Die Lage auf dem anticäischen Kontinent spitzt sich immer weiter zu. Nachdem die Demokratische Union eine Generalmobilmachung angeordnet hat, konzentriert das Königreich Barnstorvia seine Truppen an der Grenze zur DU. Das teilte Kanzler
George Millerand in den frühen Morgenstunden mit:
- Die Demokratische Union hat, wie uns unsere freisteinischen Freunde mitgeteilt haben, mit ersten militärischen Operationen auf freisteinischem Staatsgebiet begonnen, namentlich mit der Durchbrechung der Abriegelungsringe um die Unionskasernen.
Die Regierung Ihrer Majestät wertet dies als den Beginn eines Invasionsversuches der Demokratischen Union im Königreich Freistein. Wir betrachten dies als einen Zustand höchster Gefährdung der nationalen Sicherheit. In Absprache mit dem Generalstab hat sich Ihre Majestät die Königin daher dazu entschlossen, von Ihren Notstandskompetenzen gem. Art. 22.1 der Constitution Gebrauch zu machen und die bewaffnete Macht zum Einsatz zu bringen. Die Königlichen Streitkräfte haben den Befehl erhalten, unverzüglich die Grenze nach Freistein zu überschreiten und die Staatsregierung in Lüderitz bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu unterstützen. Barnstorvia befindet sich somit im Krieg.
Der barnstorvische Verbündete Gran Novara ordnete unterdessen ebenfalls die Generalmobilmachung der Streitkräfte an.
Die nun unabhängige Republik Imperia, vertreten durch Imperialinnenminister
Rudolph Baader, ordnete unterdessen für die Sicherheitsbehörden die höchste Alarmbereitschaft an:
- Weiter wird angeordnet, dass sich alle Mitglieder der Unionsarmee mit imperianischer Bürgerschaft bei ihren imperianischen Einheiten einzufinden haben. Wehrfähige Männer mit imperianischer Bürgerschaft werden angehalten sich bei ihrem Wehrbezirkskommando einzufinden.
Allen Mitgliedern der Unionsstreitkräften wird angeraten, sich unverzüglich entwaffnen zu lassen. Jene Soldaten werden von Kriegshandlungen ausgenommen und wie souveräne Kriegsgefangene behandelt.
Nach Beendigung des Konfliktes wird zugesichtert, dass sich unverzüglich in ihre Heimat zurückversandt werden. Eine rechtstaatliche Behandlung nach den gültigen Kriegs- und Menschenrechten wird vollkommen gewährt.
Kombattanten mit Unionshintergrund werden ab 6:00 Uhr am 9. des Oktobers als Feinde eingestuft und bekämpft.
Auch das Königreich
Freistein rief seine Männer zu den Waffen. Ein Eingreifen in den Konflikt wird auch von
Albernia erwartet; das teilen uns Quellen im Sitz der Premierministerin, No. 5 Penny Lane, mit.
Immer mehr Staaten erkennen unterdessen die Unabhängigkeit Imperias und Freisteins an. Der sebulonische Ministerpräsident
Samuel Kirschbaum, dessen Land vertragliche Verbindungen zur Demokratischen Union besitzt, sagte im Rahmen einer Pressekonferenz:
- Es stimmt mich traurig, dass hier keine friedliche Lösung im Dialog gesucht werden konnte, und nun Antica vor einem neuen großen Krieg zu stehen scheint, der viele Menschen unnötig das Leben kosten mag. Dennoch können wir das Begehren der Freisteiner und der Imperianer verstehen, die als Völker in ihrem eigenen Nationalstaat leben wollen. Ist es nicht zuletzt auch das sebulonische Volk, dass auf seine Selbstbestimmung und Eigenständigkeit als Staat besonders stolz ist, so dass Juden aus aller Welt zu uns kommen, um hier zusammen mit ihren Volksgenossen in Freiheit und Frieden zu leben. Aus diesem Grunde sind wir geneigt, die neuen Staaten Republik Imperia und Königreich Freistein anzuerkennen. Wir möchten jedoch betonen, dass wir eine friedliche Lösung eindeutig bevorzugen, und rufen daher alle Parteien zu friedlichen Verhandlungen und einer einvernehmlichen Lösung der Probleme auf. Es hat in der Geschichte der Völker Anticas schon genügend Blutvergießen gegeben!
Für große Bestürzung in der Demokratischen Union sorgte die Anerkennung der Sezessionen durch den Bündnispartner Chinopien. In einer Erklärung der Kaiserin des Gelben Reiches,
Amai Li, heißt es:
- Die Demokratische Union verliert sich nicht erst seit jüngster Zeit in Verfahrensfragen und Bürokratie. Es gibt keine wirklich kreative oder maßgebliche Außenpolitik.
Das Bündnis mit der Demokratischen Union war von keinem großen Nutzen für das Kaiserreich. Angeführt sei hier beispielhaft die zu laue "Unterstützung" in einer dem Reich sehr wichtigen Sicherheitsfrage auf Renzia, nämlich der Krise um Huangzhou und Aurora, die keineswegs für einen "Verbündeten" angemessen war. Verbündete stehen einander bei, mit Rat und Tat und sehen nicht nur von außen zu, wie sich eine Krise für den anderen entwickelt.
Es ist der Wunsch der Völker von Imperia und Freistein, in die Freiheit entlassen zu werden. Das Kaiserreich unterstützt vor allem in Renzia die Bestrebungen der Völker nach Freiheit von fremder Botmäßigkeit. Wie könnte das Reich den Wunsch zweier Völker nicht unterstützen, auch wenn sie sich im fernen Antica befinden?
Ich erkläre deshalb hiermit im Besitz der völkerrechtlichen Vertretungsmacht Chinopiens, dass ich - und damit das Kaiserreich - die Sezession der Staaten anerkenne, wie auch die Übergangsregierungen in den neuen Nationen Freistein und Imperia. Weiters betrachte ich die Demokratische Union, mit der das Kaiserreich in Verbindung stand, durch den Austritt der Kernstaaten als de facto aufgelöst und die Verträge damit als obsolet.
Das Kaiserreich wird umgehend mit den freien und souveränen Nationen Imperia und Freistein in Kontakt treten, um sie bei ihren Freiheitbestrebungen zu unterstützen.
In New Alcantara trat Acting Governor
Ulysses S. Finnegan vor die Presse. Der Vertraute des Präsidenten hatte, wie wir bereits berichteten, einen Entschließungsantrag in den Senat eingebracht, der die Anerkennung Imperias und Freisteins vorsieht. Er sagte:
- In der heutigen Nacht erleben wir bedeutende Ereignisse in Antica: Völker geben ihrem Willen nach Freiheit und Unabhängigkeit ausdruck. Völker trennen sich, um ihre eigenen Wege zu gehen. Eine Ära geht zuende, eine neue Ära beginnt. Es liegt nun in der Hand einiger weniger Leute, ob diese Ära, wie schon so oft in der menschlichen Geschichte, mit dem Blut unschuldiger Menschen getränkt werden soll, oder ob wie es schaffen, eine neue Ära endlich einmal mit dem Klang der Friedensglocken einzuläuten. Dies ist die Hoffnung, die ich im Namen aller Bürgerinnen und Bürger zum Ausdruck bringen will: Die Hoffnung, dass diese Ereignisse friedlich verlaufen.
[...] Unser Staate ist einstmals gegründet und aufgebaut worden von mutigen Leuten, die einen Schritt in die Zukunft gemacht haben, um frei zu sein. Die Fesseln abgeworfen und Grenzen überwunden haben, um endlich ihre Freiheit zu erlangen.
Unsere Geschichte ist unsere Verantwortung, und Freiheit ist unser Auftrag. Wir müssen die Verantwortung, die uns von den Gründervätern unseres Staates und der Vereinigten Staaten mit auf den Weg gegeben wurde, jeden Tag ernst nehmen. New Alcantara nennt sich "Freistaat", Free State steht im Namen unseres Staates, weil wir, die Bürger von New Alcantara, frei sind. Wir sind freie Bürger unseres Staates und freie Bürger der Vereinigten Staaten von Astor. Und wir stehen für die Freiheit ein, egal ob in unserem Staat, in den Vereinigten Staaten oder sonst auf der Welt. Und wir unterstützen jene Menschen, die ihr Streben nach Freiheit verwirklichen wollen und jenen Schritt gehen, den einstmals die Gründerväter unseres Staaten getan haben: Unabhängig zu werden - frei zu werden.
Es steht nicht in meiner Macht, die Unabhängigkeit von Imperia und Freistein anzuerkennen, denn das ist alleinig die Befugniss der Bundes-Administration. Doch glaube ich, dass keine Bürgerin und kein Bürger dieses Staates auch nur eine Minute zögern würde, Imperia und Freistein die Anerkennung auszusprechen, wenn man ihn danach fragen würde. [...] Ich habe daher bereits vor einigen Minuten eine Resolution im Kongress eingebracht, in welcher der Kongress seine Unterstützung zum Ausdruck bringt, und ich kann in Richtung des Weißen Hauses nur sagen: Mr. President, tun sie das richtige: Erkennen Sie die Unabhängigkeit von Imperia und Freistein an. [...]
Ich denke, ich spreche daher im Namen aller Bürgerinnen und Bürger dieses wunderbarsten aller Bundesstaaten der USA, wenn ich den Bürgerinnen und Bürgern von Freistein und Imperia bis dahin zurufe: Wir stehen auf Eurer Seite. Heute Nacht sind wir alle in New Alcantara Freisteiner und Imperianer.
Gott schütze New Alcantara, die Vereinigten Staaten und alle freien Männer und Frauen auf der ganzen Welt. Und heute Nacht besonders jene in Freistein und Imperia.
Die GBC hält sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.