familie und Beruf unter ein Hut bekommen möchtest...
Wozu? Viel wichtiger ist doch, daß man Familien stärkt, daß man Ihnen hilft, daß ein Teil der Ehepartner zu Hause bleiben kann. Wir zahlen so viele Unterstützungen, Vergünstigen usw. Ich bin dafür, daß wir das alles zusammenstreichen und ein großes Familiengehalt daraus machen. Die Familie bekommt das ganze Geld und kann dann selbst darüber entscheiden, ob sie es für ein Betreuungsangebot ausgeben möchte, ob doch nicht lieber jemand beim Kinde bleibt usw.
Mal ganz davon abgesehen - warum wird so ein Hype um's Kinderkriegen gemacht? Wir wissen doch alle bereits jetzt, daß es eh auf absehbare Zeit nicht genug Kinder geben wird, um eine Rente für alle zu sichern. Sein wir lieber ehrlich zu uns selbst und stellen das System komplett um und befreien uns von diesem Zwang des Kinderkriegens.
Mir sind glückliche Familien mit nur einem, vielleicht sogar späten Kind deutlich lieber als eine moderne Großfamilie mit vier Kindern, die von Papa und Mama aber nur an Geburtstagen und zum Schulabschluß etwas sehen - weil sie dazwischen zur Krippe, Kindertagesstätte, Ganzstagsschule und bestenfalls noch ins Internat abgeschoben wurden. Wenn es dann wniger Kinder gitb, mein Gott, dann ist es eben so. Aber es sind glücklichere Kinder.
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 17:04
von Hajo Poppinga
Nur um das mal anzufügen - die Samtgemeinde Holtriem bei mir im Landkreis hat die höchste Geburtenrate in Niedersachsen. Und das ganz ohne eine einzige Kinderkrippe. Da wird noch Wert auf Familie gelegt.
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 17:27
von vSzP
Also, wirklich konservatives Gedankengut kann ich daran nicht erkennen? Du hast ja sogar betont, dass ein Elternteil zuhause bleiben soll und nicht nur die Frau
Ich sehe es ja ähnlich, nur mir ist es halt wichtig, dass jeder der arbeiten möchte auch arbeiten kann wenn er Kinder hat. Das muss einfach zusammen klappen weil in vielen Fällen beides zum glücklich-sein gehört. Und wir haben hier ganz klar Nachholbedarf.
Ich bin nicht unbedingt ein Fan davon, Familien das Geld bar in die Hand zu drücken, wir hätten dann wieder Extremsituationen in denen die Kinder verhungern und die Eltern das Familiengeld versaufen. Klasse...
Lieber sollten wir uns auch hier um ein Gutscheinsystem kümmern. Diesen kann man einlösen bei Kindergärten, Tagesmüttern und auch beim Finanzamt (so, dass man weniger Steuern bezahlen muss). Würde ich praktischer finden, die Wahlfreiheit der Eltern kaum einschränken und individuelle Lösungen sind machbar.
Wir sollten uns noch einmal genauer verständigen: mir geht es nicht darum, dass die CDU die SPD links überholt. Mir geht es darum, dass die CDU neue Themenfelder erfolgreich besetzt und diese nicht den anderen politischen Parteien überlässt. Umweltschutz, Familienpolitik, Verbraucherschutz - das sind Bereiche die gehen den Bauern genauso an wie die Singlefrau in Berlin-Prenzelberg. Und in diesen Bereichen muss die CDU glaubwürdige Politiker aufstellen die vernünftige Ideen haben und eben nicht ideologisch verblendet sind wie die Grünen.
Die Kernbereiche der CDU müssen daneben auch ausgebaut werden. Aber ich verstehe nicht, warum das Festhalten an Atomenergie, der Ausstieg aus der Wehrpflicht und ein vernünftiges Betreuungsangebot für Familien zusammen nicht zusammen passen soll. Bisher habe ich euch so verstanden, dass sich die CDU aus diesen Bereichen raushalten soll und das halte ich für einen groben Fehler.
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 17:43
von Hajo Poppinga
Die CDU soll ihre Positionen vertreten, nicht die der anderen. Und unsere Position ist pro Wehrpflicht und pro Familie.
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 19:32
von Konrad Grimm
Die bürgerlichen Parteien müssen von den Parteien der politischen Linken unterscheidbar bleiben. Das geht nicht, wenn man die gleichen Positionen vertritt. Das Gutscheinsystem wäre in Ordnung. Dass von der Leyen sich einen Wettlauf mit Rot-Grün darum liefert, wer schneller mehr Kinder in staatliche Verwahranstalten bringt, ist dagegen eine Katastrophe, ist eine Beleidigung für eben die traditionellen Familien, die nach wie vor die Stammwählerschaft der Union ausmachen.
Von der FDP würde ich mir noch mehr wünschen, raus aus dem momentanen Rentensystem und entsprechend ein Ende von Familienförderung, halte ich aber - so wie ich diese Partei kennengelernt habe - für unmöglich; zuviele Leute, die sich als "Linksliberale" verstehen und eigentlich bloß zweitklassige Sozialdemokraten sind, tummeln sich in der FDP. Es wäre gut, wenn sich Union und FDP auch unterscheiden würden, auch um ein größeres Spektrum abzudecken. Aber meinetwegen mag sich auch die FDP dem Gutscheinsystem anschließen, die Idee stammt ja ursprünglich von Milton Friedman.
Es wäre eine klare Aussage: Links Gleichschaltung und Ideologie, bei den Bürgerlichen Wahlfreiheit und Pragmatismus.
Aber nein: Wischi-Waschi wird betrieben, die eigenen Stammwähler zu Nichtwählern gemacht. So wird es keine bürgerlichen Mehrheiten mehr geben.
Wenn alle das gleiche vertreten, wer braucht dann eigentlich noch ein Mehrparteiensystem? Machen wir doch gleich Einheitsliste! "Die Partei, die Partei, sie hat immer Recht..."
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 22:57
von Maximilian von Rohan-Mason
Original von Konrad Grimm
Die bürgerlichen Parteien müssen von den Parteien der politischen Linken unterscheidbar bleiben. Das geht nicht, wenn man die gleichen Positionen vertritt.
Ich sehe diese Gefahr nicht.
Ein großer Teil der "gleichen" Wahrnehmung der beiden Volksparteien ist sicher darin begründet, dass sie derzeit eine große Koalition bilden und sich innerhalb dieser eben das Wasser selbst abgraben müssen. Das ist so, dass kann man auch nicht ändern.
In vielen sonstigen politischen Feldern, von der inneren Sicherheit über Wirtschaft zum Selbstverständnis Deutschlands zur Außenpolitik gibt es gravierende Unterschiede. Die mögen Einzelnen nicht groß genug sein, aber es gibt sie.
Wenn es nun im Einzelfall dazu kommt, dass man Programmatik der Entwicklung anpassen muss (es ist eben in Deutschland nicht für jeden möglich, Beruf und Kind zu verbinden und ich glaube, dass man mit emanzipationskritischen Haltungen kaum gut Wahlen gewinnen kann) oder alte mal dezent vergisst (am besten sollte man die Wehrpflicht kippen/ oder eine Bürgerpflicht für
alle einführen. Das aktuelle Gemurks ist Bullshit. Punktum.) ist eine Folge der Zeit.
Den größten Wahlerfolg aller Zeiten hat die CDU auch nicht durch ihre konservative Ideologie erzielt. Den hat sie sich mit einer Rentenrefrom gekauft, unter der wir heute leiden.
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 23:30
von vSzP
Original von Konrad Grimm
Die bürgerlichen Parteien müssen von den Parteien der politischen Linken unterscheidbar bleiben. Das geht nicht, wenn man die gleichen Positionen vertritt. Das Gutscheinsystem wäre in Ordnung. Dass von der Leyen sich einen Wettlauf mit Rot-Grün darum liefert, wer schneller mehr Kinder in staatliche Verwahranstalten bringt, ist dagegen eine Katastrophe, ist eine Beleidigung für eben die traditionellen Familien, die nach wie vor die Stammwählerschaft der Union ausmachen.
Von der FDP würde ich mir noch mehr wünschen, raus aus dem momentanen Rentensystem und entsprechend ein Ende von Familienförderung, halte ich aber - so wie ich diese Partei kennengelernt habe - für unmöglich; zuviele Leute, die sich als "Linksliberale" verstehen und eigentlich bloß zweitklassige Sozialdemokraten sind, tummeln sich in der FDP. Es wäre gut, wenn sich Union und FDP auch unterscheiden würden, auch um ein größeres Spektrum abzudecken. Aber meinetwegen mag sich auch die FDP dem Gutscheinsystem anschließen, die Idee stammt ja ursprünglich von Milton Friedman.
Es wäre eine klare Aussage: Links Gleichschaltung und Ideologie, bei den Bürgerlichen Wahlfreiheit und Pragmatismus.
Aber nein: Wischi-Waschi wird betrieben, die eigenen Stammwähler zu Nichtwählern gemacht. So wird es keine bürgerlichen Mehrheiten mehr geben.
Wenn alle das gleiche vertreten, wer braucht dann eigentlich noch ein Mehrparteiensystem? Machen wir doch gleich Einheitsliste! "Die Partei, die Partei, sie hat immer Recht..."
Schöne theoretische Welt. Nur so ist es nun einmal nicht. Die SPD wildert im Bereich der CDU, die FDP wildert im Bereich der CDU, die CDU wildet im Bereich der SPD. Eine klare Abgrenzung zur SPD kann es nicht geben weil wir uns damit automatisch zu Neinsagern machen würden. Die SPD sagt A, wir sagen B. einfach aus prinzip. Das würde uns dahin bringen, wo jetzt die spd ist.
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 23:41
von Konrad Grimm
Die konservativen Wähler gleiten bei dieser Entwicklung zu den Nichtwählern ab. Die Union könnte von mir aus wandern, soviel sie will, wenn rechts von ihr starke Republikaner o.ä. stünden, die das freiwerdende Wählerpotential einsammeln. Nur da in Deutschland alles rechts der Union - und die CDU/CSU hat bei dieser Entwicklung kräftig mitgewirkt - als extremistisch gilt und damit gerade für die braven Bürgerlichen unwählbar ist, bleiben die eben am Wahltag zuhause. Und am Ende siegt wegen der besseren Mobilisierung die eigentlich zahlenmäßig unterlegene Linke.
Die CDU/CSU macht ihren Job nicht mehr, wenn sie die konservativen Wähler nicht mehr einbindet.
Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 23:46
von Maximilian von Rohan-Mason
Du gehst ja an die Parteien ran, wie Brecht an seine Charaktere in Bühnenstücken. Streng formalisistisch, streng mit Funktion, streng verfremdet.
Wie bei Brecht gilt aber: Wenn das Leben nur so klar gegliedert wäre...
