Tipp von außerhalb: wenn ihr clever seid, nehmt ihr I.
Warum? Weil die DU, unbeschadet der gewissenhaft betrieben realistischen Ausgestaltungsarbeit in den Ländern, ein Fantasiestaat ist. Dass sich eines Tages im Jahre 1998 drei so verschiedene Länder wie Heroth, Katista und Salbor, zudem ohne gemeinsame Landgrenze, gleich zu einem (jedenfalls staatsorganisatorisch so verfassten) Bundesstaat zusammenschließen, ist realistischerweise schon schwierig nachzuvollziehen. Dass sich gerade zwei Jahre nach Gründung dieses Bundesstaat noch ein faktisches Weltreich nebst Kolonien diesem anschließt, noch weniger. Aber an diesem Gang der virtuellen Geschichte möchte die Mehrheit ja nicht rütteln (bzw. tut es zumindest nicht).
Ist das schlimm? Nein! Micronationen sind Fantasiegebilde, erlaubt ist, was immer die Spielerschaft festlegt, weil es ihr erwünscht ist oder zweckmäßig erscheint. Darüber hat gar kein Außenstehender zu urteilen. Warum soll es im bunten Reigen der MNs nicht auch einen fantastischen Vielvölkerstaat wie die DU geben? Solange er seinen Spielern gefällt, ist doch alles perfekt.
Nur: wie glücklich wird ein solcher eher fantastischer Staat auf einer verstärkt realismusorientierten Karte wie der projektierten AIC/GF-Fusionskarte? Für sich selbst kann eine MN als realistisch bestimmen, was immer in ihrem Kosmos realistisch sein soll - alleiniger Maßstab und einzige Grenze ist die Fantasie ihrer Spieler. Unterwirft sie sich dem Realismusbegriff einer Kartenorganisation, muss der nicht notwendigerweise mitz ihren Bedürfnissen übereinstimmen. Maßstab der projektierten AIC-/GF-Fusionskarte ist die reale Welt mit ihren politischen und historischen Gesetzmäßigkeiten und Strukturen - in die die DU nun nicht einmal mehr schwerlich hineinpasst.
Versucht sie sich hineinzuzwängen, programmiert sie neue innere Konflikte vor, die sie schließlich vor die Wahl stellen werden, in welche Richtung sie eine Umgestaltung vollziehen will: hin zum homogeneren und zentralistischeren Nationalstaat, oder aber zum lockereren Staatenverbund. Beide Modelle haben in der DU Fürsprecher, aber keines eine Mehrheit. Jeder Versuch, eine Richtugn durchzusetzen würde zur wohl endgültig vernichtenden Zerreißprobe.
Unabhängig von Kartenorganisationen und ihren Ansprüchen, also zunächst in ihrem eigenen Kosmos, kann die DU beides sein - für jeden das, was er in ihr sieht. Denn sie muss keine Rücksicht auf ein projektübergreifendes Gefüge nehmen, das für die eine oder andere Seite unliebsame Realitäten schafft, statt dessen sind allein die Spieler Herr der Gestaltung ihrer MN, im Mittelpunkt stehen allein das Geschehen und die Zusammenhänge in der DU, nicht deren Zusammenhänge mit anderen Projekten. Unabhängig von einer Kartenorganisation können sich die Spieler der DU konfliktfrei entfalten und zur Gestaltung des Projekts beitragen. Selbst unterschiedliche Perspektiven - föderativer Nationalstaat oder Verbund eigenständiger Nationen? - werden mit ein wenig Toleranz vereinbar.
Und die Außenpolitik? Ich glaube, die Spaltung der MN-Gemeinde in GF und OIK hat uns alle eines gelehrt - die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Karte ist kein brauchbares Kriterium für den Entscheid über die Aufnahme zwischenstaatlicher Beziehungen. In die Weltgemeinschaft wird sich die DU, wenn politisch gewünscht, auch integrieren können, wenn sie auf keiner Weltkarte verzeichnet ist, und "nur" über eine eigene Karte verfügt...
Sprach's, und wurde unsichtbar