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Verfasst: So 7. Sep 2008, 19:01
von Fabian Montary
Original von Konrad Grimm
überzeugenden Wahlkampagne
Warum hüpft der bei „Ich werde die Erfolgsgeschichte unseres Landes fortsetzen“? Hat er dabei die Hacken zusammengeschlagen? Wenigstens ist die Kameraführung ehrlich und Beckstein blickt von oben herab auf das gemeine Volk, was ihn ankreuzen soll.

Verfasst: So 7. Sep 2008, 19:12
von Tennessee Rockefeller
Original von Konrad Grimm
Nein, es bleibt nichts sinnvolleres, als dem kleinsten Übel die Stimme zu geben.
Das tue ich ja auch immer. Man könnte sagen, weil es mich auf den Geschmack gebracht hat, bei meiner ersten Bundestagswahl 2002 die damalige "Spaßpartei" FDP gewählt zu haben, lasse ich mir den Spaß jetzt nicht mehr nehmen, mich an diesem unsinnigen "Event" zu beteiligen.

Es wie das langweilige Dorffest mit einem Bierwagen an dem eine Marke ausgeschenkt wird, die nicht schmeckt, und einer schlechten Cover- oder Revivalband einer Gruppe, die man nicht leiden kann: eigentlich sollte man Vernunft und Reife zeigen, zu Hause bleiben und sich sinnvoll beschäftigen. Aber irgendwie ärgert man sich hinterher dann doch, dass wieder alle Deppen dort waren, nur man selbst nicht.

Also habe ich 2005 meine Kreuze (Erst- und Zweitstimme) bei der Linkspartei gemacht. Für mich das kleinste Übel, denn ich konnte sicher sein, dass sie sich an keiner Regierung beteiligen würde ich somit betonen kann, die amtierende Bundesregieurng nicht gewählt zu haben und nicht von ihr repräsentiert zu werden. Zudem redet und stimmt die Linkspartei - jedenfalls bis sie vielleicht irgendwann den erstrebten "Systemwechsel" erreicht haben wird - zuverlässig gegen Zwangsdienste und Fernreisen der Bundeswehr, gegen Datensammelei und Bürgerbespitzelung, für den Umwelt- und Tierschutz u. ä., ich weiß zwar nicht wie gesagt nicht, wie ernst sie das noch meinen werden, wenn der "Systemwechsel" erreicht ist, aber bis dahin bietet sie mir wohl die größte inhaltliche Schnittmenge, soviel schlimmer als bei den anderen sind die wirtschafts- und steuerpolitischen Forderungen auch nicht.

Und vor allem: jede Stimme für die Linkspartei pisst noch immer zehntausende strenggläubige "Musterdemokraten" in diesem Land tierisch an =)

Schade, dass sie nächstes Jahr voraussichtlich - da Gefahr einer Regierungsbeteiligung - nicht mehr in Frage kommen wird... :O
Original von Fabian Montary
Wir hatten bei der Stichwahl zur letzten Landratswahl Pi mal Daumen 32% Wahlbeteiligung und dann haben der einen Kandidatin 45 Stimmen gefehlt...
Und? Bist du der Meinung, der Wahlsieger hätte nun irgendein Recht, sich selbst nach Maßstäben dieser bekloppten FDGO-Ideologie als "demokratisch legitimiert" zu betiteln?

Wenn nicht, genau darauf wollte ich hinaus... Wenn er sich öffentlich zeigt, stell dich mit einem Plakat an den Straßenrand: "Sie haben mir gar nichts zu sagen! Fast niemand hat Sie gewählt!"

Verfasst: So 7. Sep 2008, 19:23
von Konrad Grimm
Original von Tennessee Rockefeller
Also habe ich 2005 meine Kreuze (Erst- und Zweitstimme) bei der Linkspartei gemacht. Für mich das kleinste Übel, denn ich konnte sicher sein, dass sie sich an keiner Regierung beteiligen würde ich somit betonen kann, die amtierende Bundesregieurng nicht gewählt zu haben und nicht von ihr repräsentiert zu werden.
Wäre der Effekt nicht mit einer Stimme für die NPD größer? Die kriegen bei der nächsten Europawahl meine Stimme.

Verfasst: So 7. Sep 2008, 19:29
von Oliver von Palm
Wäre der Effekt nicht mit einer Stimme für die NPD größer? Die kriegen bei der nächsten Europawahl meine Stimme.
:rolleyes: :rolleyes:

Thorsten, lässt du dich jetzt schon mit diesen Nationalkollektivisten ein?

Verfasst: So 7. Sep 2008, 19:36
von Konrad Grimm
Die bringen wenigstens Stimmung in die Quatschbuden und mischen die Demokraten ordentlich auf.

Verfasst: So 7. Sep 2008, 19:39
von Oliver von Palm
Das stimmt auch wieder.

Verfasst: So 7. Sep 2008, 19:54
von Fabian Montary
Original von Tennessee Rockefeller

Und? Bist du der Meinung, der Wahlsieger hätte nun irgendein Recht, sich selbst nach Maßstäben dieser bekloppten FDGO-Ideologie als "demokratisch legitimiert" zu betiteln?
Ich wollte nur aufzeigen, dass du ganz offensichtlich keinen Plan davon hast, dass es schon Wahlbeteiligungen von weit unter 51% gibt.

Verfasst: So 7. Sep 2008, 20:51
von Tennessee Rockefeller
Original von Konrad Grimm
Wäre der Effekt nicht mit einer Stimme für die NPD größer? Die kriegen bei der nächsten Europawahl meine Stimme.
Einerseits ja, andererseits kommt es im Vergleich zu anderen Parteien doch überproportional häufig vor, dass die Linkspartei in meinem Sinne für oder gegen irgendwas stimmt, was ich von der NPD nicht behaupten könnte.

Für die dumme Quatschbude Europaparlament ist sie aber sicherlich eine Option, wobei ich da doch eher noch zu den Republikanern tendieren würde - deren Deutschtümelei hat wenigstens noch etwas possierliches an sich, bei den NPD-Glatzen muss sich einfach nur kotzen.
Original von Fabian Montary
Ich wollte nur aufzeigen, dass du ganz offensichtlich keinen Plan davon hast, dass es schon Wahlbeteiligungen von weit unter 51% gibt.
Die durchschnittliche Wahlbeteiligung von Kommunalwahlen liegt bundesweit bei - glaube ich - 45%. Danke, ich weiß also bescheid.

Hast du einen Plan davon, wen Kommunalpolitik interessiert? Kannst du dir vorstellen, welche Reaktionen 32% Wahlbeteiligung bei einer Bundestagswahl auslösen würde?

Verfasst: So 7. Sep 2008, 20:57
von Fabian Montary
Original von Tennessee Rockefeller
Hast du einen Plan davon, wen Kommunalpolitik interessiert? Kannst du dir vorstellen, welche Reaktionen 32% Wahlbeteiligung bei einer Bundestagswahl auslösen würde?
Ich bin selbst kommunalpolitisch informiert und engagiert, mir ist durchaus bewusst, dass sich die Medien, bis auf – webb überhaupt – lokale Käseblätter, nicht auf niedrige Wahlbeteiligungen stürzen und ich weiß auch, dass Kommunalpolitik von den Wählern unterschätzt wird, dabei ist sie, abgesehen von großen Städten – von denen hat Thüringen höchstens drei, Erfurt, Jena und Gera – die noch am meisten beeinflussbarste Politikebene. Aber in Deutschland hat ja jeder den großen Plan von Welt- und Bundespolitik, wenn er sich denn überhaupt für Politik interessiert. Das ist ungefähr so wie mit den 80 Millionen potentiellen DFB-Auswahltrainern...

Verfasst: So 7. Sep 2008, 21:02
von Rainer Zufall
"Demokratisch legitimiert" ist in diesem Staat so gut wie gar nichts - es gibt kein hohes Staatsamt, daß in der BRD demokratisch in Form einer wahl von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt würde. Bundeskanzler, Bundespräsident, Verfassungsrichter, Ministerpräsidenten; alle werden durch Versammlungen gewählt. Aber auch die werden nicht vom Volke gewählt (zumindest nicht auf faire Weise), sondern dem Volk obliegt es lediglich den Proporz der Parteien in den Parlarmenten festzulegen. Dank der unseligen Landeslisten und der mangelnden Einflußnahmemöglichkeiten des Bürgers auf die Kandidaturen ist es mit Demokratie in diesem Land sehr sehr schlecht bestellt. Was wir haben ist eine Kaste, die sich alle vier jahre neu legitimieren läßt, eine Pluto-, Oligo- und Ochlokratie.