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Verfasst: Do 7. Jun 2007, 15:35
von vSzP
*gacker gacker*
Original von Nina Rügen
...nur widerlich und leider auch so nicht in der presse beschrieben wprden, obwohl auch viele pressevertreter ganz schön was abbekommen haben
Sie werden es wohl nicht als widerlich gesehen haben...
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 15:38
von Zachary J. Mason Smith
Original von Marko Untrial
Naja, ausser bei den Gästen (China) und eventuell Putin möchte ich das mit der demokratischen Wahl doch annehmen? Oder was für Bedingungen müssten für dich gelten, damit für dich ein Regierungschef als demokratisch gewählt gilt?
Jetzt ist's okay, wenn das eventuell vor Putin wegkommt.
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 15:41
von Konrad Grimm
Original von vSzP
Vielleicht, weil er die letzten 60 Jahre miterlebt hat?
Damit hat er also mehr Erfahrung. Gut. Alle Erfahrung bezieht sich auf Empirie. Empirie bezieht sich auf das Sein. Aus einem Sein folgt kein Sollen.
Ergo ist ein 80jähriger nicht besser befähigt, normative Aussagen zu treffen, als ein 18jähriger.
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 16:27
von Oliver von Palm
Original von Palin Waylan-Majere
Das wäre ja noch die Höhe, wenn die 3. Welt irgendwie souverän wäre. Wo bekämen wir dann unseren Sklaven ("Wohlstand") her?
Souveränität heißt auch Nichteinmischung in die Inneren Angelegenheiten. Wird von Irakkrieggegnern regelmäßig als Argument bedient. Und ja: Die Frage ist tatsächlich, wo wir hinkämen, wenn die 3. Welt die Wirtschaftspolitik der 1. Welt mitbestimmen dürfte.
Patente: Wenn hier mehr geforscht wird, ist es nur logisch, dass hier die meisten Patente liegen.
:wall:
Erklär mir mal, wie Länder mit astronomischen Analphabetenzahlen und auch ansonsten äußerst schlechten Vorraussetzungen forschen sollen, wenn auch noch "brain drain" dazu kommt? Diejenigen, die keinen Zugang zu Bildung haben, fristen ihr Dasein unter der Bedrohung von Krankheit, Hunger und Krieg und die Gebildeten werden gezielt abgeworben.
[/QUOTE]
SIcher. Mir ging es hier mehr um die schwachsinnigen antiwestlichen Behauptungen, es sei nicht ok, dass die G8-Staaten die meisten Patente halten.
Wg. Aids-Medikamente: Weißt du, was die Entwicklung von solchen Mitteln kostet? Diese Entwicklung schlägt sich natürlich in den Preisen nieder, die auch du und ich über unsere Kassenbeiträge mitbezahlen. Damit diese Mittel in Afrika bezahlbar wären, müßte man dort aber massiv mit den Preisen runtergehen. Um diese Verluste zu kompensieren, würden wahrscheinlich die Preise hier wieder angehoben und würden unser ohnehin teures Gesundheitssystem noch mehr verteuern. Du hast anscheinend keine Ahnung von diesen Zusammenhängen.
Um dich mal von deinem Eurochauvinismus runterzuholen: Glaubst du etwa, die deutsche Industrialisierung war nur auf hausgemachte Innovation gebaut? Oder könnte es nicht auch sein, dass englische Maschinen nachgebaut wurden?[/quote]
Was vor 140 Jahren war, ist unwesentlich.
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 16:31
von Oliver von Palm
Original von Nina Rügen
@ medikamente
die entwickler würde die einbußen kaum mekren wenn die medikamente in afrika zum produktionspreis weitergegeben werden, da die afrikanischen länder sich ohnehin die teuren moderen medis nicht leisten können und so der absatz dort gegen 0 tendiert und wem würde da ein zacken aus der krone fallen diese dort freizugeben?
Ach, die würden es kaum merken?
Diese Statistik besagt, dass über die Hälfte der Aidskranken im südlichen Afrika leben. Wenn man die alle versorgen wollte, würde man das kostenmäßig sehr schnell merken.
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 19:38
von Shiri Gurion
Der wirksamste Schutz vor Aids wäre Aufklärung und die kostenlose Verteilung von Kondomen. Das wäre mal Entwicklungshilfe.
Allgemein bin ich völlig
gegen eine weitere Erhöhung der Hilfen für Afrika. Seit den 1960er Jahren sind mehr als 1 Billiion Dollar nach Afrika geflossen - ohne substanzielle Verbesserungen.
Was Afrika braucht, ist dauerhafter Frieden und Stabilität, gepaart mit Bildung, Bildung, Bildung. D.h., man müsste die Waffenlieferungen an die Afrikanischen Staaten einstellen. Dazu braucht es nicht mehr Geld zur Entwicklungshilfe, etwa, um den nächsten sinnlosen Brunnen in der Sahelzone zu buddeln, damit der Grundwasserstand dort noch weiter sinkt.
Edit: Bekanntgabe: Beitritt zur Studivz-Gruppe "Pro G8 Gipfel und Globalisierung"

Verfasst: Do 7. Jun 2007, 20:49
von Jonathan Metternich Hughes
Der erste Schritt wäre das Aufhören vom Gerede über "Afrika", als wäre es ein Staat mit identischen Problemen, das Scheren über einen Kamm, das einseitige Sehen und das dementsprechende Beurteilen. Das wird der Komplexität des Problems nicht gerecht.
Weder wird "Afrika" immer unterdrückt noch verschwindet in "Afrika" jeder Cent der Entwicklungshilfe in dunklen Kanälen.
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 21:34
von Fiete Schulze
Scheiße...habe ich Sonnenbrand, aber das Konzert war geil;)
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 21:51
von Montgomery Scott
Original von Jonathan Metternich
Der erste Schritt wäre das Aufhören vom Gerede über "Afrika", als wäre es ein Staat mit identischen Problemen, das Scheren über einen Kamm, das einseitige Sehen und das dementsprechende Beurteilen. Das wird der Komplexität des Problems nicht gerecht.
Weder wird "Afrika" immer unterdrückt noch verschwindet in "Afrika" jeder Cent der Entwicklungshilfe in dunklen Kanälen.
Man kann aber durchaus von in "Afrika" vorherrschenden Problemen mit ähnlichen Ursachen reden:
-Handlungsunfähige Staaten
-Weitreichende Macht von Warlords
-Am Boden liegende Wirtschaft, die fast keinen Arbeitsmarkt für Geringqualifizierte bietet
-klimatisch bedingt geringe Erträge aus Landwirtschaft, was zur Bildung von Slums und extremer Armut auf dem Land führt
-rasante Verbreitung von Aids durch schlechte Hygiene und mangelnde medizinische Versorgung
-weitreichende Korruption aufgrund undemokratischer Regimes und handlungsunfähiger Staaten
Der Einfluss der Industriestaaten insbesondere im letzten Jahrhundert aber auch schon davor hat großen Anteil an der Misere. Zuerst wurden durch den Kolonialismus traditionelle ökonomische Strukturen zerstört, später wurden korrupte Diktatoren von den Supermächten unterstützt und schließlich haben sich diese Regimes so lange bekriegt, bis kein Grashalm mehr auf den Schlachtfeldern wuchs. Das könnte man beliebig weiter ausführen. Klar trifft nicht jeder Punkt auf jeden afrikanischen Staat zu aber die Geschichte des Verhältnisses von Industriestaaten und afrikanischen Staaten lässt sich so treffend zusammenfassen.
Verfasst: Do 7. Jun 2007, 22:03
von Jonathan Metternich Hughes
Original von Montgomery Scott
-Handlungsunfähige Staaten
-Weitreichende Macht von Warlords
-Am Boden liegende Wirtschaft, die fast keinen Arbeitsmarkt für Geringqualifizierte bietet
-klimatisch bedingt geringe Erträge aus Landwirtschaft, was zur Bildung von Slums und extremer Armut auf dem Land führt
-rasante Verbreitung von Aids durch schlechte Hygiene und mangelnde medizinische Versorgung
-weitreichende Korruption aufgrund undemokratischer Regimes und handlungsunfähiger Staaten
Das ist Unsinn; das mag auf eine Reihe von Staaten zutreffen, aber mit "Reformunfähigkeit" charakterisiert man auch nicht "Europa", sondern nur eine Reihe europäischer Staaten. Weil es auf mehr als zwei Akteure zutrifft, gilt es nicht für "Afrika" in seiner Gesamtheit.
Der Einfluss der Industriestaaten insbesondere im letzten Jahrhundert aber auch schon davor hat großen Anteil an der Misere. Zuerst wurden durch den Kolonialismus traditionelle ökonomische Strukturen zerstört, später wurden korrupte Diktatoren von den Supermächten unterstützt und schließlich haben sich diese Regimes so lange bekriegt, bis kein Grashalm mehr auf den Schlachtfeldern wuchs. Das könnte man beliebig weiter ausführen. Klar trifft nicht jeder Punkt auf jeden afrikanischen Staat zu aber die Geschichte des Verhältnisses von Industriestaaten und afrikanischen Staaten lässt sich so treffend zusammenfassen.
Das erinnert mich an eine Anekdote über den sambischen Oppositionsführer, die mir Bekannte in Sambia jüngst bestätigt haben, nachdem ich sie zuerst im Spiegel gelesen hatte. Besagter Herr hatte als ersten Punkt seines Wahlprogramms sinngemäß die Wiedereinführung der britischen Kolonialherrschaft. Weswegen? Er sprach davon, dass der chinesische Einfluss längst den der Briten erreicht habe, dass sich die Pseudkommunisten aber einen Dreck um den Lebensstandard und die zivilisatorische Qualität des Landes scherten, sondern die dort lebenden Menschen schlimmer als die Briten bis zum Tode ausbeuteten. Wenn ich das richtig verfolgt habe, ist das im subsaharischen Afrika kein Einzelfall; dort spielt China inzwischen (beispielsweise auch im Sambia benachbarten Namibia) eine weitaus größere Rolle für die einfachen Menschen (Zerstörung des Agrar-, Textilmarktes, Zersetzung der gewerkschaftlichen Organisationsverbünde, gezielte Förderung der Korruption durch - nun ja, Korruption eben etc.).
Wann war eigentlich die letzte Anti-China-Demo der selbsternannten Weltgerechtigkeitler?