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Verfasst: Di 6. Jan 2009, 00:35
von Konrad Grimm
Original von Isabelle Corinne de La Fayette
Nur was wären die möglichen Alternativen, in praktischer wie moralischer Hinsicht?
Offener bellum omnium contra omnes.

Oder, was ich noch hübscher fände... klick

Mein Rat: Frage dich nicht, was für ein System das richtige ist. Frage dich, wie du das bestehende System für deinen Vorteil nutzen kannst.
Was wäre das beste System? Zweifellos meine Alleinherrschaft. Jedenfalls für mich. Aber das ist unrealistisch. Also nehme ich die Massenpsychose "Demokratie" eben hin und arrangiere mich mit ihr.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 01:45
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Man kann die Bibel so auslegen und auch genau anders rum. Macht es wirklich einen Unterschied, ob man durch Mehrheitsprinzip bestimmt, wer die Regeln festlegt - oder wer sie interpretiert?
Im Zweifelsfall ist eine Verfassung tatsächlich nur Papier, das mit dem Wandel der Ideen, die ihr zugrunde liegen, umgebogen wird. Deshalb kann eine funktionale Sozialordnung dauerhaft auch nur bestehen, wenn die Kultur sie begünstigt, d.h. wenn eine signifikante Zahl an Menschen aufgund korrekter Ideen sie gegen Umbiegungsversuche verteidigt. Sie ist nicht durch eine Verfassungsgebung politisch oktroyierbar und dann für alle Zeit gesichert. Dennoch ist die Gestaltungsweise der Verfassung nicht gleichgültig, weil die Kodifizierung der Regeln, nach denen eine funktionale Sozialordnung arbeiten muss, bereits viel zu ihrem Schutz beiträgt.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 02:01
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
Deshalb kann eine funktionale Sozialordnung dauerhaft auch nur bestehen, wenn die Kultur sie begünstigt, d.h. wenn eine signifikante Zahl an Menschen aufgund korrekter Ideen sie gegen Umbiegungsversuche verteidigt.
Womit du aber auch gleich bei der Demokratie bleiben kannst.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 08:19
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Konrad Grimm

Offener bellum omnium contra omnes.
Was wäre daran besser als an der Demokratie? Selbst wer wenig oder nichts von ihren Idealen hält wird zugeben müssen, dass sie ihm das größtmögliche erreichbare Maß an persönlicher Freiheit gewährleistet. Eine Welt in der jeder gegen jeden kämpft beschert dem Einzelnen nicht mehr Freiheit. Sondern durch die ihr wesenseigenen Gefahren gerade weniger Freiheit.
Oder, was ich noch hübscher fände... klick
Na ja. Ohne die Menschheit hätte die Welt sicherlich einige Probleme nicht. Aber was würde ihr nicht auch alles fehlen?
Mein Rat: Frage dich nicht, was für ein System das richtige ist. Frage dich, wie du das bestehende System für deinen Vorteil nutzen kannst.
Was wäre das beste System? Zweifellos meine Alleinherrschaft. Jedenfalls für mich. Aber das ist unrealistisch. Also nehme ich die Massenpsychose "Demokratie" eben hin und arrangiere mich mit ihr.
Und was wenn jeder sagte, der für ihn vorteilhafteste Nutzen des bestehenden Systems sei rücksichtsvolles und solidarisches Handeln? Weil es irgendwann positiv auf ihn zurückfällt, und weil es dem Menschen würdig ist?

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 19:39
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Womit du aber auch gleich bei der Demokratie bleiben kannst.
Nein. Falsche Regeln zu kodifizieren, bringt nichts, und ist eher schädlich.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 22:36
von Konrad Grimm
Original von Isabelle Corinne de La Fayette
Was wäre daran besser als an der Demokratie?
Nun, der offene Krieg jeder gegen jeden unterscheidet sich vom Status Quo nur dadurch, dass selbiger jetzt geleugnet wird. Wir leben in einer Welt von Heuchelei, Täuschung und Verrat. Wieviel mehr wäre da der offene Kampf auf Sieg oder Tod vorzuziehen?
Na ja. Ohne die Menschheit hätte die Welt sicherlich einige Probleme nicht. Aber was würde ihr nicht auch alles fehlen?
Niemandem würde irgendwas fehlen. Den Menschen nicht, denn die gäbe es nicht, um der Welt nicht, denn der fehlt nichts.
Und was wenn jeder sagte, der für ihn vorteilhafteste Nutzen des bestehenden Systems sei rücksichtsvolles und solidarisches Handeln? Weil es irgendwann positiv auf ihn zurückfällt, und weil es dem Menschen würdig ist?
Menschenwürdig? Die meisten Menschen sind weit weniger wert als die meisten anderen Tiere.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 22:38
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
Nein. Falsche Regeln zu kodifizieren, bringt nichts, und ist eher schädlich.
Angesichts der Angehörigen der neuen Menschengattung, die Deine Welt bevölkern, schadet ihnen das sicher nicht. Deine Ordnung wäre toll - wenn die Menschen nicht wären, wie sie sind. Aber andere Menschen gibt es nicht.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 23:00
von Kreittmayr
Der Mensch ist, was er tut, und was er tut hängt von den Ideen ab, die er explizit oder implizit akzeptiert, als Überzeugungen oder Mentalität. Ideas matter, vor allem die moralischen.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 23:59
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Konrad Grimm
Nun, der offene Krieg jeder gegen jeden unterscheidet sich vom Status Quo nur dadurch, dass selbiger jetzt geleugnet wird. Wir leben in einer Welt von Heuchelei, Täuschung und Verrat. Wieviel mehr wäre da der offene Kampf auf Sieg oder Tod vorzuziehen?
So scharf ich unsere die vermeintlichen "Heilkräfte" des Kapitalismus brutal überschätzenden Gesellschaft und Politik auch kritisiere, gewisse Wahrheiten muss man den bundesrepublikanischen Lebensverhältnissen zu Gute halten.

Nie zuvor in der Geschichte hatten das Leben und die körperliche Unversehrtheit jedes einzelnen Menschen einen so hohen und so aktiv verteidigten Stellenwert wie heute.

Trotz aller bestehenden Mängel speziell auf dem Gebiet der Meinungsfreiheit haben auch die Freiheiten von Religion, Weltanschauung, Meinung, Versammlung und Vereinigung noch nie ein solches Maß erlebt wie heute.

Dass die Lebensverhältnisse in welche materiell Bedürftige gezwungen werden für ein so reiches Land wie das unsere eine Schande sind ist das eine. Auf der anderen Seite steht, dass Armut in Deutschland heute nicht mehr bedeutet verhungern, erfrieren oder ohne medizinische Versorgung ausharren zu müssen. Es bedeutet keine Verhöhung Hilfsbedürftiger hierzulande darauf zu verweisen, dass es ihnen besser geht als den sozial höher gestellten in manchen anderen Ländern.

Menschen aus Bürgerkriegsgebieten - wo gilt: "jeder gegen jeden" - fliehen jedes Jahr unter Lebensgefahr nach Deutschland. Um hier auf der untersten Stufe der Gesellschaft besser zu leben als in ihrer Heimat. Es sollte den Verächtern des deutschen Sozialstaates zu denken geben.
Niemandem würde irgendwas fehlen. Den Menschen nicht, denn die gäbe es nicht, um der Welt nicht, denn der fehlt nichts.
Das ist die atheitisch-nihilistische Sicht. Sie verdient als Ausdruck menschlicher Geistestägtigkeit Respekt und intellektuele Anerkennung.

Ich sehe es anders. Ich bekenne mich zum christlchen Glauben. Ich glaube an einen göttlichen Plan für die Welt, und ich glaube an die Chance (!) jedes Menschen, diesen Plan zu fördern.

Ich glaube an einen Gott, den die Erkenntnis seiner Geschöpfe mit Stolz und Bewunderung erfüllt. Ich glaube an einen Gott der sich freut, wie wissbegierig wir sind und wie wir anhand der Naturwissenschaft seine Schöpfung nachvollziehen. Ich glaube an einen Gott, der unsere Auseinandersetzung mit unserem Sein in Formen wie Kuntst, Musaik und Literatur bewundetr und anerkennt.

Ich glaube an einen Gott, dem etwas fehlen würde wenn es uns und unser Schaffen nicht gäbe.
Menschenwürdig? Die meisten Menschen sind weit weniger wert als die meisten anderen Tiere.
Ich liebe Tiere. Ich habe einen Hund und eine Katze. (Und dass ich Fleisch esse begründe ich gerne damit, eben in ener Raubtier-WG zu leben :D)

Trotzdem differenziere ich zwischen Menschen und Tieren. Tiere sind zu sozialem und ethischem Verhalten fähig. Aber sie folgen dabei nur Instinkten. Allein der Mensch stellt sich die Frage nach dem "Warum?" und dem "Soll ich wirklich?" Weil er entgegen mancher Illusionen eben nicht nur triebgesteuert ist.

Verfasst: Mi 7. Jan 2009, 01:52
von Kreittmayr
Ach Gottchen.