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Verfasst: So 21. Sep 2008, 17:00
von Wolfgang Müller
Original von Damian Fuller

Ausgleich für alle, auf Kosten von Leistungsanreiz und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft bietet die Linkspartei schon.
Sozialer Aufstieg und sozial gestaltete Rahmenbedingungen für eine flexible Wirtschaft, das war unter Schröder und Platzeck mal angedacht. Inzwischen aber, spätestens seit dem Hamburger Parteitag, ad acta gelegt.
Sozialer Ausgleich beinhaltet Chancengleichheit für alle. Das heißt, dass jeder Chancen auf Bildung (Gesamtschule) und Ausbildung (Ausbildungspakt) haben muss. Erst so kann ein Leistungsanreiz geschaffen werden. Weiterhin dürfen keine prekären Arbeitsverhältnisse geschaffen werden, sondern Löhne, für die es sich lohnt zu arbeiten. Darum Mindestlohn und Eindämmung der Zeitarbeit, bzw. Angleichung von Zeitarbeits- und Festlöhnen. Es kann nicht sein, dass Firmen Arbeitskraft vermieten, und der Zeitarbeiter kriegt nur nen Hungerlohn.

Und zu Hartz IV und Co., sage ich nur: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.

Verfasst: So 21. Sep 2008, 17:01
von Wolfgang Müller
Original von Tennessee Rockefeller

Richtig, die will sie zwar sein, wird sie aber partout nicht.

Und das liegt nicht daran, dass es für eine solche Partei keine ausreichend breite Basis gäbe, sondern findet seinen Grund ganz einfach darin, dass sie die gegenwärtige Generation der "dynamischen" Leistungsträger auf Grund ihrer Geschichte nicht anspricht und nicht erreicht.

Wer heute zwischen Anfang dreißig und Ende vierzig ist, der hat das Denken der "68-er" einfach buchstäblich mit der Muttermilch aufgesogen. Er musste nicht von Mitschülern, Kommilitonen oder Arbeitskollegen mit Flugblättern eingedeckt, in Diskussionen verwickelt und zur Demonstration mitgeschleppt werden um zum überzeugten Anhänger von Frieden, Ökologie und "sozialer Gerechtigkeit" zu werden, er wurde von Kindesbeinen dazu erzogen, ein "progressiver, intellektueller Linker" zu sein.

Zu diesem Selbstverständnis passt die FDP, die in den ersten beiden Jahrzehnten der Bundesrepublik das klerikal-autoritaristische Adenauerregime ungerührt mittrug, und 1982 die Rache ihrer unter dem Prädikat "nationalliberal" firmierenden Hinterbänkler für dreizehn Jahre gesellschaftliche Reformpolitik zu spüren bekam, indem diese dem selbstausgerufenen Restaurator der alten Odnung Helmut Kohl zur Kanzlersachaft verhalfen, einfach nicht.

Egal wie weit sich die eigenen Lebensentwürfe und Lebenssituation mittlerweile vom spießigen und strukturkonservativen, ultralinksdogmatischen Muff der SPD-Basis entfernt hat, man ist und bleibt pro forma selbstverständlich "linksintellektuell", und hält die FDP darum für "asozial".

Als die SPD 1998 dann plötzlich den Kleingartenverein Gelsenkirchen-Bismarck verließ, und die Lust auf Leistungsbereitschaft und Lebensart entdeckte, passten sie und hunderttausende ihrer förmlichen Anhänger endlich auch mit Herz und Seele zusammen, Konsequenz: die SPD explodierte sie Wahltag in einem 41%-Feuerwerk, während die FDP mit gerade etwas über 6% knapp noch in den Bundestag kriechen konnte.

Und sich um dieses Prädikat mit CDU/CSU, Grünen, Linkspartei und NPD kloppen? Die sich alle bereits vor ihr wieder von Globalisierung, Lesitungsdenken und Eigenverantwortung abgewandt bzw. das sowieso nicht verfochten haben?

Da hat sie keine Chance... =)
Wieder so ein Dünnpfiff. Warum musst du eigentlich immer das gleiche, immer nur ein bisschen ausführlicher und wiederholender schreiben?

Verfasst: So 21. Sep 2008, 17:07
von Damian Fuller
Original von Wolfgang Müller
Darum Mindestlohn und Eindämmung der Zeitarbeit, bzw. Angleichung von Zeitarbeits- und Festlöhnen. Es kann nicht sein, dass Firmen Arbeitskraft vermieten, und der Zeitarbeiter kriegt nur nen Hungerlohn.
Mindestlohn schafft Arbeitslosigkeit. Aber das betrifft ja hauptsächlich die weniger bis gar nicht Qualifizierten, die inzwischen nicht mehr allein das Klientel der SPD sind, sondern vielfach Linkspartei oder CDU wählen.

Zur Verteufelung der Zeitarbeit: Ich kenne viele Zeitarbeiter. Diese klagen über manche Zeitarbeitsfirma, die schlechten Service liefert und gehen deshalb lieber zu einer anderen, die sie entsprechend ihrer Qualifikation und Leistungswilligkeit adäquat und kompetent vermittelt. Und die trotz der Bezahlung, die die Zeitarbeitsfirma für die Vermittlung einsteckt immer noch ordentlich verdienen.
Und zu Hartz IV und Co., sage ich nur: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.
Damit sind deine Wahlchancen dahin. ;)

Verfasst: So 21. Sep 2008, 17:15
von Wolfgang Müller
Original von Damian Fuller

Mindestlohn schafft Arbeitslosigkeit. Aber das betrifft ja hauptsächlich die weniger bis gar nicht Qualifizierten, die inzwischen nicht mehr allein das Klientel der SPD sind, sondern vielfach Linkspartei oder CDU wählen.
Ein Vorurteil. In Großbritannien gibt es Mindestlohn, und der Arbeitslosenanteil ist nicht gestiegen.
Zur Verteufelung der Zeitarbeit: Ich kenne viele Zeitarbeiter. Diese klagen über manche Zeitarbeitsfirma, die schlechten Service liefert und gehen deshalb lieber zu einer anderen, die sie entsprechend ihrer Qualifikation und Leistungswilligkeit adäquat und kompetent vermittelt. Und die trotz der Bezahlung, die die Zeitarbeitsfirma für die Vermittlung einsteckt immer noch ordentlich verdienen.
Es gibt noch viele schwarze Schafe auf diesem Graumarkt. Er müsste stärker reguliert und überwacht werden.
Damit sind deine Wahlchancen dahin. ;)
Die echten Sozialdemokraten vertreten die selbe Meinung und zwar mit dem Argument: Arbeiten muss sich lohnen. Ein Arbeitnehmer muss ein größeres Einkommen haben, als ein Arbeitsloser.

Verfasst: So 21. Sep 2008, 17:37
von Damian Fuller
Original von Wolfgang Müller
Ein Vorurteil. In Großbritannien gibt es Mindestlohn, und der Arbeitslosenanteil ist nicht gestiegen.
Das hat verschiedene Gründe, die Arbeitslosigkeit ist eher trotz nicht wegen des Mindestlohns nicht so stark in Großbritannien. Die Jugend- und Geringqualifiziertenarbeitslosigkeit ist allerdings wegen des Mindestlohns auch in Großbritannien und anderen Ländern, die Löhne über dem Produktivitätsniveau staatlich festsetzen deutlich höher als die allgemeine Arbeitslosigkeit.
Arbeiten muss sich lohnen.
Steuern senken, Rahmenbedingugen für Wachstum schaffen.
Ein Arbeitnehmer muss ein größeres Einkommen haben, als ein Arbeitsloser.
Das geht entweder durch das Senken der Arbeitslosenhilfe.
Oder durch das künstliche Festsetzen des Lohnes über den Wert, den ein geringqualifizierter Arbeitsplatz auch erwirtschaftet, was zur logischen Folge hat, dass diese Arbeitsplätze zu großen Teilen abgebaut werden, weil sie nicht mehr wirtschaftlich sind.
Oder durch Bildung, Qualifizierung und eben Senkung von Steuern und Abgaben, die Arbeit in Deutschland besonders teuer machen.
Alle Menschen wird man dabei aber nie zu hochqualifizierten Fachkräften machen. Daher ist das Schaffen wachstums- und wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen umso wichtiger.

Verfasst: So 21. Sep 2008, 18:30
von Wolfgang Müller
Original von Damian Fuller

Das hat verschiedene Gründe, die Arbeitslosigkeit ist eher trotz nicht wegen des Mindestlohns nicht so stark in Großbritannien. Die Jugend- und Geringqualifiziertenarbeitslosigkeit ist allerdings wegen des Mindestlohns auch in Großbritannien und anderen Ländern, die Löhne über dem Produktivitätsniveau staatlich festsetzen deutlich höher als die allgemeine Arbeitslosigkeit.
Kannst du das belegen?
Steuern senken, Rahmenbedingugen für Wachstum schaffen.
Löhne erhöhen und Arbeitsplätze schaffen, mit mehr Geld in der Tasche, ist der Mensch konsumfreudiger.
Das geht entweder durch das Senken der Arbeitslosenhilfe.
Oder durch das künstliche Festsetzen des Lohnes über den Wert, den ein geringqualifizierter Arbeitsplatz auch erwirtschaftet, was zur logischen Folge hat, dass diese Arbeitsplätze zu großen Teilen abgebaut werden, weil sie nicht mehr wirtschaftlich sind.
Oder durch Bildung, Qualifizierung und eben Senkung von Steuern und Abgaben, die Arbeit in Deutschland besonders teuer machen.
Alle Menschen wird man dabei aber nie zu hochqualifizierten Fachkräften machen. Daher ist das Schaffen wachstums- und wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen umso wichtiger.
Durch die hohen Energiekosten, steigen die Transportkosten, deswegen ist momentan ein Rückgang der Auslagerung der Industrie ins Ausland zu beobachten. Weiterhin hat deutsche Wertarbeit immer noch einen hohen Stellenwert, der dazu führt, dass von Auslagerungen abgesehen wird.

Über das senken von Steuern, kann man reden. Über was man auch reden sollte ist auf jedenfall, die Erleichterung des Zugangs zu beruflicher Weiterbildung und Qualifizierung (z.B. das einen Industriemechanikermeister, mit guten Zeugnissen und Berufserfahrung studieren kann).

Verfasst: So 21. Sep 2008, 18:39
von Kreittmayr
Original von Wolfgang Müller
mit mehr Geld in der Tasche, ist der Mensch konsumfreudiger.
Als wäre schon mal einer durch Geldausgeben reich geworden.

Verfasst: So 21. Sep 2008, 18:41
von Rainer Zufall
Bafög erhöhen, anyone?

Verfasst: So 21. Sep 2008, 19:02
von Wolfgang Müller
BAFÖG-Finanzierung und Zuteilung überarbeiten. Jedenfalls, wer nach dem Studium mehr verdient und BAFÖG kassiert, sollte auch ruhig mehr Steuern zahlen.

Ansonsten, weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem, her mit der Integrativen Gesamtschule.

Verfasst: So 21. Sep 2008, 19:48
von Kreittmayr
Langweiliges Rumgedoktore, das doch nie fruchtbar wird. Man überlasse es der Interaktion auf dem Markt; der wird das beste Modell schon evolutiv ausfiltern.

Im Übrigen ist man hier mal wieder vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen.