Seite 4 von 5
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:27
von Nicolas Fournier
Original von Oliver von Palm
Fangen wir doch gleich mit deinem Eigentum an.
Ich würde sagen, dass ich gerne in kollektiven Betrieben mitarbeiten würde. Ich habe aber auch kein unverschämt hohes Vermögen und beute keine lohnabhängigen Angestellten aus.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:28
von Oliver von Palm
Original von Nicolas Fournier
Ich würde sagen, dass ich gerne in kollektiven Betrieben mitarbeiten würde. Ich habe aber auch kein unverschämt hohes Vermögen und beute keine lohnabhängigen Angestellten aus.
Du hast kein unverschämt hohes Vermögen, aber du scheinst welches zu haben. Also los: Sozialisieren.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:28
von Montgomery Scott
Original von Nicolas Fournier
Politik ist kein Höflichkeitswettbewerb. Wie Du zurecht angesprochen hast, zieht hier das "Eigentum ist Grundrecht!" etc.-Mantra der Bürgerlichen hier nicht mehr. Es muss darüber gesprochen werden, ob Eigentum eine Berechtigung hat, und wie es im Volk gerecht verteilt werden kann.
Dass sind die Fragen, die viele stellen, und die Oskar - zugegebenermaßen in seiner manchmal lauten Art - gestellt hat.
Lafontaine zeigt mit dem Finger auf Einzelne, stellt sie als unmoralisch dar und fordert ihre Enteignung. Das dient nicht dem gesellschaftlichen Diskurs um Gerechtigkeitsfragen sondern dient dazu, von der sachlichen Ebene abzulenken.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:30
von Montgomery Scott
Original von Oliver von Palm
Wo ist nun der Unterschied, ob ein Unternehmer sein Unternehmen sozialisieren soll oder ein Linker seinen Besitz?
Bei Privatbesitz im herkömmlichen Sinne handelt es sich um Besitz, der a) in der Regel aus eigener Arbeitsleistung erwirtschaftet wurde, b) der Eigenversorgung dient und sich c) nicht dadurch auszeichnet, bestimmten anderen Menschen, die ihn durch ihre Arbeit erwirtschaftet haben, zu fehlen.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:31
von Nicolas Fournier
Original von Montgomery Scott
Lafontaine zeigt mit dem Finger auf Einzelne, stellt sie als unmoralisch dar und fordert ihre Enteignung. Das dient nicht dem gesellschaftlichen Diskurs um Gerechtigkeitsfragen sondern dient dazu, von der sachlichen Ebene abzulenken.
Er nimmt einzelne, besonders deutliche Beispiele für neoliberale Systemgewinner heraus, die ein unsittlich hohes Vermögen "erwirtschaftet" haben. Und anhand denen macht er allgemein verständlich die Gerechtigkeitslücken der neoliberalen Gesellschaft klar.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:31
von Oliver von Palm
Original von Montgomery Scott
Bei Privatbesitz im herkömmlichen Sinne handelt es sich um Besitz, der a) in der Regel aus eigener Arbeitsleistung erwirtschaftet wurde, b) der Eigenversorgung dient und sich c) nicht dadurch auszeichnet, bestimmten anderen Menschen, die ihn durch ihre Arbeit erwirtschaftet haben, zu fehlen.
Und macht der Mittelstand was anderes?
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:33
von Montgomery Scott
Original von Nicolas Fournier
Er nimmt einzelne, besonders deutliche Beispiele für neoliberale Systemgewinner heraus, die ein unsittlich hohes Vermögen "erwirtschaftet" haben. Und anhand denen macht er allgemein verständlich die Gerechtigkeitslücken der neoliberalen Gesellschaft klar.
Nein, die macht er nicht klar sondern er beschränkt sich auf das An-den-Pranger-Stellen.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:35
von Damian Fuller
Original von Montgomery Scott
b) der Eigenversorgung dient und sich c) nicht dadurch auszeichnet, bestimmten anderen Menschen, die ihn durch ihre Arbeit erwirtschaftet haben, zu fehlen.
a) ist richtig
b) und c) passen perfekt ins sozialistische Umverteilungsprogramm. Nur
1. Ein Vermögen, dass nur der Eigenversorgung dient, also für den Konsum aufgewendet wird, wäre entweder sehr klein oder der Staat/die Regierung/die Partei müsste sagen, wer wie viel zur "Eigenversorgung" besitzen darf. -> Klassische Diktaturspirale der sozialistischen Utopie.
2. Jeder könnte behaupten, dass ihm das Geld fehlt, was ein Anderer durch seinen Fleiß, sein Talent, sein Glück, seine Arbeit erwirtschaftet hat. Darauf ein System zu bauen wäre ein System des permanenten Umverteilens.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:35
von Montgomery Scott
Original von Oliver von Palm
Und macht der Mittelstand was anderes?
Das hängt davon ab, von welcher Größenordnung wir reden. Je größer ein Unternehmen ist, um so mehr unterliegt die Produktionsweise Entfremdung, Rationalisierung und Ausbeutung und umso mehr wächst das Kapital über den privaten Eigenbedarf des Kapitalisten hinaus und wird zu einem aus Selbstzweck expandierenden Ungeheuer.
Verfasst: Di 16. Sep 2008, 15:36
von Nicolas Fournier
Original von Montgomery Scott
Nein, die macht er nicht klar sondern er beschränkt sich auf das An-den-Pranger-Stellen.
Oskar ist nicht für alles zuständig. Das können auch andere rhetorische Talente im Detail erklären. Davon abgesehen kommt das Wahlprogramm der Linkspartei noch.