Original von Joeli Veitayaki
bin gespannt, ob es jemand schafft genau das Gegenteil zu schreiben?
Das ist fast schon langweilig. Da setzen sich die inflationären US-Guys gegen die deutschen Deflationisten durch. Die Mehrwertsteuer wird halbiert, alle Industrienationen führen eine kräftige Vermögenssteuer ein, gleichzeitig werden die Staatsausgaben für die drei Programme "Global Infrastructure", "Global Clean Energy" und "Global Marshall Plan" ausgeweitet. Zur Finanzierung geben Fed, EZB, BoE und BoJ das Ziel der Geldwertstabilität auf und monetisieren die eigenen Staatsanleihen (das Konzept hierfür stammt von Hitlers Chefbanker Hjalmar Schacht).
Schön - Wirtschaft boomt, Arbeitslosigket geht runter, Aktienkurse steigen. Allerdings gelingt es Eurostat bald nicht mehr, die gallopierende Inflation zu verbergen. 2009 wird die offizielle Inflationsrate mit 6 % gemeldet bei gleichzeitigem Leitzins von 0 %.
Bei der Bundestagswahl profitiert legen Linke und FDP etwa gleich stark zu, insgesamt bleibt die politische Lage aber stabil, die Union siegt dank der Beliebtheit der Kanzlerin.
2010 wird "Teuerungsrate" zum Wort des Jahres gewählt. 23 % wird EuroStat ausweisen, die gefühlte Inflation ist doppelt so hoch. Die Bürger geben ihr Geld immer schneller aus, obwohl die Zentralbanken inzwischen den Leitzins wieder auf 8 % angehoben haben.
2011 scheitert die Große Koalition, nachdem fast jeder dritte Abgeordnete der CDU/CSU dem Haushaltsentwurf die Zustimmung verweigert. Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen legt die FDP auf 21 % zu, weiterhin gelingt Bolko Hoffmanns "Pro DM", die die Währungsreform auf Grundlage einer Deutschen Goldmark verlangt, der Einzug in den Bundestag. Aufgrund schwerer Verluste der Unionsparteien reicht es dennoch nicht für eine bürgerliche Mehrheit. Angela Merkel tritt zurück. Nach zähen Verhandlungen willigt die von ihrem geschwächten Abschneiden geschockte Linke in eine Tolerierung einer Rot-Grünen Minderheitsregierung unter Bundeskanzler Gabriel ein.
Die Inflationsrate wird offiziell mit 190 % angegeben, unter vorgehaltener Hand wird vom zehnfachen gesprochen.
Die US-Präsidentschaftswahl 2012 endet mit einem Triumph Barack Obamas. 60 % stimmen für den Mann, der die Große Depression besiegt hat. Der Held der Vorwahlen, der inzwischen beinahe achtzigjährige Republikanische Präsidentschaftskandidat Ron Paul, erreicht nur 38 %.
Die Inflationsspirale kennt zu diesem Zeitpunkt keine Grenzen mehr. Aufgrund der immer höheren Umlaufgeschwindigkeit und dem Ende jeder Disziplinierung in Fiskal- und Geldpolitik wird sie in den Jahren 2012-2014 in den Bereich der Billionen-Prozent hochschießen.
Unternehmer des Jahres 2013 wird ein Mann, dessen Unternehmen hoch preisgünstige elektronisch angepasste Preisschilder herstellt.
Das Ende der Inflationsspirale kommt erst 2016. Die Bürger, mitlerweile der ewig explodierenden Preise überdrüssig, wählen diesmal einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten aus dem Lager der Fiskalkonservativen. Zum 1. Mai 2017 tritt eine Weltwährungsreform in Kraft. Die Staaten sind entschuldet, der Mittelstand nicht mehr existent, die Reichen Sachwerteigentümer noch reicher als zuvor. Zu leiden haben vor allem die Rentner, deren private Zusatzvorsorge in Form von Lebensversicherungen dahin ist und die sich mit einer kargen, umlagefinanzierten Grundrente begnügen müssen.
In den USA beginnt der Wiederaufbau der Industrie. Mit NAFTA-Partner Kanada und seinen Rohstoffen im Rücken sehen die Amerikaner optimistisch in die Zukunft, gleichwohl die herausragende Stellung der Vereinigten Staaten Geschichte ist. Neue Supermächte sind die russische und chinesische Autokratie.
Das debitistische Spiel beginnt von Neuem, doch das Vertrauen in die Demokratie ist schwer ramponiert. In praktisch allen Ländern haben extremistische Parteien aller Richtungen den Einzug in die Parlamente geschafft. Einzig Neuseeland geht einen anderen Weg - hier haben die Liberalen gesiegt, das Land ist auf dem Weg zum Minimalstaat, der gemeinsame Währungsraum mit Australien basiert auf Gold und Silber.