Es wird immer unterhaltsamer und oberflächlich betrachtet ungewöhnlicher:
Nachdem die FAZ als "seriöse" Zeitung jede "Verschwörungstheorie" von außen selbstverständlich ablehnt und allgemein den bewährten Pfaden des Qualitätsjournalismus verpflichtet ist, nun das:
FAZ 26. Februar 2010
Hedge-Fonds formieren sich
Spekulationen gegen Euro und Pfund
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Einige der weltgrößten Hedge-Fonds haben eine Kampagne gegen Euro und britisches Pfund begonnen. Auf verschwiegenen Treffen hinter den Kulissen, aber auch mit öffentlichen Aufrufen trommeln die Fonds zugunsten ihrer Spekulationen gegen die beiden Währungen.
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Märkische Allgemeine
Hedgefonds formieren sich gegen Europa
SPIEGEL online
Griechenland-Krise
EU-Kommission startet Jagd auf Euro-Zocker
Angriff der Hedgefonds, heimtückische Verschwörung gegen bisher grundsolide und stabile Währungen, die durch fiese Tricks zu Fall gebracht werden?
Gegen diesen geheimen Plan beschwört man nun die Festung Europa, deren solide Papierwährungen gegen die üblen, aber gerne als anschauliches Feindbild benutzten "Heuschrecken" verteidigt werden müsste. Ob diese Konstruktion das zerstreute Volk hinter ihrer Regierung sammelt?
Eine faszinierende Vorstellung:
Hedgefonds mit Börsenmaklern in Tie-Fightern gegen wackere Verteidiger Leviathans, die das Schloss Europa auf dem Schuldenberg gegen die vaterlandslosen Spekulanten verteidigen müssen.
Wenn also der Qualitätsjournalismus zu solchen offenen Feindbildkonstruktionen greift, um einen Schuldigen für die Verschuldungskrise zu finden, dann hat sich vermutlich die Qualität der Situation geändert. Dabei Spekulanten zu nehmen ist ganz geschickt: Es gibt sie tatsächlich, sie sind nicht national gebunden und allgemein vielen Bürgern suspekt. Und sie können im Gegensatz zu den politischen Zentralbanken nicht mit den Regierungen in eine strukturelle Verbindung gebracht werden.
Die Spekulation gegen Euro und Pfund ist ja Folge von deren Krise und der (nur noch abstrakt vorstellbaren) Verschuldung der Staaten und nicht die Ursache. Interessant bleibt, ob es gelingen wird, Ursache und Wirkung mal wieder zu verdrehen und den Spekulationen die Schuld zu geben. Das würde den heutigen Regierenden eine bessere moralisiert-politische Position beim Wiederaufbau einer neuen Währung geben. Vielleicht wird es ja tatsächlich eine Weltwährung mit monopolisierter Weltzentralbank. Noch vor kurzem eine "Verschwörungstheorie" und jetzt schon in der FAZ

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FAZ 26. Februar 2010
Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat die Vision eines "IWF für das 21. Jahrhundert" vorgestellt. Auf lange Sicht schließt er nicht aus, dass der IWF als eine Art Weltzentralbank agiere. "Eines Tages mag der Fonds vielleicht sogar aufgerufen werden, ein neues globales Reserve-Asset bereitzustellen, ähnlich den, aber in wichtigen Punkten unterschiedlich von den Sonderziehungsrechten", sagte Strauss-Kahn in Washington nach Redetext vor dem Bretton-Woods-Ausschuss. Dieser Tag sei noch nicht gekommen, sagte Strauss-Kahn. Er halte es aber für "intellektuell gesund", solche Ideen jetzt zu erörtern.
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