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Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 18:38
von Oliver von Palm
Original von Fiete Schulze

LOL...na dann würde ich an deiner Stelle mal für einen Mindestlohn kämpfen und deine Mutter sollte sich mal überlegen, ob sie in ihrem Unternehmen was falsch macht, wenn ihr beide zusammen weiniger verdient als eine Hart4-Frau mit Kind und Nebenjob.
Und was hat das mit dem Thema eigentlich zu tun? Ist jeder Arbeitsloser gleich unter Generalverdacht den Staat zu betrügen?
Gegen Staatssubventionierung kommt man nicht an. Ein Mindestlohn wäre noch fataler.

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 18:46
von Amber Marie Ford
Original von Fiete Schulze
LOL...na dann würde ich an deiner Stelle mal für einen Mindestlohn kämpfen und deine Mutter sollte sich mal überlegen, ob sie in ihrem Unternehmen was falsch macht, wenn ihr beide zusammen weiniger verdient als eine Hart4-Frau mit Kind und Nebenjob.
Und was hat das mit dem Thema eigentlich zu tun? Ist jeder Arbeitsloser gleich unter Generalverdacht den Staat zu betrügen?
Wir haben zu wenig Jobs, weil (sozialversicherungspflichtige) Arbeit zu teuer ist. Einerstets stehen Millionen Menschen ohne Job, und hunderttausende Jugendliche ohne Ausbildungsplatz da. Andererseits werden vielerorts Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich verlängert, geringfügig Beschäftige als Aushilfen eingestellt, bleiben Aufträge liegen und müssen gutgehende Handwerksbetriebe schließen, weil der Meister in den Ruhestand tritt und keinen Nachfolger findet.

Die Arbeit an sich ist da, man nur die, die sie verrichten könnten und wollten, nicht bezahlen (außer, sie täten es schwarz).

Ein gesetzlicher Mindestlohn würde das kleine Bißchen konjunktuellen Aufschwung sofort wieder niederknüppeln, richtig ist der andere Weg: der Flächentarif muss weg, die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung müssen gedeckelt werden, das ALG II muss in eine Grundsicherung mit einer Art Kombilohnkomponente überführt werden: wer zwar arbeitet, und sei es nur in Teilzeit oder stundenweise, dadurch aber nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, muss eben einen Zuschuss erhalten, der ihn im Ergebnis dann besser stellt als jeden, der nicht arbeitet.

Und ja, wer ein solches Angebot bekommt und es ausschlägt, der bekommt eben statt Geld nur noch ein Bett im Obdachlosenwohnheim, Gutscheine für Kleidung und die Suppenküche und im Krankheitsfalle amtsärztliche Betreuung - bumm!

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 18:48
von Fiete Schulze
Vllt...sollte man doch sich mal Gedanken über ein Bürgergeld machen. Ich werfe den Begriff mal hier in die Runde. Das würde sogar dem verarmten Adel der von Palms ganz gut tun ^^

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 18:51
von Oliver von Palm
Ach Fiete... Wir sind nicht verarmt. Aber das Unternehmen oft nicht soviel abwerfen, sollte dir klar sein. Und bei der Dame war es ja mehr ihre Schwarzarbeit, die dafür gesorgt hat, dass sie soviel hatte. Ihr Kind hat glaube ich auch noch schwarz gearbeitet, der Junge war ja auch schon 20.

@Ambää

Ich kann dir nur Recht geben.

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 18:57
von Fiete Schulze
Original von Oliver von Palm
Ach Fiete... Wir sind nicht verarmt. Aber das Unternehmen oft nicht soviel abwerfen, sollte dir klar sein. Und bei der Dame war es ja mehr ihre Schwarzarbeit, die dafür gesorgt hat, dass sie soviel hatte. Ihr Kind hat glaube ich auch noch schwarz gearbeitet, der Junge war ja auch schon 20.

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Hinter dem Begriff Kind habe ich jetzt doch was anderes vermutet :rolleyes:
Und wenn du es nur glaubst, dann kann ich damit nichts anfangen.
Und wenn diese Dame mehr verdient als du und deine Mutter zusammen, dann tut mir das leid, aber da können die Arbeitslosen doch nichts für. Und diese Frau muss immer damit leben, erwischt zu werden und der Wirt der Schwarzarbeit fördert ebenfalls...das sollte doch nun kein Maßstab sein.
Und was willst du uns denn eigentlich sagen? Soll man den ALG2-Menschen jetzt etwa noch mehr Geld streichen?

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 18:58
von Oliver von Palm
Original von Fiete Schulze

Hinter dem Begriff Kind habe ich jetzt doch was anderes vermutet :rolleyes:
Und wenn du es nur glaubst, dann kann ich damit nichts anfangen.
Und wenn diese Dame mehr verdient als du und deine Mutter zusammen, dann tut mir das leid, aber da können die Arbeitslosen doch nichts für. Und diese Frau muss immer damit leben, erwischt zu werden und der Wirt der Schwarzarbeit fördert ebenfalls...das sollte doch nun kein Maßstab sein.
Und was willst du uns denn eigentlich sagen? Soll man den ALG2-Menschen jetzt etwa noch mehr Geld streichen?
Nein. Man soll die Besteuerung von Erwerbseinkommen, egal wie hoch es ist, einstellen.

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 19:00
von Amber Marie Ford
Original von Fiete Schulze
Vllt...sollte man doch sich mal Gedanken über ein Bürgergeld machen. Ich werfe den Begriff mal hier in die Runde. Das würde sogar dem verarmten Adel der von Palms ganz gut tun ^^
Wie man es nennt ist mir egal ;), die Idee verfechte ich seit langem: wer kein eigenes Einkommen erzielt, der erhält ein Bürgeld, eine negative Einkommensteuer, eine Grundsicherung, oder wie auch immer man es nennen will.

Wer ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit, Rente o. ä. erzielt, das unterhalb des
Existenzminimums liegt, der bekommt den doppelten Differenzbetrag, so hat jeder der arbeitet, oder wie im Falle von Rentnern teilweise jahrzehntelang gearbeitet hat und es nun aus Altersgründen nicht mehr kann, in jedem Fall immer mehr als der, der nicht arbeitet.

Die Höhe bestimmen die Kommunen anhand der örtlichen Lebenshaltungskosten, und jeder kann sein Geld aufteilen wie er will. Wer in einem leeren Riesenpenthouse sitzen und trockenes Brot essen will - bitte schön. Schluss mit Vermessungen von Wohnungen durch die ARGE, abschließen von Räumen und Hinterlegung des Schlüssels beim Vermieter und ähnlichem Quatsch dne man keinem Ausländer erzählen darf, weil er uns Deutsche sonst für irre hielte.

Andersherum wird die Grundsicherung jedem, der arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren könnte, es aber schuldhaft nicht tut, gestrichen, und durch Naturalleistungen ersetzt: Schlafplatz im Wohnheim, Gutscheine für Verpflegung und Kleidung, medizinische Versorgung durch den Amtsarzt.

Das würde die Sozialsysteme erheblich entlasten, die Gerechtigkeit verbessern, und endlich auch die Arbeitslosigkeit spürbar senken.

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 19:02
von Fiete Schulze
Original von Oliver von Palm

Nein. Man soll die Besteuerung von Erwerbseinkommen, egal wie hoch es ist, einstellen.
Aha...und dann?

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 19:04
von Oliver von Palm
Mit dem Geld auskommen, was er hat. Den Leuten muss einfach ihr Geld bleiben.

Verfasst: Mo 8. Okt 2007, 19:23
von Konrad Grimm
Original von Fiete Schulze
Vllt...sollte man doch sich mal Gedanken über ein Bürgergeld machen.
Das bringt auch viele Probleme mit sich. Es senkt den Leistungsanreiz enorm.
Außerdem wüsste ich gerne, wie es sich auf die Inflation auswirkt. Es bringt niemandem was, wenn er plötzlich doppelt soviel Geld hat, aber die Preise sich gleich ebenfalls verdoppeln (kann sich dann ja jeder leisten...)

Die schönste Idee kommt noch immer von Thomas Jefferson, der der Meinung war, dass eine Gesellschaft, in der Menschen dauerhaft in Freiheit, Selbstverwirklichung und Frieden leben können, nur eine Gesellschaft von freien Bauern sein kann (dafür hat er seinerzeit Louisiana von Frankreich gekauft, damit jeder Amerikaner ein Stück Land besitzen kann, das ihn ernährt). Das ist ein wahres Leben in Würde und Selbstbestimmung: Von niemandem abhängig seine existenziellen Bedürfnisse selbst stillen können. Wie weit davon unsere Gesellschaft!
Aber heute? Aus vielen Gründen nicht realisierbar.

Nein, unsere Welt muss wohl erst zusammenbrechen, bevor man sie vernünftig wiederaufbauen kann. Bis dahin gibt es kein "Gut"; vielleicht gibt es ein "Besser" und ein "Schlechter", aber ist es das wert, sich damit überhaupt zu befassen? Mit suboptimalen Lösungen?