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Verfasst: Do 8. Nov 2007, 17:29
von Oliver von Palm
Original von Larifari

Kantianischer Dreck.
Was hast du denn so gegen Kant?

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 17:31
von Larifari
Original von Oliver von Palm
Was hast du denn so gegen Kant?
Er ist der Zerstörer der Vernunft und der Säkularisierer und Verfestiger einer altruistischen "Pflicht zur Selbstzerstörungs"moral.

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 18:48
von Oliver von Palm
Original von Larifari

Er ist der Zerstörer der Vernunft und der Säkularisierer und Verfestiger einer altruistischen "Pflicht zur Selbstzerstörungs"moral.
Das siehst DU so.

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 20:04
von Damian Fuller
Original von Heinrich Julius von Jagonburg

Das stimmt nicht ganz. Der SPD-Begriff nennt sich "Chancengerechtigkeit" ;)
Ich bin seit Jahren SPD-Mitglied und der Begriff "Chancengleichheit" wurde auch jahrelang und häufig verwendet. Im Zeichen der Positionierung des Begriffes "Gerechtigkeit" in praktisch jedem zweiten Satz wurde wohl aus Marketing-Gründen auf "Chancengerechtigkeit" umgestellt. Ist aber in beiden Fällen die Betonung der Gleichheit aka sozialen Austarierung gemeint.

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 20:06
von Damian Fuller
Original von Rainer Zufall
Der Kapitalismus hat ein entscheidendes Defizit: Er wird die Armut niemals ausmerzen können, sein Wesen bedingt Armut und Reichtum.
Stimmt. Sein Wesen bedingt aber vor allem auch, dass diese Armen überleben können, was sie im Feudalismus nicht oder nur wenn gerade mal keine Armuts-Seuche oder Hungersnot ausbrach, konnten.

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 20:11
von Rainer Zufall
Das bestreite ich: Im klassischen Kapitalismus ist es m.E. genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich zu überleben wie im Feudalismus. Ich nehme nicht an, daß es dem englischen Industriearbeiter 1810 besser ging, als dem russischen Landwirt zur selben Zeit..

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 20:16
von Damian Fuller
Original von Rainer Zufall
Das bestreite ich: Im klassischen Kapitalismus ist es m.E. genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich zu überleben wie im Feudalismus. Ich nehme nicht an, daß es dem englischen Industriearbeiter 1810 besser ging, als dem russischen Landwirt zur selben Zeit..
Betrachten wir doch mal Bevölkerungsentwicklung, Anzahl der Hungersnöte, Entwicklung von Lebenserwartung und medizinischer Versorgung (was alles mit der Erwirtschaftung von Wohlstand zusammenhängt) im Vergleich vom sich früh industrialisierenden England zum bis ins 20. Jahrhundert vorwiegend agrarisch geprägten Russland.

Und man sollte dabei nicht nur einen der ärmsten Arbeiter Englands 1810 mit einem der wohlhabendsten Groß-Landwirte Russlands vergleichen. Nur dass man ehrlich ist und nicht die Statistiken so verfälscht vergleicht, wie es einem ideologisch passt.

Ganz ehrlich: Wenn Du da interessante und aussagekräftige Statistiken findest. teile mir dies mit. Mich interessierts auch. ;)

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 22:33
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Oliver von Palm
Das siehst DU so.
Aber nicht nur er. Wenn jeder Mensch nach Kants Ethik handeln würde, wären wir schon längst am Abgrund.

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 22:43
von Larifari
Der sich gerade erst entfaltende Kapitalismus der Industrialisierung hat die Armut nicht geschaffen; er hat sie vom "Feudalismus" (ein dummer, in der Geschichtswissenschaft verpönter Begriff) geerbt. Und dann Schritt für Schritt langsam reduziert. Aber solche Wunder, wie der Kapitalismus sie damals vollbracht hat, geschehen eben nicht über Nacht.

Verfasst: Do 8. Nov 2007, 23:00
von Larifari
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Wenn jeder Mensch nach Kants Ethik handeln würde, wären wir schon längst am Abgrund.
Es gibt einen sehr bezeichnenden Satz von Wilhelm Windelband dazu, in seinem Lehrbuch der Geschichte der Philosophie:

"Mit tiefem Ernst nimmt Kant den Gedanken auf, dass die Entwicklung der Zivilisation nur auf Kosten der individuellen Glückseligkeit erfolgt."

Sorry, aber das ist doch irre?!