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Verfasst: Di 11. Nov 2008, 13:08
von Michael Schneider
Realschule ist heute das, was geistig mal die Hauptschule war. Die Hauptschule ist Resterampe nicht wegen des Konzepts, sondern wegen der Schüler, die da rumlaufen. Ich kenne einen Hauptschüler, der es geschafft hat von dort zur Realschule und weiter Abitur zu machen. Und das größte Hindernis überhaupt waren die kreuzbescheuerten Mitschüler, die ihm das Leben zur Hölle gemacht haben.

Benennt meinetwegen Hauptschule in Realschule um. Das ändert nix an den dummen Schülern, die dann auch noch die letzten guten Realschüler verderben.

Gesamtschulen sind oft schon so... SPD-Kultusminister Rolf Wernstedt unter Gerhard Schröder in Nds. war stolz darauf, dass ein Gymnasiast aus Bayern sich erstmal ein Jahr in die Hängematte legen musste auf nds. Niveau zu kommen..ganz großes Damentennis... hinzugesetzt auf einer Gesamtschule 2 Jahre.
Das ideale dreigliedrige Modell beinhaltet für mich selbstverständlich eine Durchlässigkeit von links nach rechts und von rechts nach links. Ein oben und unten sehe ich da nicht, weil einfach die Ziele der Ausbildung andere sind.
So sehe ich das auch.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 13:28
von Montgomery Scott
Original von Loituma Aichberger
Das ideale dreigliedrige Modell beinhaltet für mich selbstverständlich eine Durchlässigkeit von links nach rechts und von rechts nach links. Ein oben und unten sehe ich da nicht, weil einfach die Ziele der Ausbildung andere sind.
Ein Ausbildungsziel hat ein Schüler aber noch nicht in der fünften Klasse, sofern er überhaupt an der Entscheidung beteiligt wird, welche Mittelschule er besucht. Das Ausbildungsziel entwickelt er im Allgemeinen erst, wenn es bereits auf den Abschluss zugeht und das ist dann sehr stark dadurch determinierrt, auf welcher Schule er sich bereits befindet.
Original von Michael Schneider
Realschule ist heute das, was geistig mal die Hauptschule war. Die Hauptschule ist Resterampe nicht wegen des Konzepts, sondern wegen der Schüler, die da rumlaufen. Ich kenne einen Hauptschüler, der es geschafft hat von dort zur Realschule und weiter Abitur zu machen.
Hui, damit hast Du natürlich erfolgreich belegt, dass Barrieren zwischen den verschiedenen Schulformen bestehen.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 15:13
von Rafael van der Linden
Original von Montgomery Scott
Jupp. Und verbaut Kindern - allen voran solchen aus unteren Gesellschaftsschichten - schon früh die Möglichkeit, Abitur zu machen und an die Uni zu kommen.
Das dreigliedrige Schulsystem ist meist sehr durchlässig. Dass allerdings nicht mal in einer Einheitsschule alle Abitur machen, liegt in der Natur des Menschen, des Abiturs und dem Sinn eines differenzierten Bildungssystems.

Die Vorstellung, dass es allen besser ginge, wenn alle Abitur machen würden, ist eine (seltsame) Illusion.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 17:20
von Palin Waylan-Majere
Ich les immer dreigliedriges Schulsystem. Die boomende Schulform ist allerdings die Förderschule.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 18:42
von Wolfgang Müller
Original von Rafael van der Linden

Das dreigliedrige Schulsystem ist meist sehr durchlässig. Dass allerdings nicht mal in einer Einheitsschule alle Abitur machen, liegt in der Natur des Menschen, des Abiturs und dem Sinn eines differenzierten Bildungssystems.

Die Vorstellung, dass es allen besser ginge, wenn alle Abitur machen würden, ist eine (seltsame) Illusion.
Ja, sehr durchlässig im Weg von oben nach unten. :rolleyes:

Man sollte erst ab der 8. Klasse anfangen zu differenzieren. Erst dann sind Schülerinnen und Schüler eigentlich schon geistlich so reif, ihren beruflichen Werdegang festzulegen.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 19:09
von Hajo Poppinga
Original von Fabian Montary

Das ist der größte Schmarrn in der Bildungspolitik dieses Jahrzehnts. 12 Jahre Schule reichen. Ich sehe kaum, dass die Schüler überlastet sind, ich habe selbst ein sog. „Turboabitur“ hinter mir, spreche aus Erfahrung. Alle Leute sprechen immer davon, wie schlimm das ist, aber was sind das für Leute, die zu Wort kommen? Schüler, Lehrer und Eltern aus Ländern mit 13 Jahren Schulzeit, die gar keinen Plan davon haben, wie es denn real mit 12 Jahren läuft. Diejenigen, die für 12 Jahre bis zum Abi sind, die werden doch gar nicht gefragt. Warum auch? Die könnten ja für ein zwölfjähriges Abi sein... :rolleyes:
Das ist nicht der größte Schmarrn des Jahrzehnts. Du kannst den Streß überhaupt nicht nachvollziehen, weil es bei euch immer üblich war, daß Abitur in 12 Jahren zu machen - das kann es auch keine Probleme mit der Umstellung geben. Im Westen wurden aber Lehrpläne usw. alles 1:1 beibehalten, nur um ein Jahr verkürzt. Das kann nicht gut sein.

Mal davon abgesehen, daß ich auch sonst eine längere Oberstufe (G 8) vollkommen unterstütze. Man kann das Niveau nicht immer weiter senken, damit die Leute immer jünger in den Job kommen, weniger Wissen und dafür aber jeder einen mittlerweile abgewerteten Abschluß bekommt.

Wir kürzen die Zeit bis zum Abitur, wir führen ein Studium light ein, das mit akademischen Idealen eigentlich nichts mehr zu tun hat - wo bleibt da die Persönlichkeitsaus- und heranbildung?

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 19:09
von Hajo Poppinga
Original von Wolfgang Müller
Man sollte erst ab der 8. Klasse anfangen zu differenzieren. Erst dann sind Schülerinnen und Schüler eigentlich schon geistlich so reif, ihren beruflichen Werdegang festzulegen.
Ach was, wer nach der 10ten merkt, daß er gerne noch studieren möchte, kann ja noch immer auf's Gymnasium wechseln.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 19:18
von Wolfgang Müller
Original von Hajo Poppinga

Ach was, wer nach der 10ten merkt, daß er gerne noch studieren möchte, kann ja noch immer auf's Gymnasium wechseln.
Das ist ja alles schön und gut, nur wird in der derzeitigen Schulstruktur einem eingetrichert, wie sein Weg sein wird.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 19:20
von Baudouin de Billancourt
Ich maße mir nicht an, über die Bildung fremder Kinder zu entscheiden, und Ihr solltet es auch nicht tun. Der Bildungssektor muss privatisiert werden; dann werden wir ja sehen, welches Modell sich als das Beste erweist.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 19:35
von Wolfgang Müller
Bildungssektor privatisieren? Das ist der größte Blödsinn, dann werden Kinder aus niedrigeren Einkommensschichten nie ne Schule zu Gesicht bekommen. Die Analphabetenrate steigt, Deutschland wird zum Billiglohnland und runtergewirtschaftet.

Der Kapitalismus hat versagt.