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Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 17:09
von Oliver von Palm
Ich verbietes ihm nicht, ich sehe das Geschäft nur als nichtig an. Ich bin der Überzeugung, dass das Geschäft ihn nicht bindet.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 17:09
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Das müssen sie immer, sobald man so etwas wie einen Staat aufbaut. Denn das kann gar nicht funktionieren unter vollständiger Beibehaltung seiner Rechte.
Um welche Rechte geht es denn, die da beschnitten werden müssen?

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 17:12
von Baudouin de Billancourt
Original von Oliver von Palm
Ich bin der Überzeugung, dass das Geschäft ihn nicht bindet.
Okay, das kann ich verstehen. Und da ich nun kein Rechtsphilosoph bin - was hast Du an meiner Position auszusetzen? Wenn es irgendeine Bedeutung haben soll, dass dieses Geschäft nicht bindet, würde der freiwillige Sklave ja selbst damit vor Gericht ziehen müssen. Und ich bin kein Jurist, der solche Grenzfälle, die in knapp 60 Jahren BRD nicht einmal vorgekommen sind, entscheiden kann.
Nun haben wir nicht darüber gesprochen, ob dieses Geschäft zeitlich begrenzt sein soll...

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 17:14
von Oliver von Palm
Du erklärst, ein Mensch sei in der Lage, seine Autonomie aufzugeben, damit würde er sein Menschsein selbst preisgeben.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 17:24
von Baudouin de Billancourt
Original von Oliver von Palm
Du erklärst, ein Mensch sei in der Lage, seine Autonomie aufzugeben, damit würde er sein Menschsein selbst preisgeben.
Um es zu verdeutlichen: ich will es nicht verbieten, Du willst es nicht verbieten. Du siehst seine Geschäfte als nichtig an, mich interessieren seine Geschäfte nicht. Seine Rechte kann jeder Mensch jederzeit z.b. durch Mord preisgeben, sein Menschsein jederzeit durch Selbstmord. "So what?" ;)

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 17:31
von Baudouin de Billancourt
@ Scott: Um deutlicher zu werden: ohne den Staat kann ein Mensch keine (tatsächlichen) Rechte haben, d.h. Rechte, die allgemein anerkannt werden. Nun ist es unmöglich, zu sagen, dass man Rechte verlieren muss, um Rechte zu erhalten, oder Rechte zu beschränken, damit sie gewahrt werden. Man kann keine Rechte beschränken, die nicht existieren. A=A.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 18:20
von Montgomery Scott
Was die Definition von Recht angeht, gehe ich mit Hobbes und setze das Recht mit einem nicht durch eine bestehende Ordnung eingeschränkten Anspruch gleich: Ich habe auf alles ein Recht, bevor ich nicht eine Autorität anerkenne, die meine Rechte einschränkt.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 19:02
von Gunnar Svensson
Original von Daniel
Bernsteinscher Prägung? Romanow-Bernstein?
Nein, Eduard Bernstein, der Begründer des Revisionismus.
Original von Konrad Grimm
"Leeres Wort des Armen Rechte, leeres Wort des Reichen Pflicht..."

*pfeif*

Ihr Sozialisten habt in den letzten 150 Jahren alles wieder verlernt, was Ihr mal begriffen hattet. Das ist echt beeindruckend.
Jemand wie Grimm kapiert das was die Damen und Herren Reformisten nicht wahrhaben wollen, schon irgendwie traurig.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 19:20
von vSzP
Original von Montgomery Scott

Überholt würde ich nicht sagen. Seine Theorien sind in ihren Grundstrukturen Fundamente für die moderne Wirtschaftswissenschaft geworden. Einige Fachbegriffe aus der Wirtschaftswissenschaft würde es ohne Marx gar nicht geben.

Die klassische marxistische Analyse ist sicher nicht erschöpfend, die analysiert Elemente des Kapitalismus aber absolut treffend und bis heute gültig.
Wie gesagt, Marx hat ein Monopol untersucht und dieses richtig gedeutet. Aber niemand der für die freie Marktwirtschaft ist, möchte ein Monopol.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 19:25
von Maximilian von Rohan-Mason
Original von Oliver von Palm

Da kann ich dir zustimmen.
Was ist denn das für eine Argumentation.

Abgesehen davon, dass

a) Imperien immer zerfallen und
b) Regionalismus kein Auslaufmodell ist.

Nationalstaaten enden (als theoretisches Konstrukt des vorletzten Jahrhunderts) vielleicht. Aber das heißt nicht, dass es einen Weltstaat geben wird.

Edit: Die Entwicklung der EU, unnötig zu erwähnen, stagniert, während sich in ihrem inneren oder in Umfeld neue Nationalstaaten bilden oder bilden wollen. Was sagt uns das nun?