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Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 13:38
von Oliver von Palm
Original von Kreittmayr
Geld entsteht auf ganz natürlichem Wege aus indirekten Tauschbeziehungen, nämlich als die marktgängigste Ware. Da brauch es kein staatliches Fiat.
Dann war also die Zeit nach dem 2. Weltkrieg mit ihrem Zigarattenwährungsschwarzmarkt der perfekte Kapitalismus?
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 13:46
von Kreittmayr
Original von Oliver von Palm
Im einen wie dem anderen System wird hauptsächlich ausgebeutet.
Which is non-sense.
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 13:47
von Kreittmayr
Original von Oliver von Palm
Dann war also die Zeit nach dem 2. Weltkrieg mit ihrem Zigarattenwährungsschwarzmarkt der perfekte Kapitalismus?
Diese Aussage drückt ein ungeheures Maß an intellektueller Unaufrichtigkeit aus.
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 16:25
von Konrad Grimm
Komisch, komisch, jetzt muss ich schon Kommentaren von Linksaußen recht geben:
Robert Kurz
DAS ELEND DER KONJUNKTURPOLITIK
Eine Auferstehung des Keynesianismus ist mehr als zweifelhaft
Je deutlicher sich der Absturz der globalen Defizitkonjunktur abzeichnet, desto lauter werden die Rufe nach einem staatlichen Konjunkturprogramm, vom Wirtschaftsweisen Bofinger über Wirtschaftsminister Glos und die Gewerkschaften bis ins linke politische Spektrum. Ausgerechnet angesichts einer Wiederkehr der Stagflation der 70er Jahre werden Varianten der keynesianischen Rezepte exhumiert, die damals gerade gescheitert waren und die kapitalistischen Eliten eine Flucht nach vorn in die „neoliberale Revolution“ antreten ließen. Jetzt kehren dieselben Probleme auf höherem Niveau der Globalisierung zurück. Es ist mehr als zweifelhaft, dass der offensichtliche Bankrott der neoliberalen Doktrin durch eine Auferstehung des Keynesianismus bewältigt werden kann.
Alle Konjunkturprogramme sind nationalstaatlich beschränkt. Es gibt aber gar keine nationale Konjunktur mehr. Was statistisch noch als solche ausgewiesen wird, ist längst Bestandteil einer integrierten Weltkonjunktur mit einseitiger Exportorientierung, die ihren Fluchtpunkt im defizitär gesponserten „Konsumwunder“ der USA hatte. Wenn dieser Sog aufhört, was erst noch bevorsteht, ist ein negativer Domino-Effekt über den Verkettungszusammenhang der Weltwirtschaft zu erwarten. Der konjunkturelle Abschwung in der gesamten EU, in Osteuropa und teilweise auch bereits in Asien ist nur der Vorbote dieser Entwicklung. Nationale Konjunkturprogramme können unter diesen Bedingungen bestenfalls die Wirkung des berühmten Tropfens auf den heißen Stein haben. Gleichzeitig wiederholt sich wie in der Stagflation der 70er Jahre das Dilemma der Geldpolitik als Dilemma der Konjunkturpolitik. Die Notenbanken müssten den Leitzins erhöhen, um die Inflation zu bannen; andererseits müssten sie den Leitzins senken, um die absaufende Konjunktur zu stabilisieren. Staatliche Konjunkturspritzen mittels zusätzlicher Kreditaufnahme, wie es das keynesianische Rezept vorsieht, würden dieses Dilemma verschärfen. Denn eine steigende staatliche Kreditnachfrage treibt den Marktzins nach oben, verteuert die Investitionen und verstärkt das inflationäre Potential.
Außerdem ist das keynesianische Pulver in Wirklichkeit schon verschossen. Denn der Neoliberalismus war keynesianischer, als er glauben machen wollte. Die staatlichen Interventionen gingen nur in eine andere Richtung; nicht mehr in Sozialprogramme oder in Bildungsinvestitionen und Infrastrukturen. Einerseits war es der Rüstungs-Keynesianismus seit Präsident Reagan, der die Ströme des überschüssigen globalen Geldkapitals in die USA als „sicheren Hafen“ lenkte. Andererseits machten die Orgien der Deregulierung und Privatisierung den Weg frei für die „Vermögensinflation“ der Finanzblasen-Ökonomie, von der die Weltkonjunktur befeuert wurde. Mit der globalen Finanzkrise und dem ebenso globalen Inflationsschub als Folge geht dieses defizitäre Wachstum zu Ende. Um eine „Kernschmelze“ des Finanzsystems zu verhindern, mussten die Staaten bereits gewaltige Summen für die Sanierung der Bankbilanzen aufbringen; und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Der Rüstungs-, Finanzblasen- und Sanierungs-Keynesianismus hat die staatlichen Möglichkeiten schon ausgereizt, bevor zusätzliche Konjunkturprogramme überhaupt in Erwägung gezogen werden können.
Der immer noch neoliberale Mainstream der Ökonomen fordert statt eines Konjunkturprogramms weitere „marktwirtschaftliche Reformen“ vor allem bei der Deregulierung des Arbeitsmarkts. Hinsichtlich der Konjunktur springt die Unlogik dieser Argumentation ins Auge. Schon die bisherige Agenda 2010 hat dazu geführt, dass die angeblichen „Beschäftigungserfolge“ der staatlichen Zwangsverwaltung durch Billiglohn und Zeitarbeit mit einem Austrocknen des Binnenkonsums einhergingen. Das Ende der Exportkonjunktur wird auch auf die in ihrem Windschatten entstandenen prekären Scheinarbeitsplätze zurückschlagen. Aktuell wäre nicht die Delegation an staatliche Wunderkräfte gefordert, sondern eine unbekümmerte soziale Gegenwehr für eine drastische Erhöhung der Löhne und der menschenunwürdigen Hartz-IV-Bezüge im Namen der Lebensinteressen. Dieses Kriterium scheint jedoch keine Rolle mehr zu spielen, wenn Gewerkschaften und Linke nur noch als Pflegekräfte am Krankenbett der kapitalistischen Funktionsfähigkeit wirken und sich den Kopf der herrschenden Unordnung zerbrechen. Einmal mehr macht das strukturelle Dilemma des Weltkapitals an den Grenzen der „finanzgetriebenen“ Globalisierung auf das Fehlen einer gesellschaftlichen Alternative aufmerksam”
Der Schluß ist Quark, aber sonst durchaus richtig.
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 16:31
von Kreittmayr
Von dem guten Mann habe ich -- ungelesen -- noch immer das "Schwarzbuch Kapitalismus" im Schrank stehen, dass ich mir mit 15 in einem Akt geistiger Umnachtung mal gekauft habe. =)
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 16:41
von Damian Fuller
Original von Oliver von Palm
Eigentlich ist es egal, ob wir nun Kapitalismus oder Sozialismus haben: Der großen Menge der Menschen bringt beides nichts.
Allein der Bevölkerungszuwachs, also das schlichte Überleben von viel mehr Menschen zeigt, dass sich seit der Steinzeit was getan hat. Ob man das nun gut findet oder eher nicht ist ansichtssache.
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 17:07
von Rainer Zufall
In der Steinzeit war auch nicht alles schlecht!
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 17:15
von Konrad Grimm
Original von Damian Fuller
Allein der Bevölkerungszuwachs, also das schlichte Überleben von viel mehr Menschen zeigt, dass sich seit der Steinzeit was getan hat. Ob man das nun gut findet oder eher nicht ist ansichtssache.
Der Markt tut, was die gesamte Existenz tut: Expansion, Überexpansion, Kollaps.
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 17:35
von Damian Fuller
Original von Konrad Grimm
Der Markt tut, was die gesamte Existenz tut
Daher ist es ja so schwierig, menschliche Entwicklung in feste ideologische Planungen zu zwängen, wie Utopia, Staatssozialismus etc.
: Expansion, Überexpansion, Kollaps.
Kreatives Chaos. Solange der Mensch sich anpassen und überleben kann gibt es ihn.
Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 18:51
von Baudouin de Billancourt
Original von Fabian Montary
Sondern man schiebt sich Salz und Goldklumpen hin und her?
Salz hin- und herschieben? Du bräuchtest schon mehr als 500 g, als ein Brötchen zu bezahlen. Goldklumpen schieben? Unter einem Klumpen versteh ich schon ein Stück, das mindestens so groß wie eine Zigarettenschachtel ist; damit könntest du eine Mercedes E-Klasse bezahlen. Ich weiß nicht, was sich durchsetzen würde; höchstwahrscheinlich Gold und Silber, und zwar in Form von kleinen, praktischen Münzen. Das ist jahrhundertelang erprobt und bewährt. Und damit würde heute niemand eine schwere Finanzkrise fürchten müssen. Nicht (nur), weil er reale Werte mit sich tragen würde, sondern weil Krisen solch besonderen Ausmaßes unmöglich wären, sofern sie nicht durch außerordentliche Naturkatastrophen oder Ähnliches ausgelöst würden.