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Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 16:35
von Kreittmayr
Original von Damian Fuller
Dann ist es aber auch etwas übertrieben, von einem Wunder der Nicht-Begegnung zu sprechen. ;)
Ich steh eben auf den dramatischen Touch ;)

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 16:36
von Kreittmayr
Original von Damian Fuller
Hilary-Fan?
Das wäre vermutlich übertrieben; aber Gregor und ich sind uns eigentlich einig, dass die Clinton das kleinere Übel gewesen wäre.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 16:39
von Peter Vain
Ich wuerde auch Clinton bevorzugen, aber bei dieser Wahl waere ich sehr unentschlossen. Ich bevorzuge die Demokraten, aber ich finde Obama nicht ueberzeugend und McCain, nun ich mag seinen Vize nicht und generell scheint mir hier und da, doch einige zu konservative Ansaetze zu haben, zum Beispiel die Anti-Abtreibung. Dennoch eher ihn, oder irgendeinen anderen der Drittparteien.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:10
von Kreittmayr
Mir persönlich ist die individuelle Freiheit wichtiger als die ökonomische. Was nutzt mir ökonomische Freiheit, wenn meine Lebensführung in allen sonstigen Aspekten kontrolliert wird?

Ab gesehen davon, dass die Republikaner nicht für freie Märkte und small government sind, sondern als Etatisten mindestens genauso extremistisch wie die Demokraten. Unter Bush sind die Staatsausgaben um 61% gestiegen.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:27
von Palin Waylan-Majere
So ein paar Kriege und Patriot Acts kosten halt.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:35
von Kreittmayr
Original von Palin Waylan-Majere
So ein paar Kriege und Patriot Acts kosten halt.
Nicht nur die. Massive Wohlfahrtsprogramme und eine gerade zu verrückte Ausweitung der Entwicklungshilfe, v.a. für Afrika, ebenso.

Verfasst: Sa 6. Sep 2008, 10:37
von Tennessee Rockefeller
Original von Kreittmayr
Mir persönlich ist die individuelle Freiheit wichtiger als die ökonomische. Was nutzt mir ökonomische Freiheit, wenn meine Lebensführung in allen sonstigen Aspekten kontrolliert wird?
Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, unter Hussein würden die USA zu einem zweiten Schweden (und noch weniger sollte man sich der Illusion hingeben, Schweden sei gesellschaftlich liberal - ich habe es hier nur auf Grund dieses in Europa wie den USA verbreiteten Trugbildes als griffige Metapher genommen). Und andersherum sollte man auch nicht glauben, unter McCain würden die USA zu einer Art "christlichem Iran".

Während einerseits die Evangelikalen auch in der Demokratischen Partei auf dem Aufmarsch sind, werden die Republikaner von einem erklecklichen Teil ihrer Wähler allein oder überwiegend deshalb unterstützt, weil sie als Steuersenkungspartei gelten.

Auch Hussein könnte die evangelikale Plage nicht mit einem Grinsen und "Yes, we can"-Rufen verscheuchen, mal eben ein paar Zusätze in die Verfassung zaubern, die bundesweit Drogenbesitz zum Eigenverbrauch legalisieren, Schwangerschaftsabbruch als Menschenrecht anerkennen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet oder zumindest registrierte Partnerschaften einführt usw.

Wenn er es denn überhaupt wollte, woran auch gezweifelt werden darf bzw. muss. Bill Clinton beherrschte es geradezu kongenial, sich bei Bürgerrechtlern, Feministinnen und Co. als vermeintlicher "Liberaler" einzuschleimen, um dann, während die Vereinigte Linke vor Freude darüber, den US-Präsidenten zu stellen gesungen und getanzt hat, in aller Stille etwa die US-Mittel für Hilfsorganisationen zu streichen, die Frauen in ärmeren Ländern Schwangerschaftsabbrüche ermöglichen, die Bevorzugung konfessioneller Wohlfahrtsverbände gegenüber nichtreligiösen Vereinigungen bei der Zuweisung von Bundesmitteln zu verfügen, beim Kiffen erwischten Studenten die Stipendien zu streichen (wer wegen Mordes oder Totschlag vorbestraft und auf Bewährung draußen ist, kann ein Stipendium bekommen!), Milliarden von Dollar für den "War on Drugs" zu verpulvern usw. Und wie oft hat er den Irak bombadiert? Doch mindestens einmal, ein weiteres mal hat er versucht, musste sich aber Russlands Druck beugen, es nicht zu tun.

Was Hussein wirklich will und tun würde, erführe man erst im Falle seiner Wahl - aber bestimmt nicht aus den Federn und Mündern der in ihn verknallten Journalisten der Massenmedien. Bill Clinton wird in den USA wie in Europa bis heute trotz einer Politik angebetet, für die ein republikanischer Präsident mit Eiern und Tomaten beworfen worden wäre. Weil niemand mal die Augen öffnen und recherchieren wollte. Er war doch so nett, und hat so schöne Sachen erzählt...

Ironischerweise könnte McCain niemals eine solche ultrarechte Politik praktizieren wie der besagte Clinton es getan hat, denn er stünde unter wachsamer Beobachtung, die linksliberalen Horden würden beim kleinsten falschen Wort sofort lautstark Krawall schlagen und genau die auf die Barrikaden treiben, die acht Jahre lang unter Clinton berauscht vor sich hingesdöst haben im Glauben, die USA seien jetzt "links".

Auch so gesehen ist McCain die bessere Wahl, ein gemäßigt konservativer Republikaner, der einerseits die Ultrarechten ein wenig besänftigen dürfte, wenn er etwas tut das ihnen nicht passt, tut es wenigstens kein Linker, aber andererseits stets unter dem Druck stünde, sich nicht zu weit nach rechts zu wagen, wo auch Demokraten gerne wildern gehen, er das aber im Gegensatz zu diesen nicht ungestört tun könnte.

Verfasst: Sa 6. Sep 2008, 14:01
von Kreittmayr
Original von Tennessee Rockefeller
Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, unter Hussein würden die USA zu einem zweiten Schweden (und noch weniger sollte man sich der Illusion hingeben, Schweden sei gesellschaftlich liberal - ich habe es hier nur auf Grund dieses in Europa wie den USA verbreiteten Trugbildes als griffige Metapher genommen).
Mit ist bekannt, wie quasi-totalitär der schwedische Wohlfahrtsstaat zumindest bis in die 80er hinein noch war. Über die neueren Zeiten nach den bürgerlichen Reformen weiß ich nichts. Für alles bis Mitte der 80er kann ich die kritische (!) Lektüre von Bernd Hennigsens "Der Wohlfahrtsstaat Schweden" empfehlen.

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Das im Übrigen Obama genauso eine Pest wie McCain ist, braucht mir niemand erzählen. Ich ergreife in diesem Wahlkampf keine Partei für den einen oder anderen, sondern bekämpfe beide aus Leibeskräften. Diese Wahl ist eine Nichtwahl, weil sich beide Kandidaten fundamental _nicht_ unterscheiden.

Und von McCain würde ich ebenso absolut abraten. Er mag gemäßigt sein, aber erstens hat er eine religiöse Apokalyptikerin (und das meine ich wortwörtlich) als Vizekandidatin (die ihm im Todesfall nachfolgt), zweitens wird er als Moderator den radikalen Elementen bei den Reps nichts entgegenzusetzen haben, die dann unter seinem moderaten Deckmantel operieren können, und drittens stehen wichtige Neubesetzungen im Supreme Court an, über die ein religiöser Faschismus, wie er derzeit die Reps dominiert, den USA noch langfristig massiv zu schaffen machen würde. Ganz davon abgesehen, dass das Abtreibungsrecht dann mit höchster Wahrscheinlichkeit fallen würde, was in meinen Augen ein GAU für die Menschenrechtssituation in den USA wäre.

Verfasst: Sa 6. Sep 2008, 14:21
von Rainer Zufall
dass das Abtreibungsrecht dann mit höchster Wahrscheinlichkeit fallen würde, was in meinen Augen ein GAU für die Menschenrechtssituation in den USA wäre.
Glaub ich nicht, in den USA haben se ganz andere Probleme mit Menschenrechten. Daß Abtreibung eines sei, bezweifele ich im Übrigen stark.

Verfasst: Sa 6. Sep 2008, 14:37
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
und drittens stehen wichtige Neubesetzungen im Supreme Court an, über die ein religiöser Faschismus, wie er derzeit die Reps dominiert, den USA noch langfristig massiv zu schaffen machen würde.
Kaum, denn die Demokraten haben die Mehrheit im Senat, der die Richter wählt. Es wird einem republikanischen Präsidenten also nicht anderes übrig bleiben, als moderate Kandidaten aufzubieten. Andererseits wird ein demokratischer Präsident wohl aus der ganz linken Ecke auswählen, zumal Osama, der ja jede Menge Kontakte in linksextremistische Kreise hatte.

Es geht darum, dass der Charismatiker Osama gestoppt werden muss, denn er ist im Stande, die Welt nachhaltig zu verändern. Ihm werden die Massen begeistert folgen, er wird - sollte er Präsident werden - in einem Atemzug mit den furchtbarsten US-Präsidenten genannt werden müssen: Abraham Lincoln, Wodrow Wilson, Franklin D. Roosevelt, Jimmy Carter. Es bleibt ihm nur zu wünschen, dass er - sollte er Präsident werden - das Schicksal von Lincoln und JFK teilen möge.