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Verfasst: Do 7. Feb 2008, 02:34
von Teri Shark
Mitt Romney hat pro Delegiertenstimme bisher 1,6 Millionen Dollar ausgegeben. Das ist beeindruckend. Wenn auch nicht sonderlich geschäftstüchtig.

Und damit kommen wir zu meinem republikanischem Liebling: Texas-Ron, der Texas-George im Eierförmigen Büro nachfolgen will.
Original von Damian Fuller
Für seine vor dem Wahlkampf relative Unbekanntheit gegenüber den meisten anderen Kandidaten und seine konsequent altkonservativ-liberale Haltung hat Ron Paul sehr respektable Ergebnisse eingefahren. Und dies sind die Abstimmungergebnisse der offiziell eingetragenen Republikaner. Eine Partei, die sich derzeit immer noch an der neokonservativen Imperiumsidee ausrichtet.
Für seine während des Wahlkampfs beeindruckenden Fundraising-Ergebnisse hat er aber katastrophale Ergebnisse.

Und nach Mitt und Ron jetzt weg vom Spaß und zurück zum Inhalt: Wo in Gottes Namen sind denn die Republikaner heutzutage noch neokonservativ [mal ganz abgesehen davon, dass es "die Republikaner" nie waren]?

Verfasst: Do 7. Feb 2008, 12:19
von Konrad Grimm
Original von Teri Shark
Für seine während des Wahlkampfs beeindruckenden Fundraising-Ergebnisse hat er aber katastrophale Ergebnisse.
Natürlich. Es gibt keine Chance für libertäre Politik, weil sie ein Widerspruch in sich ist.

Verfasst: Do 7. Feb 2008, 18:29
von Konrad Grimm
Der Republikaner Mitt Romney gibt auf. Laut CNN hat er nach mehreren Niederlagen in Folge seinen Ausstieg aus dem Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur aus. Er hatte rund 35 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen in den Wahlkampf gesteckt.

Bleibt noch der religiöse Irre oder Welfare McWarfare :puke:

Verfasst: Fr 8. Feb 2008, 19:56
von Damian Fuller
Original von Teri Shark

Für seine während des Wahlkampfs beeindruckenden Fundraising-Ergebnisse hat er aber katastrophale Ergebnisse.
Nein, das sind meiner Meinung nach eben ganz ordentliche Ergebnisse - wenn sie auch viel besser hätten sein sollen in einer Partei die teilweise noch heute mit "Weniger Staatsapparat, mehr individuelle Freiheit" Werbung macht.

Aber in einer Partei, in der der Zuspruch für den Irak-Krieg und die Besatzung immer noch so groß ist, sind es auch keine schlechtene Werte. Die Spenden für seinen Wahlkampf kamen ja vermutlich großteils auch nicht aus Reihen von großen - mit den Reps oder Dems verbundenen - Konzernen, oder von Mitgliedern der Republikanischen Partei. Die meisten Stimmen erhielt Paul vermutlich von Independents, also parteilosen und unabhängigen US-Bürgern.

Er war übrigens der republikanische Kandidat mit den meisten Spenden von Militärangehörigen und Irakkriegs-Veteranen.

Ron Paul kam im Prinzip aus dem Nichts was Beziehungen und Funktionärseinfluss innerhalb der Republikaner angeht. Und dafür sind die Ergebnisse respektabel.
Wo in Gottes Namen sind denn die Republikaner heutzutage noch neokonservativ [mal ganz abgesehen davon, dass es "die Republikaner" nie waren]?
Das Establishment bzw. die führenden Funktionäre der GOP waren schon großteils neokonservativ bzw. interventionistisch geprägt. Allerdings war dieser Wandel von der traditionellen außenpolitischen Zurückhaltung des amerikanischen Konservati(vi)smus zur Übernahme der Clinton'schen Weltpolizisten-Politik erst nach dem 11. September richtig zu sehen.

Verfasst: Sa 9. Feb 2008, 16:46
von Konrad Grimm

Verfasst: So 10. Feb 2008, 12:45
von Teri Shark
Original von Damian Fuller
Die Spenden für seinen Wahlkampf kamen ja vermutlich großteils auch nicht aus Reihen von großen - mit den Reps oder Dems verbundenen - Konzernen, oder von Mitgliedern der Republikanischen Partei. Die meisten Stimmen erhielt Paul vermutlich von Independents, also parteilosen und unabhängigen US-Bürgern.
Das gilt auch für Obama, der in 2008 bis zum jeztigen Zeitpunkt dreihunderttausendirgendwas Spender hat, von denen viele auch nicht den Demokraten angehören. Man kann mit Spenden von unabhängigen aber auch gewinnen.

Mal ganz davon abgesehen, dass Paul noch älter als McCain ist.
Ron Paul kam im Prinzip aus dem Nichts was Beziehungen und Funktionärseinfluss innerhalb der Republikaner angeht. Und dafür sind die Ergebnisse respektabel.
Dafür, dass Ron Paul seit Jahren Mitglied des US-Kongresses ist, aber wiederum nicht.
Das Establishment bzw. die führenden Funktionäre der GOP waren schon großteils neokonservativ bzw. interventionistisch geprägt. Allerdings war dieser Wandel von der traditionellen außenpolitischen Zurückhaltung des amerikanischen Konservati(vi)smus zur Übernahme der Clinton'schen Weltpolizisten-Politik erst nach dem 11. September richtig zu sehen.
Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie Neokonservativismus auf die Außenpolitik reduziert und selbst dann noch falsch dargestellt wird. Die Mehrheit der neokonservativen Denker bezeichnet die Bush-Regierung zurecht nicht als neokonservativ - aus dem Grund, dass sie es nicht ist.

Verfasst: So 10. Feb 2008, 13:01
von Konrad Grimm
Original von Teri Shark
Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie Neokonservativismus auf die Außenpolitik reduziert und selbst dann noch falsch dargestellt wird.
Welfare-Warfare.

Verfasst: Mo 11. Feb 2008, 18:31
von Damian Fuller
Original von Teri Shark
Man kann mit Spenden von unabhängigen aber auch gewinnen.
Meine Aussage war auch nicht Gegenteiliges von Obigem. Ich schrieb, dass man von der Anzahl der Spenden - die eben wegen fehlender Konzernspenden für Ron Paul im Vergleich zu den meisten anderen Kandidaten trotzdem deutlich geringer waren - nicht zwangsweise auf eine höhere Stimmenzahl innerhalb der Parteidelegierten und -Funktionäre schließen kann.
Original von Damian Fuller
Ron Paul kam im Prinzip aus dem Nichts was Beziehungen und Funktionärseinfluss innerhalb der Republikaner angeht. Und dafür sind die Ergebnisse respektabel.
Original von Teri Shark
Dafür, dass Ron Paul seit Jahren Mitglied des US-Kongresses ist, aber wiederum nicht.
Keine Mehrheit der US-Amerikaner kennt ihren eigenen Kongressabgeordneten mit Namen, geschweige denn den eines anderen Bezirks oder gar Bundes-Staates. Das gilt auch für Bundestagsabgeordnete in Deutschland. Dazu wurde Ron Paul auch noch gegen den Wunsch des Republikaner-Vorstandes und des amtierenden Präsidenten immer wieder gewählt.
Original von Teri Shark
Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie Neokonservativismus auf die Außenpolitik reduziert und selbst dann noch falsch dargestellt wird. Die Mehrheit der neokonservativen Denker bezeichnet die Bush-Regierung zurecht nicht als neokonservativ - aus dem Grund, dass sie es nicht ist.
Dann erläutern Sie doch mal die neokonservative Philosophie. Man hört ja viel unterschiedliches darüber.

Verfasst: Mo 11. Feb 2008, 19:24
von Aaron Sulla
Dann erläutern Sie doch mal die neokonservative Philosophie. Man hört ja viel unterschiedliches darüber.
Er hat ne Facharbeit drüber geschrieben, pass auf ;)

Verfasst: Mo 11. Feb 2008, 19:52
von Damian Fuller
Original von Aaron Sulla
Er hat ne Facharbeit drüber geschrieben, pass auf ;)
Das kann, aber muss nicht so viel heißen auf philosophischem oder politischem Gebiet. ;) Aber es heißt zumindest, dass sich jemand länger als 5 Minuten mit der Materie auseinandergesetzt hat.