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Verfasst: Do 17. Jul 2008, 21:39
von Lady Enigma
Original von Montgomery Scott
Das "grundlegend" ist eben relativ. Konservativ ist, wenn man Normen schon alleine deshalb verteidigt, weil sie eben traditionell etabliert sind. Das können für Dich völlig andere Werte sein als für andere, die sich als konservativ verstehen. Aber nach meinem Empfinden und meiner Erfahrung ist der typische Standpunkt für Konservative zum Thema Sterbehilfe eben der, dass sie abzulehnen ist, weil ein solches Herangehen an das Thema Tod traditionell tabu ist.
Eben genau das ist für mich kein Konservatismus.
Schon klar, die sogenannten Fortschrittlichen(lediglich von allen guten Geistern weit fortgeschritten), verbreiten solche Lügen gern.
Normen bewahren?
Bei wahrem Konservatismus geht es um ganz grundlegende Werte, dazu gehört eben auch die Herrschafft über das eigene Sein. Zumindest in meinen Augen.
Egal, einfaches Normbewahren ist nicht konservativ sondern kleinksriert.
Du weisst ja...nicht die Asche bewahren, sondern das Feuer am brennen halten...

Verfasst: Do 17. Jul 2008, 22:45
von Montgomery Scott
Original von Rainer Zufall
Nach deinem Quote wäre jeder gläubige Katholik automatisch ein Konservativer, ein Vorwurf, dem ich verwehre.
Da verstehst Du mich falsch. Natürlich wäre ein Katholik nach meiner Definition nur dann konservativ, wenn er katholische Werte deswegen vertritt, weil sie althergebracht sind. Natürlich gibt es auch progressive Katholiken, die deshalb katholisch sind, weil sie den katholischen Glauben aus anderen Gründen vertreten.
Verfasst: Do 17. Jul 2008, 22:53
von Montgomery Scott
Original von Lady Enigma
Bei wahrem Konservatismus geht es um ganz grundlegende Werte, dazu gehört eben auch die Herrschafft über das eigene Sein. Zumindest in meinen Augen.
Die "Herrschaft über das eigene Sein"? Das hat sich doch jede politische Richtung irgendwie auf die Fahnen geschrieben. Zumindest in jedem Fall der Liberalismus und in anderer Interpretation der Kommunismus. Beim Konservatismus kann ich das mit der "Herrschaft über das eigene Sein" nun mit Abstand am wenigsten erkennen.
Egal, einfaches Normbewahren ist nicht konservativ sondern kleinksriert.
Du weisst ja...nicht die Asche bewahren, sondern das Feuer am brennen halten...
Nenn es, wie Du willst, mein Lexikon sagt zum Konservatismus: "geistige, soziale und polit. Haltung, die überlieferte Werte uind überkommene Ordnungen bejaht und grundsätzlich zu erhalten strebt. Abgesehen von extremen Formen lehnt der K. Neuerungen nicht schlechthin ab, verlangt aber von jedem, der sie vordert, den Beweis ihrer Notwendigkeit".
Vielleicht solltest Du überlegen, ob "Konservatismus" wirklich die korrekte Selbstbezeichnung für Dich ist. Was Du da beschreibst, scheint mir mit dem Konservatismus nur bedingt etwas zu tun zu haben.
Verfasst: Fr 18. Jul 2008, 11:18
von Lady Enigma
Tja, mit Lexika ist das so eine Sache, wie die letzte gedruckte Ausgabe des Brockhaus anschaulich bewiesen hat...
Aber warum sollte meine Haltung nicht konservativ sein? In Bezug auf den selbstbestimmten Tod sogar erzkonservativ, denn diese Haltung war mal Standard, ist aber schon seeehhhhr lange her.Vorchristlich... Von daher superkonservativ...

Obwohl, wenn was alt genug ist, kann es anscheinend irgendwann mal wieder als neu gelten.
Verfasst: Fr 18. Jul 2008, 13:48
von Konrad Grimm
Original von Lady Enigma
Was bitte, verstehst Du denn unter Konservatismus?
Konservatismus ist ein inhaltsleerer Begriff. Der Konservative verteidigt das Bestehende, whatever it is. Mehr ist über ihn nicht gesagt. Es ist zum Beispiel Unsinn, Monarchisten als Konservative zu bezeichnen - das sind Reaktionäre (A.H. hat sich 1933 nicht mit den Konservativen verbündet, sondern mit der Reaktion)
Und in Deutschland heute sind die konservativen Parteien eher auf der Linken - die Grünen sind erzkonservativ (BEWAHRUNG der Natur!), die Linken auch (BEWAHRUNG des Sozialstaats); was wollen CDU und CSU eigentlich bewahren, außer dem Kanzleramt...?
Konservatismus heißt Verteidigung des status quo und sonst gar nichts.
Ob Kusch "jeder Konservatismus abgeht", weiss ich nicht; jedenfalls ist er kein Christ(demokrat), weil erstens schwul ("du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einem Weibe") und zweitens für Euthanasie ("du sollst nicht töten"). Aber das räumt er ja selbst ein und ist inzwischen Mitglied bei "KUSCH" - wie armseelig, hier Schill zu kopieren.
Verfasst: Fr 18. Jul 2008, 13:53
von Montgomery Scott
Original von Lady Enigma
Tja, mit Lexika ist das so eine Sache, wie die letzte gedruckte Ausgabe des Brockhaus anschaulich bewiesen hat...
Aber warum sollte meine Haltung nicht konservativ sein? In Bezug auf den selbstbestimmten Tod sogar erzkonservativ, denn diese Haltung war mal Standard, ist aber schon seeehhhhr lange her.Vorchristlich... Von daher superkonservativ...

Obwohl, wenn was alt genug ist, kann es anscheinend irgendwann mal wieder als neu gelten.
Wie Grimm schon sagte, ist das nicht konservativ. Der Konservative verteidigt nicht das, was Vergangenheit ist sondern das, was gerade besteht, das sagt doch der Begriff schon analytisch aus.
Verfasst: Fr 18. Jul 2008, 14:01
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Ob Kusch "jeder Konservatismus abgeht", weiss ich nicht; jedenfalls ist er kein Christ(demokrat), weil erstens schwul ("du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einem Weibe") und zweitens für Euthanasie ("du sollst nicht töten"). Aber das räumt er ja selbst ein und ist inzwischen Mitglied bei "KUSCH" - wie armseelig, hier Schill zu kopieren.
Seine Position zur Sterbehilfe halte ich ganz einfach für sehr pragmatisch in Hinsicht auf die Interessen der Beteiligten. Konservative Prämissen lässt er dabei ganz konsequent außen vor, sonst könnte er gar nicht so argumentieren.
Verfasst: Fr 18. Jul 2008, 18:24
von Rainer Zufall
Original von Konrad Grimm
Ob Kusch "jeder Konservatismus abgeht", weiss ich nicht; jedenfalls ist er kein Christ(demokrat), weil erstens schwul ("du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einem Weibe") und zweitens für Euthanasie ("du sollst nicht töten"). Aber das räumt er ja selbst ein und ist inzwischen Mitglied bei "KUSCH" - wie armseelig, hier Schill zu kopieren.
Ich hatte schon immer das leise Gefühl, daß die CDU die mit am wenigsten christliche Partei in der Republik ist.
Verfasst: Sa 19. Jul 2008, 02:21
von Lady Enigma
Tja, dann deuten wir den Begriff Konservatismus wohl unterschiedlich.
Mir geht es um die Wahrung von Werten, die uralt sind. Übrigens, sie sind noch aktuell, wenn auch nicht gerade Mainstram.
Was die Begriffsbestimmung angeht, ich spreche unseren heutigen
Sprachhoheitlern schlicht das Auslegungsrecht ab. Wenn man sich mal die Entwicklung der Auslegung politischer Begriffe seit 68 anschaut, kann einem übel werden. Es ist gelungen, Simplifizierungen und Konotationen zu etablieren, die Göbbels neidisch gemacht hätten.
@Grimm: Wieso sind Monarchisten Reaktionäre? Und was verstehst Du darunter eigentlich genau?
Verfasst: Sa 19. Jul 2008, 14:30
von Konrad Grimm
Original von Lady Enigma
Wenn man sich mal die Entwicklung der Auslegung politischer Begriffe seit 68 anschaut, kann einem übel werden. Es ist gelungen, Simplifizierungen und Konotationen zu etablieren, die Göbbels neidisch gemacht hätten.
Das hat in dem Fall aber nichts mit der Deutung des Konservatismus zu tun. Das hatte andere Gründe. Bis 1918 waren die Konservativen ja die Monarchisten, denn sie verteidigten den status quo. Dann änderte sich aber der status quo, das Kaiserreich verging, die Republik kam, die Konservativen wurden zu Reaktionären - aber sie nannten sich weiter die Konservativen und wurden auch so genannt, denn auf sprachliche Genauigkeit wird selten viel wert gelegt.
@Grimm: Wieso sind Monarchisten Reaktionäre? Und was verstehst Du darunter eigentlich genau?
Reaktionäre sind solche, die in frühere Zustände zurück wollen. Ich meine den Begriff aber wertfrei, da ich nicht an Fortschritt glaube.