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Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 20:30
von Konrad Grimm
Original von pjotr
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Psychologen. Was sollen die schon sagen? Sie definieren als "krank", was den gesellschaftlichen Normanschauungen widerspricht und übersehen dabei, dass die Gesellschaft die Krankheit ist.

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 21:40
von Robert Cullen
Verfluche einer diese Wissenschaft, das taten und tun mitunter wirklich kranke Gesellschaften... Es gibt nun mal Dinge die in allen hirnen gleich ablaufen. Wer nicht dran glaubt, hat meiner Meinung nur Angst. Die meisten die ich kenne und die die psychilogie so strikt ablehnen sind meist die, die sie am ehesten gebrauchen würden (soll jetzt nichts gegen dich sein Grimm) ich kann mir daher vorstellen, dass Spiele was bewirken, aber sie müssen nicht unbedingt der erste Impuls sein.

Klar die Gesellschaft ist krank, aber das hat letztenlich auch psychilogische Gründe.

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 21:51
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Aber ein paar wünschen sich eben zumindest ein einziges mal in ihrem Dasein, selbst eine Bedeutung zu besitzen und nicht nur als Teil des Kollektivs.
Der Amoklauf, die heroische Auflehnung des Individuums gegen das Kollektiv.

Ich könnt kotzen.

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 21:53
von Konrad Grimm
Original von Robert Cullen
Verfluche einer diese Wissenschaft, das taten und tun mitunter wirklich kranke Gesellschaften... Es gibt nun mal Dinge die in allen hirnen gleich ablaufen.
Sicher, nichts gegen psychologische Grundlagenforschung. Aber da wo es wertend wird, hört die Wissenschaftlichkeit auf. Wissenschaft ist wertfrei oder keine Wissenschaft, sondern Ideologie.

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 21:56
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
Der Amoklauf, die heroische Auflehnung des Individuums gegen das Kollektiv.
Von "heroisch" habe ich nicht gesprochen.
"Verständlich" ist ein treffendes Adjektiv.

"Es gibt Augenblicke, wo man sich wundert über alle, die keine Axt ergreifen." - Max Frisch, Graf Öderland

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 22:01
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Wissenschaft ist wertfrei oder keine Wissenschaft, sondern Ideologie.
Das Wertfreiheitspostulat ist purer Unsinn. Normativität lässt sich nicht vermeiden, sie liegt in der Natur des menschlichen Lebens und der menschlichen Kognitionsweise. Wie hier bereits einmal ausgeführt habe, impliziert selbst jetzte Deskription Normativität, weil beschrieben wird anhand des Maßstabs dessen, was wichtig ist. Und jede wissenschaftliche Theorie ist normativ strukturiert, nämlich nach den Maßstäben, was wichtig ist im Hinblick auf das telos dieser Theorien, der Wahrheit oder Erkenntnis.

Wer Normativität generell ablehnt, lehnt Wissenschaft generell ab, und im weitsten Sinne auch jegliche menschliche Kognition.

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 22:40
von Denise M. Connor
Ich bin immer wieder erstaunt wie schnelllebig doch unsere Zeit ist. Zu dem Amoklauf gibt es bereits einen vollständigen Wikipedia Artikel: http://en.wikipedia.org/wiki/Winnenden_school_shooting

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 23:15
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
Wer Normativität generell ablehnt, lehnt Wissenschaft generell ab, und im weitsten Sinne auch jegliche menschliche Kognition.
Gehen wir nicht auf diese höchst abstrakte Ebene. Die reine Beschreibung empirischer Forschungsergebnisse ist in anderer Weise wissenschaftlich - gewissermaßen "objektivierbarer" - als eine "Wissenschaft" wie die Medizin, die bestimmten Körperfunktionen eine qualitative Wertung verpasst. Das stimmt schon bei der Allgemeinmedizin. Denn man kann nicht von einem objektiv schlechten Zustand sprechen, wenn Bakterien den Körper eines Homo Sapiens befallen. Aus Sicht der Bakterien ist das nicht schlechtes, sondern eben das, was Bakterien so tun. Noch viel mehr aber trifft die Frag- und Kritikwürdigkeit auf die Psychiatrie zu.

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 23:19
von Konrad Grimm
Original von Denise M. Connor
Ich bin immer wieder erstaunt wie schnelllebig doch unsere Zeit ist. Zu dem Amoklauf gibt es bereits einen vollständigen Wikipedia Artikel: http://en.wikipedia.org/wiki/Winnenden_school_shooting
Erstaunlicher finde ich, dass der englischsprachige Artikel länger ist als der deutschsprachige. Andererseits war CNN ja auch erklärtermaßen besser in der Berichterstattung als die ARD. Vom desinformativen Voyeurismus von Spiegel online ganz zu schweigen (man beachte: die sind sogar zu blöd die Verwandtschaftsbeziehung ihres ersten Interviewopfers richtig zu bezeichnen)

Verfasst: Mi 11. Mär 2009, 23:48
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Gehen wir nicht auf diese höchst abstrakte Ebene.
Das ist aber die letztlich fundamentale Ebene, und daher denke ich schon, dass diese Frage auf dieser Ebene diskutiert werden muss.
Die reine Beschreibung empirischer Forschungsergebnisse ist in anderer Weise wissenschaftlich - gewissermaßen "objektivierbarer" - als eine "Wissenschaft" wie die Medizin, die bestimmten Körperfunktionen eine qualitative Wertung verpasst.
Das ändert dennoch nichts daran, dass auch eine Beschreibung Normativität involviert. Und die Medizin tut bei ihrer Zuschreibung "qualitativer Wertungen", wie du es nennst, auch nichts anderes, als den Organismus Mensch aus der Perspektive seines fortgesetzten Funktionierens zu studieren. Das ist letztlich auch eine Beschreibung. Eine Beschreibung, wie dieser Organismus operiert, welche Faktoren seine Operation stören können, und wie man diese Faktoren ausschaltet.
Das stimmt schon bei der Allgemeinmedizin. Denn man kann nicht von einem objektiv schlechten Zustand sprechen, wenn Bakterien den Körper eines Homo Sapiens befallen. Aus Sicht der Bakterien ist das nicht schlechtes, sondern eben das, was Bakterien so tun.
Ja, das mag aus Sicht der Bakterien so sein. Aber die Medizin studiert nicht die Sichtweise der Bakterien, sondern nimmt die Perspektive des menschlichen Organismus ein.