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Verfasst: Di 13. Nov 2007, 21:14
von vSzP
Naja, Deutschland unterhält seine Soldaten ja nicht zum anbauen von Tomaten... :rolleyes:

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 21:22
von Oliver von Palm
Original von Nicolas Seroux de Fay

Wie ist dieser Satz genau zu verstehen? Ist er ironisch gemeint oder ernsthaft?

Ich war drei Jahre in der Armee und möchte die konkrete Antwort, ob du auch mich persönlich wegen dieses Umstandes als Mörder bezeichnest oder nicht!
Ich würde dich nicht als Mörder bezeichnen. Nur als jemanden, der das Morden gelernt hat.

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 21:48
von Larifari
Abgesehen davon, dass Soldaten kaum wesensmäßig Mörder sind, solange sie zu den legitimen Zwecken, die die Streitkräfte innerhalb eines Rechtstaates haben, eingesetzt werden, d.h. solange sie die Rechte der Bürger gegen äußere Feinde schützen. Der Begriff des Mörders ist da vollkommen unangemessen und unverschämt. Ein Soldat kann allenfalls akzidentell Mörder werden, aber nicht in seiner Eigenschaft als Soldat, sondern in seiner Eigenschaft als Mensch -- so wie auch jeder von uns Mörder werden kann, indem er einen Mord begeht. Aber Mörder zu sein wohnt dem Soldatentum nun nicht wesenhaft inne ...

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 22:06
von Nicolas Seroux de Fay
Wahrscheinlich sind für die Herren Zufall und von Palm auch Polizisten potentielle Mörder ... dümmer geht's nimmer.

Aber nun lassen wir mal das Jungchen Zufall noch eine Antwort geben. Bin gespannt, ob er die Kurve noch kriegt; vielleicht sollte ihm ein Rechtskundiger unter seinen virtuellen DU-Freunden langsam eine Warnung per PN rüberschieben. Ich lass mir ja viel sagen und hab breite Schultern, aber mich als Mörder bezeichnen zu lassen, ne, dass geht zu weit. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!

Also Freundchen Zufall, hier noch mal die konkrete Frage:
Ich war drei Jahre in der Armee und möchte die konkrete Antwort, ob du auch mich persönlich wegen dieses Umstandes als Mörder bezeichnest oder nicht!
Und darauf hätte ich gerne eine präzise Antwort.

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 22:09
von Larifari
Ich würde dann allerdings die Schweiz als Gerichtsort empfehlen. In Deutschland hat das BVerfG m.W. einmal geurteilt, dass es legitim sei, Soldaten per se als Mörder zu bezeichnen, solange dies nicht in Bezug auf einen konkreten Soldaten gesagt wird.

Verfassungsrichter sind Idioten, kann ich da nur erwidern.

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 22:32
von vSzP
Original von Nicolas Seroux de Fay
Wahrscheinlich sind für die Herren Zufall und von Palm auch Polizisten potentielle Mörder ... dümmer geht's nimmer.

Aber nun lassen wir mal das Jungchen Zufall noch eine Antwort geben. Bin gespannt, ob er die Kurve noch kriegt; vielleicht sollte ihm ein Rechtskundiger unter seinen virtuellen DU-Freunden langsam eine Warnung per PN rüberschieben. Ich lass mir ja viel sagen und hab breite Schultern, aber mich als Mörder bezeichnen zu lassen, ne, dass geht zu weit. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!
Bezeichnend... :rolleyes:

Die Meinungsfreiheit schützt diese - fast schon historische - Aussage. Er hat dich ja nicht persönlich als Mörder bezeichnet.

Wer weiß, wie Mord def. wird, merkt, dass die Aussage nicht 1a ist. Soldaten morden nicht, sie töten. Das ist strafrechtlich ein Unterschied. Ist das aber auch humanistisch ein Unterschied?

Ich mag hier nicht mit unschuldigen Frauen und Kindern ankommen die in den vielen Kriegen der letzten 2000 Jahre Opfer geworden sind. Wahrscheinlich sind sie zwar das stärkste Argument gegen Krieg und Soldaten und Soldatentum und all dem, was dazu gehört. Aber die Sache ist nicht immer so einfach zu sagen. Hatten es Minderheiten unter Sadam besser als jetzt?

Ich frage mich eher, wie ein Mensch dazu kommt, sich a) so zu unterwerfen und b) andere Menschen unterwerfen zu wollen. Für mich ticken die nicht richtig und das war auch eins meiner Hauptargumente im Rahmen meines 30 Seiten KDV-Antrages.

Überall da, wo es Unterwerfung gibt, haben wir auch mit verletzter Menschenwürde zu tun. Ich möchte an dieser Stelle nur einmal an den Bundeswehr-Folterskandal erinnern der im Gegensatz zu anderen Armeen zwar noch harmlos ist, aber uns doch zeigt, dass auch in der Bundeswehr solche Fälle vorkommen. Und diese Fälle gibt es auch bei der Polizei...

Für mich sind das Indizien, das diese Art der Organisation nicht mehr zeitgemäß ist. Das Prinzip von Befehl und Gehorsam, das passt zur Streitaxt und zu stinkenden Germanen, die sich in ihren Zottelfellen die Köpfe gegenseitig einhauen.

Aber nach all den menschlichen Wendungen, hin zur Wahrheit, Menschenachtung, Gleichheit, wie passt da Befehl und Gehorsam noch?

Armeen sind ein Relikt aus vergangenen Zeiten, die man schrittweise weltweit abbauen sollte. Mit den Geldern könnte man soviel gutes anfangen, dass die Welt doppelt friedlicher wäre...

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 23:23
von Larifari
Du solltest zu den Grünen gehen.

Im Übrigen kann es durchaus eine völlig gesund und rationale Entscheidung sein, Berufssoldat zu werden, um das, was einem wichtig, lieb und wertvoll ist, gegen Bedrohungen zu verteidigen. Ich sehe hier auch nicht, was die Akzeptanz des Befehl/Gehorsamschemas mit Unterwerfung, wie Du sie anscheinend meinst, zu tun hätte. Ein Angestellter unterwirft sich in dem Sinne auch nicht dem Unternehmer, der ihn beschäftigt, obwohl dort ein dem Befehl/Gehorsam-Verhältnis ganz ähnliches Verhältnis besteht. Und eine gewisse Koordination des Handelns ist bei solchen kollektiv operierenden Menschengruppen eben absolut notwendig, handle es sich um eine Armee, ein Unternehmen, oder die öffentliche Verwaltung. Ich würde daher nicht sagen, dass Befehl und Gehorsam per se schlecht sind. Sie sind vielmehr völlig in Ordnung, wenn a) das betreffende Gehorsamsverhältnis freiwillig eingegangen wurde (entweder temporär oder wieder lösbar), und b) die Befehle nicht die Rechte des Befehligten verletzen oder dieser genötigt wird, die Rechte anderer zu brechen.

Im Übrigen sehe ich auch nichts zwingend Gravierendes daran, dass Soldaten töten. Die Frage ist eher: Unter welchen Umständen töten sie wen? Und da muss ich sagen: Wenn unsere Soldaten unsere Freiheit und Rechte verteidigen, indem sie unsere Feinde töten, die uns bedrohen oder aggressiv gegen uns vorgehen, dann halte ich solche Tötungen sogar für einen zutiefst moralischen Akt -- und die Gegner für rechtslos.

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 23:34
von Konrad Grimm
Original von Larifari
Wenn unsere Soldaten unsere Freiheit und Rechte verteidigen, indem sie unsere Feinde töten, die uns bedrohen oder aggressiv gegen uns vorgehen, dann halte ich solche Tötungen sogar für einen zutiefst moralischen Akt -- und die Gegner für rechtslos.
Uns, uns, ich höre immer uns. Meine sind das nicht.

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 23:44
von Palin Waylan-Majere
Original von Larifari
Wenn unsere Soldaten unsere Freiheit und Rechte verteidigen, indem sie unsere Feinde töten, die uns bedrohen oder aggressiv gegen uns vorgehen, dann halte ich solche Tötungen sogar für einen zutiefst moralischen Akt -- und die Gegner für rechtslos.
Zum Glück bestimmst nicht du, wer rechtslos ist, sondern völkerrechtliche Abkommen wie die Haager Landkriegsordnung und die Genfer Konvention.

Verfasst: Di 13. Nov 2007, 23:44
von Palin Waylan-Majere
Original von Konrad Grimm

Uns, uns, ich höre immer uns. Meine sind das nicht.
Der böse Kollektivismus schlägt um sich. ;)