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Verfasst: Di 27. Jan 2009, 11:28
von Lady Teri Shark
Original von Isabelle Corinne de La Fayette
Der Unterschied ist nur, dass kein Amerikaner 20$ im Monat für Fox News bezahlen muss. Ich habe ein für bundesrepublikanische Verhältnisse ungewöhnlich weit gefasstes Verständnis von Meinungsfreiheit. Für mich schließt diese auch und gerade Unsachlichkeiten, Geschmacklosigkeiten, Albernheiten und Propaganda ein.
Natürlich, Kabelfernsehen gibt es doch nicht umsonst. In Florida wurde jüngst festgestellt (ich finde den Zeitungsartikel nicht mehr), dass einige Amerikaner lieber ihr Auto verkaufen und auf Urlaub verzichten als auf ihren Kabelanschluss. Fox News, HBO, The CW kommen nicht gratis ins Haus.
Übrigens finde ich an deiner Kritik bezeichnend, dass sie sich nur gegen die "rechtspopulistische" Gesinnung von Hart aber fair richtet. Wenn ich gelegentlich nach dem Tatort noch bei Anne Will hängen bleibe oder gar bis zu den Tagesthemen durchhalte, dann ist mein Bedarf an sozialdemokratischem Gutmenschentum auf Wochen gedeckt. Aber das gehört für mich eben auch dazu: Meinungsvielfalt ist eben nicht nur "viel meine Meinung", sondern auch viel Meinung der anderen.
Der beste Journalismus ist für mich nicht die obrigkeitshörige Habacht-Stellung der Tagesschau, sondern der mit Meinung und Ziel. Auch wenn ich die entsprechenden Meinungen und Ziele gelegentlich unerträglich finde. Und einem guten Teil der Deutschen schadet es nicht, wenn sie hin und wieder mal mit einer Meinung konfrontiert werden, die sich nicht teilen. Das ist der Vorteil von Frank Plasberg gegenüber Rush Limbaugh.
Verfasst: Di 27. Jan 2009, 12:22
von Palin Waylan-Majere
Anne Will und sozialdemokratisch? Wo das denn?
Verfasst: Di 27. Jan 2009, 12:37
von Isabelle Corinne de La Fayette
@Lady Teri:
Zugegeben, ich bin jetzt nicht ganz fit welcher Sender in den USA wie empfangen werden kann.

Jedenfalls, reden wir von Kabelfernsehen im deutschen Sinne erhalten die Kabelgebühren ja nicht die Programmanbieter, sondern die technischen Betreiber des Kabelnetzes. Reden wir von dem was hierzulande Pay-TV heißt muss es ja keiner bestellen der es nicht will. An den Rundfunkgebühren für ARD, ZDF & Co. führt für Berufstätige aber nun kein (legaler) Weg vorbei.
Ansonsten wiederhole ich mich gerne noch mal, ich kritisiere nicht die Äußerung einer bestimmten Meinung, sondern die Behauptung falscher Tatsachen. Ich weiß nicht, ob du dir die von mir verlinkte inoffizielle Gegendarstellung eines Computerspielkenners zu Beiträgen in verschiedenen Sendungen von ARD und ZDF einmal angesehen hast. Wenn ja, solltest du eigentlich verstehen worum es mir geht. Nicht um die meinetwegen auch extrem einseitige Darstellung einer Meinung die ich nicht teile. Sondern um die Propaganda einer politischen Forderung mittels mutwillig verfälschter tatsächlicher Darstellungen.
Verfasst: Di 27. Jan 2009, 13:33
von Montgomery Scott
Original von Hajo Poppinga
Du hast zwar recht und ich würde mir solche unwürdigen Sendungen auch im Privatfernsehen nicht wünschen, übersiehst dabei aber etwas Entscheidendes - das ZDF ist ein öffentl.-rechtl. Sender, über den die Politik vermittels Rundfunkrat auch die Kontrolle ausübt. Auf diese Sender üben wir Bürger, über unsere Politiker, Einfluß aus. Das machen wir bei Privaten nicht, die zeigen, was Quota und damit Werbeeinnahmen bringt.
Damit ist es durchaus gerechtfertigt, sich über den Sendungsinhalt eines staatlichen Senders lauter zu beschweren, als über den eines privaten Senders. Das beide teilweise hanebüchene Sendungen anbieten, steht dabei außer Frage.
Klar sind das insofern zwei unterschiedliche Dinge, wobei die Tatsache, dass private Fernsehsender aufgrund der Besitzverhältnisse nicht dem Allgemeinwohl sondern dem der privaten Besitzer verpflichtet sind, moralische Kritik mit Verweis auf die normative Relevanz des Allgemeinwohls in keiner Weise ausschließt.