Antworten
Beiträge: 2471
Registriert: Mi 14. Mär 2007, 15:33
Original von Montgomery Scott
So und nun wäre interessant, woher diese riesige Differenz zwischen unseren Meinungen kommt. Erklär mal, was an der Linken für Dich nicht demokratisch ist.
Sorry, mit ehemaligen Stasi-Generälen auf eine interessante Diskussion zu hoffen (die Frau, die das sagte, ist Bundestagsabgeordnete seit irgendwann und eigentlich eher eine der Moderaten in deiner Partei) disqualifiziert für jeden politischen Diskurs. Auf einer solchen Ebene weigere ich mich, über aktuelle politische Inhalte auch nur zu diskutieren. Wer nicht weiß, was in der Vergangenheit falsch gelaufen ist (und das ist auf dieser Veranstaltung - siehe aktueller SPIEGEL, Artikel noch nicht online - sehr deutlich zum Vorschein gekommen), der soll schnellstmöglich eine Mauer um sich selbst errichten, die mindestens so hoch wie die in seinem Kopf ist.

Und ja, wenn eine Linke-Bundestagsabgeordnete eine solche Veranstaltung ohne Widerspruch organisieren kann, dann ist das für mich repräsentativ. Und gerade in Deutschland sollte man wissen, dass es nicht ungefährlich ist, demokratische Rechte gegen die Demokratie zu nutzen. Gerade du solltest das auch wissen.

Ein Spaß am Rande: Lafo ist der gefährlichste der ganzen Roten... ;)
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

JONATHAN METTERNICH HUGHES
Duke of Osbury, Earl of Alsted and Baron Hughes
Fürst von Metternich
General Secretary of the League of Nations
Unionskanzler a.D.
Unionsminister des Auswärtigen a.D.
Imperialkanzler a.D.
Former Prime Minister of Roldem
Erleuchteter
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Original von Jonathan Metternich
Sorry, mit ehemaligen Stasi-Generälen auf eine interessante Diskussion zu hoffen (die Frau, die das sagte, ist Bundestagsabgeordnete seit irgendwann und eigentlich eher eine der Moderaten in deiner Partei) disqualifiziert für jeden politischen Diskurs. Auf einer solchen Ebene weigere ich mich, über aktuelle politische Inhalte auch nur zu diskutieren. Wer nicht weiß, was in der Vergangenheit falsch gelaufen ist (und das ist auf dieser Veranstaltung - siehe aktueller SPIEGEL, Artikel noch nicht online - sehr deutlich zum Vorschein gekommen), der soll schnellstmöglich eine Mauer um sich selbst errichten, die mindestens so hoch wie die in seinem Kopf ist.
Zu den Details kann ich jetzt nichts sagen, da ich den Artikel nicht kenne und meine Mutter schon schläft, sodass ich ihr jetzt nicht den Spiegel mopsen kann ;) Aber warum sollte man mit Stasi-Generälen nicht interessant diskutieren können? Und noch wichtiger: Warum sollte es irgendwie disqualifizieren, wenn man auf einen interessanten Verlauf so einer Diskussion hofft? Natürlich gibt es einige Leute in der Linken, die die DDR gerne verharmlosen. Das ist aber weder die Meinung der Mehrheit innerhalb der Partei noch lässt sich davon auf ein Demokratiedefizit schließen.

Da musst Du schon ein wenig greifbarere Argumente liefern, sonst bleibt dein Verweis auf Probleme mit der Demokratie bei der Linken auf dem Niveau - so ungern ich so etwas sage - eines Roland Koch.
Ein Spaß am Rande: Lafo ist der gefährlichste der ganzen Roten... ;)
=)
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Original von Jonathan Metternich
Sorry, mit ehemaligen Stasi-Generälen auf eine interessante Diskussion zu hoffen
Wer ist jetzt von den Funktionsträgern der heutigen Linken ehemaliger General der Staatssicherheit? Sie haben einige IM, ja, und ich denke auch, dass Gysi dazu gehört. Schlimm genug. Schande über sie. Aber damit wird man der Partei "Die Linke" nicht gerecht, wenn man sie auf die DDR reduziert. Die Wende ist 18 Jahre her. Die jedenfalls allerwenigsten Linke-Funktionäre haben wirklich noch eine dunkle Vergangenheit; haben sicherlich einige, aber in den westdeutschen Nachkriegsparteien war bekanntlich auch der eine oder andere, der lieber nicht an seine Rolle in der NS-Zeit zurückdenken wollte.

Man muss mit der Linken anders umgehen. Man muss sie programmatisch stellen. Die liberale Wirtschaftspolitik ist am Ende (ja, sie ist vom Staat zugrunde gerichtet worden, hilft aber nix), wir werden, wenn wir nicht den sofortigen K.O. wollen, in eine Dekade des keynesianistischen Interventionismus einsteuern müssen (wo das on the long run hinführt weiss ich auch, aber besser immer noch als sudden death). Und das muss man eingestehen, denn sonst bleibt den Leuten ja nichts anderes übrig als Lafontaine zu wählen. Wir müssen auch darüber nachdenken, was zur Hölle deutsche Soldaten in Afghanistan verloren haben. Dieser Krieg ist nicht unser Krieg, und schon gar nicht haben wir dort dauerhaft als Besatzungsmacht aufzutreten. Was gehen uns die Weltbeglückungsphantasien aus Washington an?
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Erleuchteter
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Original von Konrad Grimm
Wer ist jetzt von den Funktionsträgern der heutigen Linken ehemaliger General der Staatssicherheit? Sie haben einige IM, ja, und ich denke auch, dass Gysi dazu gehört. Schlimm genug. Schande über sie. Aber damit wird man der Partei "Die Linke" nicht gerecht, wenn man sie auf die DDR reduziert. Die Wende ist 18 Jahre her. Die jedenfalls allerwenigsten Linke-Funktionäre haben wirklich noch eine dunkle Vergangenheit; haben sicherlich einige, aber in den westdeutschen Nachkriegsparteien war bekanntlich auch der eine oder andere, der lieber nicht an seine Rolle in der NS-Zeit zurückdenken wollte.

Man muss mit der Linken anders umgehen. Man muss sie programmatisch stellen. Die liberale Wirtschaftspolitik ist am Ende (ja, sie ist vom Staat zugrunde gerichtet worden, hilft aber nix), wir werden, wenn wir nicht den sofortigen K.O. wollen, in eine Dekade des keynesianistischen Interventionismus einsteuern müssen (wo das on the long run hinführt weiss ich auch, aber besser immer noch als sudden death). Und das muss man eingestehen, denn sonst bleibt den Leuten ja nichts anderes übrig als Lafontaine zu wählen. Wir müssen auch darüber nachdenken, was zur Hölle deutsche Soldaten in Afghanistan verloren haben. Dieser Krieg ist nicht unser Krieg, und schon gar nicht haben wir dort dauerhaft als Besatzungsmacht aufzutreten. Was gehen uns die Weltbeglückungsphantasien aus Washington an?
Mensch, was ist denn heute abend los mit Dir? Stimmt dich die US-Wahl milde? Du könntest dich ja fast im Sozi-Flügel der Linken wiederfinden, so wie Du redest ;)
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Original von Montgomery Scott
Mensch, was ist denn heute abend los mit Dir? Stimmt dich die US-Wahl milde? Du könntest dich ja fast im Sozi-Flügel der Linken wiederfinden, so wie Du redest ;)
Oh, manche meinen, ich hätte endgültig den Verstand verloren. Denkbar...

Ich wäre noch vor einem Jahr sicher auch nicht für Seehofer gewesen, noch überhaupt in der CSU. Libertarismus war gestern. Irrungen und Wirrungen. Zur Linken würde ich nichts desto trotz nicht passen. Ich glaube, Otto von Bismarck, der Inbegriff des Realpolitikers, hat momentan die Rolle meines Lieblingspolitikers (angeblich hat sich Bismarck ja auch sehr intensiv mit Max Stirner auseinander gesetzt). Und es ist ja bekannt, wie Bismarck auf den Sozialismus reagiert hat.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Erleuchteter
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Original von Konrad Grimm
Ich wäre noch vor einem Jahr sicher auch nicht für Seehofer gewesen, noch überhaupt in der CSU. Libertarismus war gestern. Irrungen und Wirrungen. Zur Linken würde ich nichts desto trotz nicht passen. Ich glaube, Otto von Bismarck, der Inbegriff des Realpolitikers, hat momentan die Rolle meines Lieblingspolitikers (angeblich hat sich Bismarck ja auch sehr intensiv mit Max Stirner auseinander gesetzt). Und es ist ja bekannt, wie Bismarck auf den Sozialismus reagiert hat.
Naja, beim Staatssozialismus bist Du damit ja schon angekommen ;)
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Kaiser
Beiträge: 2229
Registriert: Mi 28. Mär 2007, 20:25
Benutzeravatar
Kaiser

Beitrag von Kreittmayr »

Zumindest ist diese Entwicklung eine äußerst interessante Fallstudie, deren gegenwärtige Ergebnisse ich vor einiger Zeit schon erwartet hatte.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Sophia Kreittmayr (FVP), Präsidentin des Unionsrates
Ministerpräsidentin des Freistaates Freistein





Unionsministerin des Inneren a.D.
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Original von Montgomery Scott
Naja, beim Staatssozialismus bist Du damit ja schon angekommen ;)
Richtig. Ich meine, wir brauchen

1. eine staatliche Kontrolle über die strategisch bedeutenden Schlüsselindustrien, namentlich Agrar, Energie, Rüstung, Telekommunikation, Pharma, Chemie sowie eine Ausweitung im Bankensektor und in der Logistik. Die restlichen Branchen, namentlich und vorrangig Konsumgüterindustrie und Handel, bleiben in privater Hand.

2. wir brauchen verstärkte Subventionen zum Ausgleich unserer zentralen Schwachpunkte, namentlich erstens Rohstoffknappheit - kann nur bedeuten, dass die Anstrengungen im Bereich der regenerativen Energien erhöht werden müssen -, zweitens Kinderknappheit.

3. wir brauchen Vollbeschäftigung, notfalls zum Preis staatlicher Beschäftigungsprogramme; hier sollte es im Bereich der Reinigung, der Kranken- und Altenpflege sowie möglicherweise auch im Rahmen einer deutlichen Vergrößerung der Mannstärke der Bundeswehr Möglichkeiten geben.

Und dann Schotten dicht, anschnallen und festhalten, vielleicht sind wir dann noch da, wenn das, was auf uns zukommt, vorbei ist.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Kaiser
Beiträge: 2229
Registriert: Mi 28. Mär 2007, 20:25
Benutzeravatar
Kaiser

Beitrag von Kreittmayr »

Das glaubst Du mit so einem Ameisenhügelprogamm doch selbst nicht. Du wirst von Wynand noch zu Toohey, so wie ich das sehe.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Sophia Kreittmayr (FVP), Präsidentin des Unionsrates
Ministerpräsidentin des Freistaates Freistein





Unionsministerin des Inneren a.D.
Erleuchteter
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Original von Konrad Grimm
Richtig. Ich meine, wir brauchen

1. eine staatliche Kontrolle über die strategisch bedeutenden Schlüsselindustrien, namentlich Agrar, Energie, Rüstung, Telekommunikation, Pharma, Chemie sowie eine Ausweitung im Bankensektor und in der Logistik. Die restlichen Branchen, namentlich und vorrangig Konsumgüterindustrie und Handel, bleiben in privater Hand.

2. wir brauchen verstärkte Subventionen zum Ausgleich unserer zentralen Schwachpunkte, namentlich erstens Rohstoffknappheit - kann nur bedeuten, dass die Anstrengungen im Bereich der regenerativen Energien erhöht werden müssen -, zweitens Kinderknappheit.

3. wir brauchen Vollbeschäftigung, notfalls zum Preis staatlicher Beschäftigungsprogramme; hier sollte es im Bereich der Reinigung, der Kranken- und Altenpflege sowie möglicherweise auch im Rahmen einer deutlichen Vergrößerung der Mannstärke der Bundeswehr Möglichkeiten geben.

Und dann Schotten dicht, anschnallen und festhalten, vielleicht sind wir dann noch da, wenn das, was auf uns zukommt, vorbei ist.
Naja, ich denke, der SPD wäre Deine Wirtschaftspolitik fast schon zu "links". Auch wenn die PDS mit diesen staatssozialistischen Konzepten wenig hätte anfangen können.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Antworten

Zurück zu „Off Topic“