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Verfasst: Do 28. Apr 2011, 12:12
von Anastasia von Metternich
Ich finde es immer wieder bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit Kinderlose (ich nehme an, dass Macshire dazugehört) verlangen, dass Eltern sich doch gefälligst gesellschaftlich für dieses und gegen jenes engagieren sollten. Ich weiß nicht, wie das bei euch gewesen ist, aber meine weitgehend alleinerziehende Mutter war mit einem Vollzeitjob in Pendeldistanz, zwei Kindern, einem Haus(halt) und einer großen Familie ausgelastet. Ich weiß nicht, wann sie sich noch großartig in einer Partei engagieren oder sonstwas für eine Organisation hätte aufbauen sollen.
Übrigens ist es das Wesen der Demokratie, dass sie an Grenzen stößt. Das ist seit Athen so gedacht. Wem das nicht passt, kann ja nach China gehen.
Verfasst: Do 28. Apr 2011, 12:37
von Lord Macshire
Wo hab ich denn gesagt, daß Eltern sich "gefälligst gesellschaftlich (...) engagieren sollten"?
?(
Verfasst: Do 28. Apr 2011, 13:06
von Anastasia von Metternich
An irgendwen muss sich dein Appell doch gerichtet haben?
Edit: Oder haben Eltern ihr Mitwirkungsrecht (deine Definition) an der Demokratie in deinen Augen dadurch gesichert, dass sie Kinder haben?
Verfasst: Do 28. Apr 2011, 17:23
von Andrej Kronskij
Ein anderes Argument gegen das Wahlrecht ab 16 wäre, dass man die Kinder somit früher ins Erwachsenenleben holt.
Man sollte also auch darüber nachdenken, die Kinder einfach länger Kinder sein zu lassen. Sie werden ja schon früh genug erwachsen mit G8, Bachelor und dem ganzen Stress etc.
Aber natürlich muss man sich auch fragen, ob das Wahlrecht ab 16 etwas oder mehr bringt und wem es nützt.
Wenn es eingeführt wird ist die Gefahr groß, dass sich die Parteien, vor allem Extreme, auf die Kinder stürzen und sie nur mit kurzen Parolen und vielen Geschenken ködern.
Hier muss man vorbeugen. Ich denke vor allem die Schulen sollten mehr Politik vermitteln, auf einer neutralen und objetkiven Ebene.
Entweder gibts selbst im Sozialkunde Unterricht kaum reale Politik oder tagespolitische Themen, oder du hast einen politisch so stark angehauchten Lehrer, dass er die Schüler beeinflusst und tangiert, was nicht richtig ist.
Wie man sieht, ist das thema schwierig. Es gibt für mich so viel pros und contras, dass ich mich derzeit Enthalten würde.
Das es wie der Führerschein ab 17 irgendwann kommt, ist gut möglich.
Dann muss man die Kinder/Jugendlichen aber auch mehr für die Politik begeistern.
ps: oder alle wählen die Piratenpartei. Die ist hip und cool, trägt aber wenig zur Realpolitik bei.
psps: ich halte vom Wahlrecht ab 0 nichts, und noch weniger davon, das Eltern die Stimmen der Kinder wahrnehmen sollten.
Verfasst: Do 28. Apr 2011, 18:49
von Heinrich von Löwenherz
Original von Anastasia von Metternich
Ich weiß nicht, wie das in euren Kommunen ist, aber Kommunalwahlen interessieren mich nicht. Ich weiß nicht, ob ich beim letzten Mal in Berlin dafür schon wahlberechtigt war oder nicht (auf Bezirksebene ist das Wahlalter 16, auf Landesebene 18), aber einen großen Eindruck hat es auf mich nicht gemacht: Die relevanten Entscheidungen fallen längst nicht mehr in den Bezirken (selbst bei ihren ureigenen Themen kann das Land jederzeit ein besonderes Interesse anmelden und die Entscheidung übernehmen) und wahrscheinlich habe ich in erster Linie teilgenommen, um einen Einzug der NPD ins Bezirksparlamenz zu verhindern.
Die Wahl zur den Berliner Bezirksverordnetenversammlungen finden immer mit der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus statt (Die Wahlperiode der BVVen ist gekoppelt an die Legislaturperiode des Abgeordnetenhauses), demnach war die letzte Wahl 2006. Ansonsten ist die NPD (soweit ich weiß) in Treptow-Köpenick und Lichtenberg vertreten. In den anderen (west) Bezirken gibt es vielfach eher das Problem mit den Reps.
Original von Laura van Middelburg
Diesen Gedankengang empfinde ich - freundlich gesagt - als abwegig.
So freundlich wäre ich wahrscheinlich nicht gewesen

. Im Grunde ist diese Diskussion uralt und ein beliebtes Thema für Hinterbänkler, ausgebrannte Kommunalpolitiker oder JU-Aktivisten, die glauben damit ernsthafte „Gedanken“ ins Land zu tragen.
Ansonsten inhaltlich volle Zustimmung.
Verfasst: Do 28. Apr 2011, 21:36
von Lord Macshire
Original von Anastasia von Metternich
An irgendwen muss sich dein Appell doch gerichtet haben?
Edit: Oder haben Eltern ihr Mitwirkungsrecht (deine Definition) an der Demokratie in deinen Augen dadurch gesichert, dass sie Kinder haben?
Was hat das mit der Diskussion zu tun, bzw was haben aufeinmal Eltern mit dem Wahlrecht ab 16 zu tun? ?(