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Verfasst: Do 17. Sep 2009, 15:01
von Hajo Poppinga
Den angesprochenen Fall kenne ich nicht und so richtig weiß ich über die Ex-Gay-Bewegung auch nicht Bescheid, aber grundsätzlich sollte man auf einem wissenschaftlichen Kongreß alle halbwegs möglichen Theorien erörtern und ggf. ja auch diskutieren und widerlegen können.
Selbst wenn ich Dir folge blieben aber noch Leute wie van der Bellen, Egon Bahr, Peter Glotz oder Reinhard Klimt. Die essentielle Grundfrage ist doch hier, ob man sich als als Linker oder meinetwegen auch der rechten Mitte dem Diskurs mit Angehörigen der sog. "Neuen Rechten" stellt und auch in deren Publikationsorganen unbequeme Wahrheiten ausspricht und ggf. auch Fehlbehauptungen entlarvt oder ob man sich dem Diskurs verwehrt und somit sogar noch eher eine Gelegenheit der moralischen Verblendung befeuert.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 15:18
von Montgomery Scott
Klar, das mag schon sein. Aber vor folgendem Hintergrund:
1. Die jf wird quasi ausschließlich von einem Publikum weit rechts der CDU gelesen.
2. Es ist Wahlkampf.
ist das nochmal eine ganz andere Sache.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 15:20
von Hajo Poppinga
Du meinst, weil offensichtlich auch ganz rechts nach Stimmen gefischt werden sollte?
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 15:26
von Montgomery Scott
Wahrscheinlich sollte es da ja gar nicht. Aber es ist eben Fakt, dass man auf Kanälen unterwegs ist, die im Wahlkampf ausschließlich dem Zweck dienen, mit einem rechtsextremen Publikum zu kommunizieren. Und im Wahlkampf sind solche Entscheidungen eben nicht zuletzt die, mit denen man sich positioniert.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 16:08
von Maximilian von Rohan-Mason
Original von Damian Fuller
Die Grünen 1983.
Natürlich sind die Grünen vor allem eine Umweltschutz-Partei, aber sie sind auch zu großen Teilen aus der Friedensbewegegung, dem Postmaterialismus und dem Gedanken der Anti-Parteien-Partei hervorgegangen. Das hat also durchaus einen weltanschaulichen Hintergrund und eine weitere Spannweite, als die Piratenpartei das hat.
Stimmt, wobei sich Linkspartei und Grüne bisher relativ zurückhaltend geäußert haben, was Zensurvorschläge anging. Und demokratische rechte Parteien spielen in Deutschland keine Rolle mehr.
Naja, da es um die NPD ging, dachte ich bei der Äußerung dann eher an die MLPD oder so. Die Extreme können schon ideologisch keine Meinungsfreiheit dulden.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 16:43
von Damian Fuller
Original von Maximilian von Rohan-Mason
Naja, da es um die NPD ging, dachte ich bei der Äußerung dann eher an die MLPD oder so. Die Extreme können schon ideologisch keine Meinungsfreiheit dulden.
Naja, die NPD ist nationalsozialistisch, nicht rechts. Zumindest hätten das Hitler, Goebbels und alle Rechten ihrer Zeit gesagt.
Meinungsfreiheit ist immer relativ. Derzeit haben wir eine relativ große. Aber klar ist auch, dass jeweils dominante Strömungen, und seit 40 Jahren ist das - ohne Wertung gemeint, sondern sich selbst so sehend, die "links-weltverbessererische" Weltanschauung. Und die versucht, weil es trotz ihrer medial-kulturellen Dominanz immer noch viele "reaktionäre" und andersdenkende Elemente in der Gesellschaft gibt, natürlich ihre Gegner zu dämonisieren und aus der "anständigen" Gesellschaft auszuschließen. So wie die Sozialdemokraten der Anfangszeit oder die Sozialisten/Kommunisten in der Adenauer-Ära.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 16:49
von Montgomery Scott
Original von Damian Fuller
Aber klar ist auch, dass jeweils dominante Strömungen, und seit 40 Jahren ist das - ohne Wertung gemeint, sondern sich selbst so sehend, die "links-weltverbessererische" Weltanschauung.
Das würden die allermeisten Linken anzweifeln. Die Linken sagen, seit 20 Jahren sind die Rechtsliberalen auf dem Vormarsch, diese sehen das natürgemäß andersherum.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 17:13
von Rafael van der Linden
Original von Montgomery Scott
Wahrscheinlich sollte es da ja gar nicht. Aber es ist eben Fakt, dass man auf Kanälen unterwegs ist, die im Wahlkampf ausschließlich dem Zweck dienen, mit einem rechtsextremen Publikum zu kommunizieren.
Die Weltverschwörungstheorien immer noch nicht aufgegeben?
Die JF ist schon allein von der Haltung nahezu radikaldemokratisch. Die sind schlimmere Verfechter der Demokratie als linke Republikaner. Insofern sind sie auch nicht klassisch konservativ. Aber im Allgemeinen ist in der JF konservativer, "reaktionärer", und das, was bis in die 80er-Jahre noch standard-deutschkonservativ war, vertreten.
Nichts "rechtsextremes", weil vor allem nichts extremes eigentlich. Aber halt ungewoht in Zeiten, in denen die CDU kein gesellschaftskonservatives Profil mehr hat.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 17:16
von Damian Fuller
Original von Montgomery Scott
Das würden die allermeisten Linken anzweifeln. Die Linken sagen, seit 20 Jahren sind die Rechtsliberalen auf dem Vormarsch, diese sehen das natürgemäß andersherum.
Ich bin weder links noch rechtsliberal, aber wer auf sowas kommt hat ideologische Ängste oder plappert halt Propaganda nach.
Politisch mag es die eine oder andere Richtung geben, aber kulturell dominiert seit 1968 die linke Sichtweise der Welt sehr deutlich in den meisten Medien und in der intellektuellen Kultur.
Verfasst: Do 17. Sep 2009, 17:28
von Montgomery Scott
Original von Damian Fuller
Ich bin weder links noch rechtsliberal, aber wer auf sowas kommt hat ideologische Ängste oder plappert halt Propaganda nach.
Politisch mag es die eine oder andere Richtung geben, aber kulturell dominiert seit 1968 die linke Sichtweise der Welt sehr deutlich in den meisten Medien und in der intellektuellen Kultur.
Was daran liegt, dass die linke Sichtweise eben humanitär-kritisch in Bezug auf die BRD auftritt, genauso wie die kritischen Medien. Das ist eine natürliche Verwandschaft, keine Dominanz einer politischen Richtung.