Seite 24 von 25

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 15:32
von Montgomery Scott
Original von Oliver von Palm

Der Shah war nicht vom Westen installiert, sondern nur protegiert, und die wenigsten Iraner hatten damals einen Hass auf die westliche Lebensweise.
Völlig richtig und der einzige Ausweg aus der von den USA gestützten Diktatur war damals dieser religiöse Fundamentalist.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 15:33
von Oliver von Palm
Original von Montgomery Scott

Völlig richtig und der einzige Ausweg aus der von den USA gestützten Diktatur war damals dieser religiöse Fundamentalist.
Besser ist für die Menschen aber nichts geworden, das sollten die doch selbst langsam merken. Selbst unter dem Schah ging es den Leuten besser als heute.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 15:40
von Montgomery Scott
Ich denke mal, das hält sich die Waage. Aber der Punkt ist: Unter den Fundamentalisten ist der Iran wenigstens souverän.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 15:41
von Oliver von Palm
Original von Montgomery Scott
Ich denke mal, das hält sich die Waage. Aber der Punkt ist: Unter den Fundamentalisten ist der Iran wenigstens souverän.
Du meinst, dass ist es, was für die Iraner zählt? Nicht bessere Lebensbedingungen, sondern nur, dass ihr Staat souverän ist?

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 15:43
von Montgomery Scott
Natürlich. Ehrgefühl soll ja im islamischen Kulturkreis gerüchteweise kein ganz unwichtiger Faktor sein. Und heute gibt es im Iran wenigstens im Ansatz Demokratie. Davon konnte man unter dem Schah weiß Gott nicht sprechen.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 15:46
von Oliver von Palm
Original von Montgomery Scott
Natürlich. Ehrgefühl soll ja im islamischen Kulturkreis gerüchteweise kein ganz unwichtiger Faktor sein. Und heute gibt es im Iran wenigstens im Ansatz Demokratie. Davon konnte man unter dem Schah weiß Gott nicht sprechen.
In einem äußert geringen Ansatz vielleicht.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 16:01
von Montgomery Scott
Wenn die USA eine "Demokratie" sind, ist der Iran auch eine. Da kommt wenigstens der Mann an die Macht, der am meisten Stimmen bekommt.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 16:14
von Oliver von Palm
Original von Montgomery Scott
Wenn die USA eine "Demokratie" sind, ist der Iran auch eine. Da kommt wenigstens der Mann an die Macht, der am meisten Stimmen bekommt.
Bush hat die meistens Stimmen im Electoral College gehabt.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 16:25
von Montgomery Scott
Richtig, aus dem Volk (nach dem vor sehr langer Zeit mal jemand die "Demokratie" benannt hat) hatten bei seiner ersten Wahl aber weit mehr Menschen Al Gore die Stimme gegeben.

Im Übrigen: Wie wir uns erinnern, sollte ein Staat (ich meine Florida) aufgrund von Unregelmäßigkeiten neu ausgezählt werden, bis die konservativen Richter am Supreme Court das verhinderten. Ich würde fast tippen, das sowas im Iran nicht passiert.

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 17:21
von Montgomery Scott
Es passt nicht genau in die Diskussion aber in einem Buch, das ich gerade lese, habe ich eine Textstelle gefunden, die ein gutes Beispiel für die Verzerrung abgibt, die die Berichterstattung in der westlichen Welt auf die hiesige Wahrnehmung des Islam ausübt. Zum Thema Balkan-Krieg:
  • Bis heute bleibt ihnen die öffentliche Schande dafür überwiegend erspart, weil die internationalen Medien immer von "den Kroaten" und "den Serben" sprachen und die Religion nur ins Feld führten, wenn von "den Muslimen" die Rede war. Doch die Begriffstrias "Kroate", "Serbe" und "Muslim" ist uneinheitlich und irreführend, da es sich um zwei Nationalitäten und eine Religion handelt - Vergleichbares geschieht in der Berichterstattung über den Irak mit den drei Begriffen "Sunniten", "Schiiten" und "Kurden". (...) Doch die religiöse Terminologie war den "Muslimen" vorbehalten, sogar dann noch, als deren Mörder sich die Mühe machten, sich mit einem großen orthodoxen Kreuz auf dem Schultergurt oder Bildern der Jungfrau Maria auf dem Gewehrkolben kenntlich zu machen.

    - Christopher Hitchens: Der Herr ist kein Hirte, S. 35f