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Verfasst: Mo 3. Nov 2008, 21:34
von Jörg Schermann
Die FIA bevorzugt immer den, der gerade technisch etwas hinten liegt, damit es auch ja spannend bleibt. Das mag ja einerseits eine noble Intention sein, hat aber in den letzten 15 Jahren zu immer aberwitzigeren Regelkonstruktionen und Entscheidungen geführt, deren Willkür kaum noch zu verbergen ist. Daher ist mein Interesse an der F1 doch im Verlauf dieses Jahrzehnts spürbar zurückgegangen.

Und zu der Bemerkung zum Umweltschutz: Die Tour de France Begleitfahrzeuge inklusive Motorräder, Kamerawagen, Teamfahrzeugen und Werbekolone stoßen zusammen mehr CO2 aus als die Formel 1. Von den Umweltschäden durch chemiekontaminierte Radfahrerpisse will ich da gar nicht erst anfangen ;)

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 10:54
von Stigman
Original von Jörg Schermann
Und zu der Bemerkung zum Umweltschutz: Die Tour de France Begleitfahrzeuge inklusive Motorräder, Kamerawagen, Teamfahrzeugen und Werbekolone stoßen zusammen mehr CO2 aus als die Formel 1. Von den Umweltschäden durch chemiekontaminierte Radfahrerpisse will ich da gar nicht erst anfangen ;)
Die Rennen der letzten Formel 1 Saison wurden an folgenden Orten ausgetragen:

Australien / Melbourne
Malaysia / Kuala Lumpur
Bahrain / Manama
Spanien / Barcelona
Türkei / Istanbul
Monaco / Monte Carlo
Kanada / Montréal
Frankreich / Magny-Cours
Großbritannien / Silverstone
Deutschland / Hockenheim
Ungarn / Budapest
Spanien / Valencia
Belgien / Spa-Francorchamps
Italien / Monza
Singapur / Singapur
Japan / Fuji
China / Shanghai
Brasilien / São Paulo

Das gesamte Equipment aller Teams mußte transportiert werden. Dies erfolgte, so viel ich weiß, nicht mit Pferdekutschen.
Der Verbrauch eines Formel1-Autos dürfte so um die 70Liter/100km liegen. Tendenziell eher mehr.
Der Tour de France - Formel 1 Vergleich kann irgendwie nicht ganz funktionieren. Oder?

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 13:45
von Montgomery Scott
Nicht mal annähernd. Aber es ist bezeichnend, dass es scheinbar gar keine Zahlen dazu gibt, welche Umweltbelastung der Motorsport insgesamt darstellt.

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 13:52
von Jörg Schermann
Wieso nicht? Ich habe das zwar selbst nur irgendwo mal gelesen, aber eine genaue Betrachtung lässt es gar nicht so unwahrscheinlich aussehen:

Die Literangaben stimmen zwar, aber in der F1 fahren 20 Autos, während die Anzahl der Fahrzeuge im Umfeld der Tour deutlich höher sein dürfte:

Es gibt bei der Tour 20 Teams, die teilweise mehrere Begleitfahrzeuge haben. Dazu neutrale Fahrzeuge der Rennleitung, neutrale Materialwagen, diverse Motorräder mit Kameras und eine Werbekolone, die immer vorne weg fährt. KM technisch hat ein F1 Rennen immer gut 300 km. Tour Etappen zwischen 180 und 250 km. Dafür fahren bei F1 Rennen meist nur ca. die Hälfte aller Autos die volle Distanz.

Ich halte es also in der Tat nicht für ausgeschlossen, daß der Benzinverbrauch einer Tour Etappe mindestens der eines Formel 1 Rennens entspricht. Und es gibt 21 Tour Etappen gegenüber 18 Rennen.

Ok, es gibt in der F1 natürlich noch die Trainingstage, die Tests und das Verschiffen des Equipments etc., aber auf der Ebene wird die Rechnung unmöglich, denn dann müsste man bei der Tour auch die An- und Abfahrten zu den täglichen Start- und Zielorten, ebenso die Verbringung des Materials von Kasachstan oder den USA nach Frankreich oder auch den ganzen mit eigenen Trucks umher ziehenden Medientross einberechnen. Da wird es dann irgendwann unübersichtlich.

Aber dem Vergleich 1 Etappe = 1 F1 Rennen hält die Formel 1 stand.

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 15:32
von Montgomery Scott
Du sagst es selbst, begehst aber den gleichen logischen Fehler wie in dem anderen Thread ;) : Ein Formel 1-Rennen bringt einen unglaublichen Logistikaufwand mit sich. Da werden halbe Parkhäuser quer über die Welt transportiert. Dass man hier nicht mit präzisen Zahlen operieren kann, heißt aber noch lange nicht, dass man den offensichtlichen Unterschied einfach ignorieren darf.

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 15:40
von Baudouin de Billancourt
Da wird ne Klimaschwankung zur Katastrophe hochstilisiert, um Steuern zu erhöhen. Und es ist noch nicht genug, dass die Menschen Hurra schreien statt sich zu ärgern, nein, sie geißeln sich selbst und lästern über unterhaltsame Sportarten. Wenn es nicht so traurig wäre, ich käme aus dem Lachen nicht mehr raus...

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 15:55
von Julia Elián
Original von Montgomery Scott
Du sagst es selbst, begehst aber den gleichen logischen Fehler wie in dem anderen Thread ;) : Ein Formel 1-Rennen bringt einen unglaublichen Logistikaufwand mit sich. Da werden halbe Parkhäuser quer über die Welt transportiert. Dass man hier nicht mit präzisen Zahlen operieren kann, heißt aber noch lange nicht, dass man den offensichtlichen Unterschied einfach ignorieren darf.
Nein, ich sage nur, daß man die "Umfeldkosten" eben nicht operationalisieren kann. Wenn ich die Anreise der F1 Teams zur Rennstrecke berechne, müsste ich auch die Anreise Kosten der Teams zur Tour de France bzw. die Transfers Hotel-Strecke einrechnen. Wenn ich Testfahrten während der F1 Saison mitzähle, dann müssten bei der Tour im Grunde der CO2 Ausstoß berechnet werden, der durch das Training aller Fahrer im Winter/Vorfeld entsteht. usw.

Die Frage ist auch, in wie weit die "Logistik" überhaupt miteinbezogen werden kann. Denn Logistik hat jede Sportart. Wenn man so weit geht, müsste man sich auf fragen, wie klimaschädlich ein Fußballspiel ist, wenn 70.000 Leute mit dem Auto anreisen.

Auch da wäre ich mir nicht sicher, ob die F1 nicht sogar besser wegkommt. Spätestens wenn man den Vergleich F1 Zirkus im Jahr gegen UCI Pro Tour im Jahr durchzieht, dürften die Radfahrer alt aussehen.

Aber im Grunde ist das für das Argument nicht entscheidend. Ich wollte damit nur deutlich machen, daß man nicht so platt sagen kann: "F1 wie umweltschädlich" nur weil da offensichtlich Autos mit hohem Benzinverbrauch im Kreis rumfahren", sondern das die Klimakosten anderer Sportarten dem nicht nachstehen müssen.

Sportveranstaltungen. Das ist etwas, woran die Klimadebatte nämlich generell krankt: Das Brandmarken von einzelnen Dingen, weil sie so schön offensichtlich wirken: Bsp. die Debatte Auto/Bahn/Flugzeug und Co 2 Ausstoß. Daher eben das Beispiel: Es ist nicht ausgemacht, daß die "offensichtlich schmutzige" F1 klimaschädlicher ist als der "offensichtlich saubere" Radsport.

Aber die Welt hat ohnehin größere Probleme als den CO2 Ausstoß von Sportarten.

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 18:17
von Stigman
HALLO

Es ging um den Vergleich Formel 1 gegen Tour de France. Wollen wir mal festhalten!! Klimaschwankungen und/oder UCI Pro Tour war kein Thema.

Es geht nur um das/die Rennen. Trainings im Vorfeld, Motoren- oder Reifentests etc. sind nicht mit eingeschlossen! Qualifying schon! Transfers zu den Etappen bzw. Rennorten gehören für mich dazu! Ein Transfer von Plumelec nach Auray ist mit Sicherheit günstiger als von Manama nach Barcelona. Dann die erwähnten 70Liter/100km bei der F1. Ein Fiat oder Skoda braucht bestimmt weniger, selbst durch die Alpen.

By the way: Ich steh' auf keines der beiden o.g. Events. Sport mach' ich lieber selbst.

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 19:03
von Julia Elián
Original von Stigman
HALLO

Es ging um den Vergleich Formel 1 gegen Tour de France. Wollen wir mal festhalten!! Klimaschwankungen und/oder UCI Pro Tour war kein Thema.

Es geht nur um das/die Rennen. Trainings im Vorfeld, Motoren- oder Reifentests etc. sind nicht mit eingeschlossen! Qualifying schon! Transfers zu den Etappen bzw. Rennorten gehören für mich dazu! Ein Transfer von Plumelec nach Auray ist mit Sicherheit günstiger als von Manama nach Barcelona. Dann die erwähnten 70Liter/100km bei der F1. Ein Fiat oder Skoda braucht bestimmt weniger, selbst durch die Alpen.

By the way: Ich steh' auf keines der beiden o.g. Events. Sport mach' ich lieber selbst.
Zum Vergleich Rennen gegen Rennen habe ich ja schon vorher was gesagt: 20 F1 Autos verbrauchen 70 Liter pro 100 km. Also 210 pro Rennen. Berechnet man ein, daß nicht alle das Ziel erreichen sagen wir mal 1500 Liter Treibstoff-Verbrauch für das gesamte Rennen. Die Qualifikation spielt da aufgrund der geringen Rundenzahl eher eine marginale Rolle.

Nun ist die Frage: Verfahren sämtliche Begleitfahrzeuge der Tour de France während einer 200 km langen Etappe mehr oder weniger als diese Menge. Nimm 10 Liter Verbrauch pro 100 km. Also 20 Liter pro Fahrzeug. Also: Sobald die Fahrzeugkolone der Tour aus mehr als 75 Fahrzeugen besteht, was ich so schätzen würde, liegt der Verbrauch pro Etappe höher. Und Etappen gibt es ohnehin mehr als F1 Rennen. Da sind zwar auch 2 Einzelzeitfahren dabei, aber da fahren die Fahrzeuge die Strecke ja mehrmals ab, wenn sie hintereinander mehrere Fahrer betreuen.

Verfasst: Di 4. Nov 2008, 20:09
von Stigman
Original von Julia Elián
Zum Vergleich Rennen gegen Rennen.....
Das "reine" Rennen wäre aber bei der Tour ohne die Werbekolone etc. Bei der F1 gibt es auch genug Schnickschnack der dann berücksichtigt werden müßte.
Aber, lassen wir's gut sein!