Original von Konrad Grimm
Nein, es bleibt nichts sinnvolleres, als dem kleinsten Übel die Stimme zu geben.
Das tue ich ja auch immer. Man könnte sagen, weil es mich auf den Geschmack gebracht hat, bei meiner ersten Bundestagswahl 2002 die damalige "Spaßpartei" FDP gewählt zu haben, lasse ich mir den Spaß jetzt nicht mehr nehmen, mich an diesem unsinnigen "Event" zu beteiligen.
Es wie das langweilige Dorffest mit einem Bierwagen an dem eine Marke ausgeschenkt wird, die nicht schmeckt, und einer schlechten Cover- oder Revivalband einer Gruppe, die man nicht leiden kann: eigentlich sollte man Vernunft und Reife zeigen, zu Hause bleiben und sich sinnvoll beschäftigen. Aber irgendwie ärgert man sich hinterher dann doch, dass wieder alle Deppen dort waren, nur man selbst nicht.
Also habe ich 2005 meine Kreuze (Erst- und Zweitstimme) bei der Linkspartei gemacht. Für mich das kleinste Übel, denn ich konnte sicher sein, dass sie sich an keiner Regierung beteiligen würde ich somit betonen kann, die amtierende Bundesregieurng nicht gewählt zu haben und nicht von ihr repräsentiert zu werden. Zudem redet und stimmt die Linkspartei - jedenfalls bis sie vielleicht irgendwann den erstrebten "Systemwechsel" erreicht haben wird - zuverlässig gegen Zwangsdienste und Fernreisen der Bundeswehr, gegen Datensammelei und Bürgerbespitzelung, für den Umwelt- und Tierschutz u. ä., ich weiß zwar nicht wie gesagt nicht, wie ernst sie das noch meinen werden, wenn der "Systemwechsel" erreicht ist, aber bis dahin bietet sie mir wohl die größte inhaltliche Schnittmenge, soviel schlimmer als bei den anderen sind die wirtschafts- und steuerpolitischen Forderungen auch nicht.
Und vor allem: jede Stimme für die Linkspartei pisst noch immer zehntausende strenggläubige "Musterdemokraten" in diesem Land tierisch an =)
Schade, dass sie nächstes Jahr voraussichtlich - da Gefahr einer Regierungsbeteiligung - nicht mehr in Frage kommen wird... :O
Original von Fabian Montary
Wir hatten bei der Stichwahl zur letzten Landratswahl Pi mal Daumen 32% Wahlbeteiligung und dann haben der einen Kandidatin 45 Stimmen gefehlt...
Und? Bist du der Meinung, der Wahlsieger hätte nun irgendein Recht, sich selbst nach Maßstäben dieser bekloppten FDGO-Ideologie als "demokratisch legitimiert" zu betiteln?
Wenn nicht, genau darauf wollte ich hinaus... Wenn er sich öffentlich zeigt, stell dich mit einem Plakat an den Straßenrand: "Sie haben mir gar nichts zu sagen! Fast niemand hat Sie gewählt!"