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Verfasst: Fr 11. Jul 2008, 00:28
von Montgomery Scott
Original von Rainer Zufall
Er spricht sich für Sterbehilfe aus, also für Beihilfe zum Selbstmord, welcher - wie du vielleicht weißt - eine Todsünde ist.
Das stimmt allerdings, der Mann ist erfrischend rational für einen aus dem rechten Lager, vorallem, weil ihm scheinbar jeder Konservatismus abgeht.

Verfasst: Fr 11. Jul 2008, 08:02
von Michael Schneider
Man schwebt mit Sterbehilfe immer in einem gebiet, wo man abwägen muss, zwischen dem Leiden des Menschen, der sein Leben beenden möchte, weil es auf keinen Fall Möglichkeiten der Besserung gibt, und dem Mißbrauch, der dazu führen könnte, dass arme Menschen, die sich keine teuren Behandlungen leisten können oder die eine Belastung für ihre Umgebung darstellen systematisch der Tod anempfohlen wird, obwohl es andere Lösungen gäbe oder sie noch sehr lange leben könnten, unter Ausnutzung ihrer schlimmen Lage.

Verfasst: Fr 11. Jul 2008, 12:10
von Hajo Poppinga
Original von Montgomery Scott

Das stimmt allerdings, der Mann ist erfrischend rational für einen aus dem rechten Lager, vorallem, weil ihm scheinbar jeder Konservatismus abgeht.
Kommt auch auf die Definiton von Koservativismus an.

Verfasst: Fr 11. Jul 2008, 19:07
von Montgomery Scott
Original von Michael Schneider
Man schwebt mit Sterbehilfe immer in einem gebiet, wo man abwägen muss, zwischen dem Leiden des Menschen, der sein Leben beenden möchte, weil es auf keinen Fall Möglichkeiten der Besserung gibt, und dem Mißbrauch, der dazu führen könnte, dass arme Menschen, die sich keine teuren Behandlungen leisten können oder die eine Belastung für ihre Umgebung darstellen systematisch der Tod anempfohlen wird, obwohl es andere Lösungen gäbe oder sie noch sehr lange leben könnten, unter Ausnutzung ihrer schlimmen Lage.
Natürlich muss Missbrauch vermieden werden, wie überhaupt bei jedem Recht. Ich verstehe nicht, warum das immer so betont wird.

Verfasst: Fr 11. Jul 2008, 23:24
von Michael Schneider
Original von Montgomery Scott

Natürlich muss Missbrauch vermieden werden, wie überhaupt bei jedem Recht. Ich verstehe nicht, warum das immer so betont wird.
Weil bei Mißbrauch hier auf jeden Fall ein Mensch tot ist, wo das andernorten nciht so ist.

Verfasst: Do 17. Jul 2008, 20:19
von Lady Enigma
Original von Montgomery Scott

Das stimmt allerdings, der Mann ist erfrischend rational für einen aus dem rechten Lager, vorallem, weil ihm scheinbar jeder Konservatismus abgeht.
Was bitte, verstehst Du denn unter Konservatismus?

Verfasst: Do 17. Jul 2008, 20:24
von Montgomery Scott
Kurz gesagt: Die Einstellung, dass eine Norm deshalb zu verteidigen ist, weil sie traditionell existiert. Das ist jetzt sehr verkürzt aber trifft auf den vorliegenden Fall recht gut zu.

Verfasst: Do 17. Jul 2008, 21:00
von Lady Enigma
Also, ich bin sicher bis auf die Knochen konservativ, jedenfalls ist das mein Selbstverständnis. Aber ich kann weder der Sache mit der Norm ,noch in Bezug auf die Sterbehilfe zustimmen. Dieser Mann entspricht meiner Vorstellung von der Bewahrung grundlegender Werte.

Verfasst: Do 17. Jul 2008, 21:07
von Montgomery Scott
Original von Lady Enigma
Also, ich bin sicher bis auf die Knochen konservativ, jedenfalls ist das mein Selbstverständnis. Aber ich kann weder der Sache mit der Norm ,noch in Bezug auf die Sterbehilfe zustimmen. Dieser Mann entspricht meiner Vorstellung von der Bewahrung grundlegender Werte.
Das "grundlegend" ist eben relativ. Konservativ ist, wenn man Normen schon alleine deshalb verteidigt, weil sie eben traditionell etabliert sind. Das können für Dich völlig andere Werte sein als für andere, die sich als konservativ verstehen. Aber nach meinem Empfinden und meiner Erfahrung ist der typische Standpunkt für Konservative zum Thema Sterbehilfe eben der, dass sie abzulehnen ist, weil ein solches Herangehen an das Thema Tod traditionell tabu ist.

Verfasst: Do 17. Jul 2008, 21:11
von Rainer Zufall
Die Einstellung, dass eine Norm deshalb zu verteidigen ist, weil sie traditionell existiert.
Trifft es m.E. nicht ganz. Einige Konservative verteidigen auch Werte, weil sie sie für richtig halten, nicht nur, weil sie althergebracht ist. Häufig ist es sogar so, daß aus der Tradition die eine Norm verworfen wird, die andere jedoch aufgegriffen und als zukunftsweisend betrachtet wird.

Nach deinem Quote wäre jeder gläubige Katholik automatisch ein Konservativer, ein Vorwurf, dem ich verwehre.