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Verfasst: So 22. Nov 2009, 14:28
von Tony Gold
@Gleichbehandlung : Eine viel bessere Lösung wäre es dann aber für Frauen auch entsprechende Pflichtdienste einzuführen. Und den K-Schutz zB, oder auch den Rettungsdienst, rein Hauptamtlichen zu überlassen halte ich für so nicht durchführbar. Im K-Schutz deswegen weil die eigentlich so gut wie nie gebraucht werden (sollten), ergo so gut wie arbeitslos wären, im RD weil die Kosten enorm wären und sich letzlich auf jeden Einzelnen von uns niederschlagen würden. Pflichtdienste sind ein wichtiger Pfeiler unserer Gesellschaft, denn ohne hätten wir ein organisatorisches Chaos in vielen wichtigen Bereichen. Bei der Armee wäre eine rein hauptberufliche Lösung ja noch denkbar - wobei dadurch vielen einige andere Wege verschlossen blieben. Ein Bekannter von mir zB hätte sich den RS-SChein nicht leisten können, hat ihn aber bei der Bundeswehr absolvieren können. Andere entdecken durch den Zivildienst erst dass ihnen etwas am Sozialen liegt. Und nicht wenige melden sich nach der K-Schutz-Zeit ehrenamtlich für Weiterarbeit bei einer K-Schutz-Orga. Man könnte evtl solche Dienste auch freistellen, dann aber müssten sie entsprechend attraktiver werden.

Verfasst: So 22. Nov 2009, 14:45
von Sven Wenzel
Das Geheule von diversen Sozialverbänden oder anderen Ersatzdienst-Interessengruppen ist auch überhaupt nicht nachvollziehbar, da das bejammerte Problem hausgemacht ist. Ersatzdienstleistende sollen ja allenfalls nur eine Unterstützung sein, auf die es im Regelfall nicht ankommt. Die Realität ist aber eine andere. Ersatzdienstleistende sind willkommene vollwertige Arbeitskräfte, weil sie billig sind und auch nicht sonderlich groß aufmucken. Das zeigt auch meine eigene Erfahrung. Wo sollen sich die Dienstleistenden auch beschweren? Bei der Zivildienststelle wird man dann eh nur schief angeguckt. Gleiches gilt wenn man sich einer öffentlichen Stelle beschwert, die sich dann an die betreffende Stelle wendet. Als Zivi steht man in der Hierarchiekette ganz ganz unten und zumindest die Dienststellenleiter lassen einen das auch wissen.
Wenn man sich auf Seiten der Ersatzdienstinteressenverbände nicht seit Jahrzehnten so auf die Einrichtung Ersatzdienst verlassen hätte, sondern sich mal mit dem Thema "Abschaffung der Wehrpflicht" verlassen hätte, welche durchaus im Bereich des Realitischen lag und das nicht erst seit dieser Wahl, würde es dieses Problem aber gar nicht geben.
Und einen verfassungsrechtlich problematischen Pflichtdienst nur deswegen aufrecht erhalten, weil die verschiedenen Ersatzdienste dann Probleme bekommen, ist wohl auch fern jeglicher Realität.

Verfasst: So 22. Nov 2009, 14:53
von Jan-Claudius von Blomkohl Cullen
Wehrdienst ist militärisch gar nicht mehr sinnvoll und das Gesundheitswesen mit Zwangsarbeit aufrechtzuhalten ist auch schwach. Da müssen Alternativen her.

Verfasst: So 22. Nov 2009, 14:55
von Tony Gold
Der Rettungsdienst OHNE Zivis würde halt zu einer enormen Erhöhung der Kosten für die Krankenversicherung führen. Und wenn der K-Schutz keine Leute mehr kriegt braucht man halt ne neue Steuer um die zu bezahlen. Dann wäre die ABschaffung evtl vertretbar. Und für mich würde ne schicke RD-Stelle frei vermutlich wenn die mehr Hauptamtliche brauhcen.

Verfasst: So 22. Nov 2009, 15:06
von Kathryn Janeway
Erstens mal zeigt das ja gerade das Problem: Zivis dürften eigentlich gar nicht als staatlich sanktionierte Lohndrücker eingesetzt werden, es passiert aber. Zweitens sind höhere Kosten kein Argument für Zwangsarbeit.

Verfasst: So 22. Nov 2009, 15:14
von Tony Gold
Original von Kathryn Janeway
Erstens mal zeigt das ja gerade das Problem: Zivis dürften eigentlich gar nicht als staatlich sanktionierte Lohndrücker eingesetzt werden, es passiert aber. Zweitens sind höhere Kosten kein Argument für Zwangsarbeit.
Wovon soll dann der Rettungsdienst finanziert werden? Oder der K-Schutz? Oder sollen wir beides einfach kürzer stellen? Vielleicht nur noch Intensiv-Rettungen machen? ALso keine kleinen dummen VUs mehr sondern nur noch Herzinfarkte? Oder wie stellst du dir das vor?

Verfasst: So 22. Nov 2009, 15:17
von Sven Wenzel
Original von Kathryn Janeway
Erstens mal zeigt das ja gerade das Problem: Zivis dürften eigentlich gar nicht als staatlich sanktionierte Lohndrücker eingesetzt werden, es passiert aber. Zweitens sind höhere Kosten kein Argument für Zwangsarbeit.
Vollkommen korrekt. Höhere Kosten oder Steuererhöhungen sind sowieso meist dann das Totschlagargument, wenn man nicht mehr weiter weiß.

Und selbst wenn man einen Pflichtdienst einführt, in dem beide Geschlechter gleichermaßen herangezogen werden, bleibt immer noch das Problem der fehlenden Wehrgerechtigkeit, das sich dann auch noch erhöhen würde und auch immer noch ein krasser Eingriff in die Berufsfreiheit, trotz entsprechender Einschränkung in der Verfassung.

Verfasst: So 22. Nov 2009, 15:26
von Sven Wenzel
Original von Tony Gold

Wovon soll dann der Rettungsdienst finanziert werden? Oder der K-Schutz? Oder sollen wir beides einfach kürzer stellen? Vielleicht nur noch Intensiv-Rettungen machen? ALso keine kleinen dummen VUs mehr sondern nur noch Herzinfarkte? Oder wie stellst du dir das vor?
Du willst also allen Ernstes einen - wohl verfassungswidrigen - Zwangsdienst beibehalten, nur weil bei dessen Abschaffung (evtl.) höhere Kosten verursacht werden? Das ist doch realitätsfremd und kann auch gar kein Argument sein. Nach der Logik hätte man auch die Pendlerpauschale, die erst ab Kilometer Zwanzig gezahlt wird, beibehalten müssen, weil alles andere ja höhere Kosten verursacht.

Wenn die einzigen Argumente betreffender Interessenverbände höhere Kosten und schwierige Aufrechterhaltung bestehender Standards ist, dann ist das einfach nur armselig.

Verfasst: So 22. Nov 2009, 15:31
von Tony Gold
Original von Sven Wenzel
Du willst also allen Ernstes einen - wohl verfassungswidrigen - Zwangsdienst beibehalten, nur weil bei dessen Abschaffung (evtl.) höhere Kosten verursacht werden? Das ist doch realitätsfremd und kann auch gar kein Argument sein. Nach der Logik hätte man auch die Pendlerpauschale, die erst ab Kilometer Zwanzig gezahlt wird, beibehalten müssen, weil alles andere ja höhere Kosten verursacht.

Wenn die einzigen Argumente betreffender Interessenverbände höhere Kosten und schwierige Aufrechterhaltung bestehender Standards ist, dann ist das einfach nur armselig.
Schon mal versucht im RD ohne Zivis auszukommen? Zudem : Auch Zivis suchen sich das frei aus. Und der Dienst für die Allgemeinheit ist mE keineswegs verfassungswidrig, sondern mehr als nötig. Letzlich kriegt ja jeder im Lauf seines Lebens auch mehr als genug Gegenleistungen vom Staat für diese paar Monate Hife für Notleidende. Ich halte den Zivildienst und besonders die Zivildienstleistenden für einen wichtigen Bestandteil des Rettungsdienstes und bin überzeugt dass wir wohl mindestens einen hier im Forum haben der ohne Zivis längst nicht mehr unter uns wäre.
Außerdem : Fällt denn für dich die Feuerwehr-Dienstpflicht jedes volljährigen Deutschen auch unter verfassungswidrig? und wenn ja soll man lieber alles abbrennen lassen?

Verfasst: So 22. Nov 2009, 15:35
von Kathryn Janeway
Original von Tony Gold

Wovon soll dann der Rettungsdienst finanziert werden? Oder der K-Schutz? Oder sollen wir beides einfach kürzer stellen? Vielleicht nur noch Intensiv-Rettungen machen? ALso keine kleinen dummen VUs mehr sondern nur noch Herzinfarkte? Oder wie stellst du dir das vor?
Anständig bezahlen, fertig.