Original von Wolfgang Müller
Die von dir angesprochene Partei will doch die FDP sein. Und schau dir mal an, wo die herumkrebst.
Richtig, die will sie zwar sein, wird sie aber partout nicht.
Und das liegt nicht daran, dass es für eine solche Partei keine ausreichend breite Basis gäbe, sondern findet seinen Grund ganz einfach darin, dass sie die gegenwärtige Generation der "dynamischen" Leistungsträger auf Grund ihrer Geschichte nicht anspricht und nicht erreicht.
Wer heute zwischen Anfang dreißig und Ende vierzig ist, der hat das Denken der "68-er" einfach buchstäblich mit der Muttermilch aufgesogen. Er musste nicht von Mitschülern, Kommilitonen oder Arbeitskollegen mit Flugblättern eingedeckt, in Diskussionen verwickelt und zur Demonstration mitgeschleppt werden um zum überzeugten Anhänger von Frieden, Ökologie und "sozialer Gerechtigkeit" zu werden, er wurde von Kindesbeinen dazu erzogen, ein "progressiver, intellektueller Linker" zu sein.
Zu diesem Selbstverständnis passt die FDP, die in den ersten beiden Jahrzehnten der Bundesrepublik das klerikal-autoritaristische Adenauerregime ungerührt mittrug, und 1982 die Rache ihrer unter dem Prädikat "nationalliberal" firmierenden Hinterbänkler für dreizehn Jahre gesellschaftliche Reformpolitik zu spüren bekam, indem diese dem selbstausgerufenen Restaurator der alten Odnung Helmut Kohl zur Kanzlersachaft verhalfen, einfach nicht.
Egal wie weit sich die eigenen Lebensentwürfe und Lebenssituation mittlerweile vom spießigen und strukturkonservativen, ultralinksdogmatischen Muff der SPD-Basis entfernt hat, man ist und bleibt pro forma selbstverständlich "linksintellektuell", und hält die FDP darum für "asozial".
Als die SPD 1998 dann plötzlich den Kleingartenverein Gelsenkirchen-Bismarck verließ, und die Lust auf Leistungsbereitschaft und Lebensart entdeckte, passten sie und hunderttausende ihrer förmlichen Anhänger endlich auch mit Herz und Seele zusammen, Konsequenz: die SPD explodierte sie Wahltag in einem 41%-Feuerwerk, während die FDP mit gerade etwas über 6% knapp noch in den Bundestag kriechen konnte.
Die SPD muss wieder die Partei des sozialen Ausgleichs werden.
Und sich um dieses Prädikat mit CDU/CSU, Grünen, Linkspartei und NPD kloppen? Die sich alle bereits
vor ihr wieder von Globalisierung, Lesitungsdenken und Eigenverantwortung abgewandt bzw. das sowieso nicht verfochten haben?
Da hat sie keine Chance... =)