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Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 18:54
von Baudouin de Billancourt
Original von Konrad Grimm
Der Markt tut, was die gesamte Existenz tut: Expansion, Überexpansion, Kollaps.
Du weißt sehr wohl, dass das bei Betrieben und einzelnen Wirtschaftszweigen der Fall sein kann, nicht aber den Markt als Ganzen betreffen kann, sofern er ein tatsächlicher Markt ist. Inwiefern Du diese drei Phänomene auf die "gesamte Existenz" beziehst, ist mir auch nicht klar.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:06
von Baudouin de Billancourt
Original von Oliver von Palm
Eigentlich ist es egal, ob wir nun Kapitalismus oder Sozialismus haben: Der großen Menge der Menschen bringt beides nichts.
Der Kapitalismus hat bewirkt, dass du nicht 14 Stunden jedes einzelnen Tages auf dem Acker verbringen musst.
Im einen wie dem anderen System wird hauptsächlich ausgebeutet.
Wie soll Ausbeutung im Kapitalismus denn bitte funktionieren?
Und bevor jetzt jemand sagt: "Aber es hat noch nie einen echten Sozialismus/Kapitalismus gegeben", stelle ich die Gegenfrage: Wie soll es auch diese Idealbilder geben?
? Was soll denn "echter" Sozialismus sein? Es gibt etliche Varianten des Kollektivismus (wozu alle Variationen des Sozialismus zählen), und jede einzelne Form hat eine beträchtliche Anzahl von Menschenleben auf dem Gewissen. Für weitere Experimente - die wieder das Gleiche bedeuten würden - ist mir mein Leben zu wertvoll (sofern ich sterben würde, was nicht unwahrscheinlich wäre) und zu kurz (sofern ich überleben würde).
"Echter" Kapitalismus ist reiner Laissez-Faire-Kapitalismus. Es wird ihn geben, wenn man einen Staat gründet, der seine einzig legitimen Aufgaben wahrnimmt und nicht mehr: Polizei, Justiz und Militär. Die USA waren schon sehr nahe dran.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:08
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Der Markt tut, was die gesamte Existenz tut: Expansion, Überexpansion, Kollaps.
Was ist nur aus Dir geworden.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:17
von Fabian Montary
Original von Baudouin de Billancourt

Salz hin- und herschieben? Du bräuchtest schon mehr als 500 g, als ein Brötchen zu bezahlen. Goldklumpen schieben? Unter einem Klumpen versteh ich schon ein Stück, das mindestens so groß wie eine Zigarettenschachtel ist; damit könntest du eine Mercedes E-Klasse bezahlen. Ich weiß nicht, was sich durchsetzen würde; höchstwahrscheinlich Gold und Silber, und zwar in Form von kleinen, praktischen Münzen. Das ist jahrhundertelang erprobt und bewährt. Und damit würde heute niemand eine schwere Finanzkrise fürchten müssen. Nicht (nur), weil er reale Werte mit sich tragen würde, sondern weil Krisen solch besonderen Ausmaßes unmöglich wären, sofern sie nicht durch außerordentliche Naturkatastrophen oder Ähnliches ausgelöst würden.
lol?

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:42
von Baudouin de Billancourt
Original von Fabian Montary
lol?
Was willst du mir damit sagen? Ich habe nun wirklich zu viele Punkte genannt, als dass ich dein Lachen auf irgendetwas Bestimmtes davon beziehen könnte.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:51
von Palin Waylan-Majere
Original von Konrad Grimm
Ausgerechnet angesichts einer Wiederkehr der Stagflation der 70er Jahre
Welche Stagflation? Erst Wachstum, dann Ölpreisexplotion, nach Konjunkturprogramm dann 4 Jahre durchschnittlich 3,8 % Wachstum. Davon können wir heute träumen.
Alle Konjunkturprogramme sind nationalstaatlich beschränkt. Es gibt aber gar keine nationale Konjunktur mehr.
Das wird gar nicht belegt. Wir hätten hierzulande durchaus Spielraum für Konjunkturprogramme gehabt, in den 90ern gab es wirtschaftliche Erholungen auf keynesianischem Wege in England und auch anderswo.
Gleichzeitig wiederholt sich wie in der Stagflation der 70er Jahre das Dilemma der Geldpolitik als Dilemma der Konjunkturpolitik. Die Notenbanken müssten den Leitzins erhöhen, um die Inflation zu bannen; andererseits müssten sie den Leitzins senken, um die absaufende Konjunktur zu stabilisieren.
Es gibt genügend Beispiele, bei denen Zentralbanken nicht an diesem scheinbaren Gegensatz gescheitert sind.

Und lustige Kreationen wie "Absturz der globalen Defizitkonjunktur" werden da auch einfach hingeworfen. Der Artikel ist Quark, der Autor ist genau wie unser Finanzminister voll mit Vorurteilen. Woher kamen denn die gestiegenen Steuereinnahmen 2006 und 2007? Vom Mond oder von der Verbesserung der Konjunktur?

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:52
von Palin Waylan-Majere
Original von Baudouin de Billancourt

Der Kapitalismus hat bewirkt, dass du nicht 14 Stunden jedes einzelnen Tages auf dem Acker verbringen musst.
Das war ein Ergebnis des technischen Fortschritt will ich mal meinen.

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 19:56
von Kreittmayr
Original von Palin Waylan-Majere
Das war ein Ergebnis des technischen Fortschritt will ich mal meinen.
Und was sind die Voraussetzungen des Fortschritts und der Möglichkeit seiner tatsächlichen Implementierung?

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 20:09
von Damian Fuller
Original von Palin Waylan-Majere
Woher kamen denn die gestiegenen Steuereinnahmen 2006 und 2007? Vom Mond oder von der Verbesserung der Konjunktur?
Die Auswirkungen der Agenda 2010. :D

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 20:12
von Palin Waylan-Majere
Original von Damian Fuller

Die Auswirkungen der Agenda 2010. :D
Jo, wegen der war unser Wachstum im Vergleich zum Rest der EU auch eher mau. Tolle Agenda.