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Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 17:51
von Amber Marie Ford
Original von Oliver von Palm
Ich will eh verbrannt werden. Und vorher NICHT ausgeweidet.
Ich habe einen "Ich will ausgeweidet werden"-Ausweis, weil mich allein die Vorstellung, dass ich oder ein mir nahestehender Mensch möglicherweise eines Tages vermeidbar, vielleicht sogar qualvoll, sterben muss, weil irgendein Egoist sich mitsamt seinen Organen, welche Leben rettem könnten, verbrennen oder vergraben lässt, unfassbar traurig und wütend macht.

Nichts desto minder respektiere ich es, wenn jemand aus religiösen oder philosophischen Gründen darauf besteht, aber ich hielte es im Interesse der Humanität für zwingend geboten, das Verfahren umzukehren, so dass man nicht mehr erklären muss, mit einer Ausweidung einverstanden zu sein, sondern dieser widersprechen muss, wenn man sie ablehnt.

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 17:56
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Ich will eh verbrannt werden. Und vorher NICHT ausgeweidet.
Mir ist völlig egal, was mit "mir" passiert, wenn "ich" tot bin. ICH bin dann nicht mehr.

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 17:59
von Oliver von Palm
Das sind auch nur Glaubensüberzeugungen, Thorsten.

Zum Wort "ausweiden":

Behandelt man den Organspender anders als ein Schlachttier? Ich glaube nein. Deshalb ist das Wort "ausweiden" passend.

@AMF

Wie gesagt: Ich bin aus ethischen Erwägungen dagegen.

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:05
von Amber Marie Ford
Ich habe einmal, ist schon eine Weile her, darum erinnere ich mich leider nicht mehr an die Quelle, etwas über Religiösität unter Naturwissenschaftlern gelesen. Überraschenderweise (?) finden sich unter diesen prozentual mehr Gläubige als unter der Gesamtbevölkerung, und die "gläubigste" naturwissenschaftliche Disziplin ist - die Biologie! ;)

Insofern ist die Annahme, der Tod sei das Ende des Seins nicht nur auch nur ein Glaube, er kann gemessen an seinen Verfechtern noch nicht einmal besondere intellektuelle Weihen für sich beanspruchen.

Und ich bin - für mich persönlich - aus ethischen Erwägungen für die Organspende, wobei es jedermanns selbstverständliches Recht ist, dem zu Lebzeiten zu widersprechen.

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:15
von vSzP
Schon rein aus physikalischen Gründen müsste es mir ohne Organe (die wiegen ja auch einiges ;)) leichter fallen in den Himmel zu gelangen als mit ;)

*hust*

Es wäre ein Schritt in mehr Humanität und auch Verantwortung für den nächsten wenn jeder - der keine anderslautende Erklärung abgegeben hat - für Organtransplationen zur Verfügung stehen würde. Aber dazu müsste das Thema in Schulen, Kirchen, Parteien etc. viel mehr aufgearbeitet werden. Ich habe aber festgestellt, dass viele Menschen sich ein Organspendeausweis anschaffen wenn man offen und ehrlich mit ihnen vorher geredet hat.

Im Übrigen sind gerade die strengen Vorschriften in Deutschland ein Grund dafür, warum soviele Menschen einen Organspendeausweis haben. Sollten diese Gesetze gelockert werden, würde ich es mir auch überlegen, ob ich meinen Ausweis behalte. Denn ich hab keine Lust, dass meine Organe nur für Geld verscherbelt werden...

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:16
von vSzP
Original von Oliver von Palm
Zum Wort "ausweiden":

Behandelt man den Organspender anders als ein Schlachttier? Ich glaube nein. Deshalb ist das Wort "ausweiden" passend.
Vielleicht solltest du einfach weniger glauben...

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:24
von Konrad Grimm
Original von Amber Marie Ford
Insofern ist die Annahme, der Tod sei das Ende des Seins nicht nur auch nur ein Glaube, er kann gemessen an seinen Verfechtern noch nicht einmal besondere intellektuelle Weihen für sich beanspruchen.
Intellektuelle Weihen sind auch kein Maßstab für irgendwas.
Ich halte mich an die Regel "Wenn es keinen Grund gibt, an etwas zu glauben, dann ist das ein Grund, nicht daran zu glauben."

Sachstand ist: Weder für "Gott" noch "Seele" noch "Leben nach dem Tod" gibt es irgendeinen Hinweis. Im Gegenteil können aber Psychologen und Neurologen erklären, warum Menschen trotzdem daran glauben.

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:28
von vSzP
Wo ist denn das problem, wenn man an einen Gott glaubt? Solang man im Namen dieses Gottes keinen Krieg anführt ist das doch eine... Privatsache.

ich will nicht irgendwann man vor Gottes Tür stehen und ne Abfuhr bekommen nur weil mir ist so ein Depp (,)) aus dem DU-Forum weiß machen wollte, dass es Gott nicht gibt.

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:46
von Konrad Grimm
Sicher. Es steht jedem frei, in Ignoranz zu verharren.

Verfasst: So 3. Jun 2007, 02:32
von Michael Schneider
Original von Konrad Grimm
Sicher. Es steht jedem frei, in Ignoranz zu verharren.
So wie Du mit deiner absoluten Intoleranz und "ich weiß ja doch alles besser"-Einstellung.

Jeder soll frei entscheiden können, ob er seinen Körper verstümmeln möchte udn keinerlei Zwang dazu haben, weder irgendwelche vorgeblichen moralischen noch pekuniären Gründe.