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Verfasst: Do 29. Nov 2007, 16:56
von Montgomery Scott
Original von Oliver von Palm
Was "Kulturimperialismus" angeht: Was ist da so schlimm dran? Ich halte Kulturen, in denen Menschen hingerichtet werden, weil sie Telefongespräche ins Ausland geführt haben, wo man ausgepeitscht wird, weil man einem Teddybären einen "falschen" Namen gab oder vergewaltigt wurde, auch für MINDERWERTIG. Solch eine Unkultur hat keinerlei Existenzrecht.
Dieser Maxime folgend hätten die Moslems Westeuropa im Mittelalter in Schutt und Asche legen müssen.
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:12
von Konrad Grimm
Original von Fabian Montary
Nein.
Und - fällt Dir dann die Wahl schwer zwischen temporärem Schmerz und permanenter Nichtexistenz?
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:17
von Angelo Falcone
Der Tod muss quasi eine positive Möglichkeit für Sozialisten sein. Schließlich sind im Tod tatsächlich alle gleich.

Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:20
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Ich finde nicht, dass diese Definition besser ist als meine. Sie ist - Juristen würden sagen: "teleologisch reduziert". Natürlich kann man sich um diese Definition streiten, bis man schwarz wird - weil eine Definition eben nur eine Definition ist, ein Name. Und Namen sind eben nur Namen und damit in gewisser Hinsicht willkürlich.
Einigen wir uns doch darauf: Guantanamo ist nicht zu vergleichen mit den Vernichtungslagern der Nazis; Guantanamo ist in einer weiten Definition des Wortes ein Konzentrationslager.
Ursprünglich wurde der Begriff hier aber natürlich nicht wertneutral eingeführt - soweit man den Begriff Konzentrationslager nach 1945 noch wertneutral benutzen kann -, sondern um Guantanamo in die Nähe der Nazis zu schieben.
Das kann man machen, das argumentum ad hitlerum ist ja auch sehr beliebt in Deutschland, aber es ist jedenfalls kein geistiger Höhenflug.
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:23
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Dieser Maxime folgend hätten die Moslems Westeuropa im Mittelalter in Schutt und Asche legen müssen.
Wäre OvP ein mittelalterlicher Araber gewesen, hätte er das vielleicht auch gefordert - womit wir wieder beim Kulturrelativismus wären. Das Sein bestimmt - so ist ja eine Kernthese des Marxismus - eben das Bewusstsein, zumindest teilweise.
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:25
von Larifari
Original von Montgomery Scott
Dieser Maxime folgend hätten die Moslems Westeuropa im Mittelalter in Schutt und Asche legen müssen.
Sie haben es ja auch versucht. Erinnerst du dich noch an Karl Martell?
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:27
von Montgomery Scott
Original von Larifari
Sie haben es ja auch versucht. Erinnerst du dich noch an Karl Martell?
Die Moslems haben Jahrhunderte über Teile Westeuropas geherrscht und die dortige Kultur weder unterdrückt noch ausgelöscht.
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:32
von Gunnar Svensson
Von der Aufbauschung der Schlachten bei Tours und Poitiers als entscheidend für das Schicksal des Abendlandes hat sich die neuere Forschung weitgehend distanziert. Von einem zentral koordinierten, großangelegten Feldzug DER Moslems gegen DIE Christen kann man zu dieser Zeit und in den folgenden Jahrhunderten ebenso wenig sprechen.
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 17:55
von Oliver von Palm
Original von Konrad Grimm
Wäre OvP ein mittelalterlicher Araber gewesen, hätte er das vielleicht auch gefordert - womit wir wieder beim Kulturrelativismus wären. Das Sein bestimmt - so ist ja eine Kernthese des Marxismus - eben das Bewusstsein, zumindest teilweise.
Richtig. Entscheidend ist das hier und heute. Heute pflegen die islamischen Staaten komplett eine menschenverachtende Gesellschaftsordnung. Kein einziger islamischer Staat achtet die Menschenrechte.
Verfasst: Do 29. Nov 2007, 18:20
von Larifari
Die neuere Forschung hat sich von so einigem distanziert, teilweise sogar vom Zusammenbruch des römischen Reiches, der von einigen Historikern mittlerweile zu einer mehr oder minder friedvollen Transformation umgedeutet wird... was sich bereits damals in meinem Geschichtsbuch niedergeschlagen hat als "Transformation der Mittelmeerwelt". Aber eine Zeit, in der Teile des ehem. römischen Reiches ökonomisch und infrastrukturell auf prä-römische, sogar bronzezeitliche Zustände zurückfielen, kann man wohl kaum als Transformation bezeichnen. Zusammenbruch und Ende der Zivilisation trifft es da wirklich eher.
Ich habe übrigens nicht einen zentral koordinierten Feldzug behauptet. Das wäre auch etwas arg verschwörungstheoretisch -- und ist für meinen Punkt im Übrigen auch gar nicht nötig.