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Verfasst: Di 2. Dez 2008, 12:16
von Konrad Grimm
Original von Nina Rügen
willkommen in der neuen sklaverei!
Das ist zwar nicht falsch, die Theorie des Debitismus beschreibt unser Wirtschaftssystem nicht unrichtig als ein System von Schuldverpflichtungen. Allerdings wird dabei übersehen, dass es eben durchaus in der menschlichen Natur liegt, möglichst viel haben zu wollen und das möglichst schnell. Was spricht also dagegen, wenn diejenigen, die auf Konsum verzichten (Kreditgeber = Geldinhaber), damit andere ihn schneller bekommen (Kreditnehmer), dafür eine Prämie (= Zinssatz) verlangen?

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 14:55
von Joseph A. Gladstone
Original von Nina Rügen

ja, da magst du recht haben

mich kotzt das nur an

alles den bach runtergehen lassen, vorher immer schön gewinne abschöpfen und dann zu "krisenzeiten nachfragen wo man dann "sein" geld anlegen soll
Ich sehe nichts verwerfliches daran, verdientes Geld möglichst effektiv einzusetzen.

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 14:57
von Baudouin de Billancourt
Original von Nina Rügen
oh man! legt mal alle schön euer geld an und lasst es für euch arbeiten - das heisst ein anderer muss für euer geld arbeiten
Wenn ich von meinem erarbeiteten Geld eine Unze Gold kaufe, arbeitet niemand für mich; ich sorge nur dafür, dass ich die Erträge meiner Arbeit nicht verliere.

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 15:08
von Konrad Grimm
Original von Baudouin de Billancourt
Wenn ich von meinem erarbeiteten Geld eine Unze Gold kaufe, arbeitet niemand für mich; ich sorge nur dafür, dass ich die Erträge meiner Arbeit nicht verliere.
Woher nimmst Du eigentlich die Sicherheit, dass Gold dauerhaft bleiben wird, was es ist? In postmaterialistischen Zeiten wie diesen könnte die Nachfrage nach Gold als Schmuckobjekt sehr schnell sehr stark abnehmen. Und sobald das passiert, wird es auch als Anlageobjekt verlieren, denn die industrielle Nachfrage ist sowieso nicht so wahnsinnig bedeutend.

Gold ist unter allen Assets das irrationalste. Es ist vergleichbar mit den Glasperlen, für die die Indianer ihr Land verkauften. Es zu kaufen ist insoweit eine Wette auf die menschliche Irrationalität - was es wiederum einzig interessant macht.

Ich will die Vorteile von Gold gar nicht leugnen: Es ist steuerfrei, hat eine hohe Wertdichte, man kann es vor Konfiskation ganz gut verstecken (anders als Immobilien, Aktien oder Anleihen). Ich habe mich zwischenzeitlich mit mir selbst auf einen 5%-Anteil an meiner Geldanlage geeinigt, die ich als Versicherungsprämie gegen den Staat begreife. Aber mehr würde ich nie in Gold stecken. Gegen Inflation helfen auch Aktien, und wenn wir global in den Sozialismus marschieren sollten, dann ist Gold wertlos (solange es regional begrenzt bleibt, dürfte Gold dagegen ein interessantes Schwarzmarkgut bleiben, das insbesondere Flucht und Neuanfang außerhalb Europas ermöglichen würde - vorausgesetzt eben, es gibt irgendwo noch eine freie Welt). Gold schützt nur vor begrenzten staatlichen Übergriffen. Die halte ich für hinreichend wahrscheinlich, um 5 % Versicherungsprämie in den glänzenden Schmutz zu stecken; aber niemals mehr.

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 15:48
von Lady Teri Shark
Wenn ich mal endgültig aus den MNs aussteige (und ich setze darauf, dass dieser Tag kommen wird!), bediene ich mich ein letztes Mal im Ratelon-Forum und bastle mir einen Orwell-Roman aus den vielen Prophezeihungen hier. :D

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 15:53
von Baudouin de Billancourt
Original von Konrad Grimm
...
Vorab: mein letzter Beitrag war ein Beispiel. Gold ist mir seit langer Zeit zu teuer und ich habe vor drei Jahren primär investiert, um mein Geld zu streuen und Profite zu machen (würde ich heute verkaufen, hätte ich sie gemacht). Wertstabilität in einer großen Krise war für mich immer ein netter Nebeneffekt, nicht mehr. Natürlich habe ich keine absolute Sicherheit, dass Gold völlig stabil bleibt oder im Wert steigen wird. Aber hätte ich Angst vor dieser Krise, dann würde ich mich mit Gold sicherer fühlen als mit Bargeld oder den meisten Aktien.

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 15:53
von Konrad Grimm
Original von Lady Teri Shark
Wenn ich mal endgültig aus den MNs aussteige (und ich setze darauf, dass dieser Tag kommen wird!), bediene ich mich ein letztes Mal im Ratelon-Forum und bastle mir einen Orwell-Roman aus den vielen Prophezeihungen hier.
Es ist noch kein Jahr her, da wurde mir hier noch gesagt, es werde keine einzige Großbank pleite gehen. Tjaja... Gut, die Citibank alias größte Bank der Welt hat man "gerettet", aber jedenfalls die Gebrüder Lehmann sind ja Geschichte. Und die größte Versicherung der Welt - American International Group - ist auch im A...

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 15:55
von Baudouin de Billancourt
Original von Konrad Grimm
Es ist noch kein Jahr her, da wurde mir hier noch gesagt, es werde keine einzige Großbank pleite gehen.
Meines Wissens hat das im Sommer noch ein Bankkaufmann hier rumposaunt...

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 15:58
von Konrad Grimm
Original von Baudouin de Billancourt
Meines Wissens hat das im Sommer noch ein Bankkaufmann hier rumposaunt...
Ja, genau, denken wir glaub ich an den gleichen.

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 16:00
von Konrad Grimm
Original von Baudouin de Billancourt
Vorab: mein letzter Beitrag war ein Beispiel. Gold ist mir seit langer Zeit zu teuer und ich habe vor drei Jahren primär investiert, um mein Geld zu streuen und Profite zu machen (würde ich heute verkaufen, hätte ich sie gemacht).
Hm, an sowas glaube ich nicht mehr - ich bin inzwischen Anhänger der Effizienzmarkthypothese, laut der ja Markttiming aufgrund des zu erwartenden Random Walk nicht funktioniert und man zu jedem beliebigen Zeitpunkt kaufen kann.

Überrenditen werden mit überproportional höherem Risiko bezahlt - es sei denn, man hat Insiderinformationen.