Original von vSzP
Du kannst die SED-Opferrolle 1000-mal beschwören. Nur damit wird die SED oder die DDR nicht zum Opfer. Opfer waren all die Menschen, die vor diesem Unrechtsstaat geflohen sind. Und dabei von deinen Parteikollegen auch mit Waffengewalt gehindert wurden. Mehr als 2,7 Mio. Menschen haben die DDR seit ihrer Gründung verlassen. Das war keine Minderheit mehr, das war Massenflucht auf ganzer Linie.
Ich bin froh, dass nach der Verharmlosung der DDR nun endlich das wahre Gesicht des Sozialismuses immer verbreiteter wird. "Das Leben der Anderen" und Schießbefehl sind eindeutige Beweise, wie schlimm es in diesem Staatsgefängsnis zugegangen sein muss.
Ich habe nie behauptet, dass die SED Opfer war, so ein Blödsinn.
Und der Schießbefehl oder wat auch immer das nun sein soll, heute ist ja plötzlich ein weiterer in Chemnitz aufgetaucht, soll ja angeblich zu einer Spezialeinheit der Stasi gehören, um Soldaten an der Grenze von der Fahenflucht abzuhalten.
Aber wie gesagt, die Wahrheit schreiben die Sieger, da verschweigt man halt folgendes:
VP-Wachtmeister
Gerhard Hofert
Gerhard Hofert war gelernter Schlosser, verheiratet und Vater.
Als Postenführer wird er vom Grenzgänger "Michels" durch gezielte Pistolenschüsse getötet.
VP-Wachtmeister
Fritz Otto
Fritz Otto war Landarbeiter, verheiratet und am 31.08.1949 wurde sein Kind geboren.
Bei der Rückkehr vom Urlaub wird er vom Schmuggler Laska mit dem Messer erstochen. Der Täter stach 16mal zu, wurde gefaßt und zu lebenslanger Haft verurteilt.
VP-Wachtmeister
Siegfried Apportin
Siegried Apportin war gelernter Maler. Er wurde vom eigenen Kameraden, dem Fahnenflüchtigen Leo Köpke, erschossen.
Der Täter war zum Tatzeitpunkt bereits von einem westlichen Dienst angeworben und versuchte seinen Postenführer Apportin zur Fahnenflucht zu überreden. Als sich dieser weigerte, wurde er getötet. Köpke flüchtete in die BRD und blieb straffrei.
VP-Wachtmeister
Herbert Liebs
Gegen 17.40 Uhr hatte das Postenpaar den Pferdsdorfer Kopf erreicht, als sie einen Jeep bemerkten und zwei Schüsse aus dem Westen fielen: Wachtmeister Liebs wurde in die Brust getroffen. Die vom Wachtmeister Schulze herbeigeholte Hilfe verhinderte die Entführung des sterbenden Volkspolizisten auf das Territorium der BRD. Die Tat blieb ungesühnt.
VP-Wachtmeister
Werner Schmidt
Werner Schmidt kam aus einer Arbeiterfamilie und war verheiratet. Heinz Janello war Landarbeiter. Während ihres Dienstes werden sie überfallen, auf BRD-Territorium verschleppt und von US-Soldaten getötet.
VP-Wachtmeister
Heinz Janello
Am 03. März 1951 wurden nach sowjetischen Protesten ihre Leichen übergeben. Die Obduktion ergab: Wachtmeister Schmidt war durch einen stumpfen Gegenstand niedergeschlagen und durch einen Nahschuß in die Brust getötet worden, Wachtmeister Janello durch zwei Schüsse in den Rücken. Die Tat blieb ungesühnt.
VP-Hauptwachmeister
Manfred Portwich
Manfred Portwich war Maschinenschlosser, verheiratet und hatte 2 Kinder.
Er wird von den westdeutschen Grenzverletzern - Ludwieg Bieber und Bernd-Franz Vollmer - erschossen. Die Täter wurden von DDR-Organen gefaßt und abgeurteilt.
VP-Oberwachtmeister
Ulrich Krohn
Ulrich Krohn war vor seinem Dienst Arbeiter in der Landwirtschaft.
Er wurde von dem eigenen Kameraden, Hartmut Trübe, erschossen und beraubt. Der Täter war zum Tatzeitpunkt bereits von einem westlichen Dienst angeworben und hatte versucht, Grenzer zur Fahnenflucht zu überreden. Die Tat blieb ungesühnt.
VP-Unterwachtmeister
Helmut Just
Helmut Just war gelernter Maler.
Ihm wurde von zwei Westberliner Tätern aufgelauert, die ihn von hinten angefielen und aus kurzer Distanz niederschossen. Die Tat blieb ungesühnt.
VP-Wachtmeister
Waldemar Estel
Waldemar Estel war ursprünglich Ziegeleiarbeiter.
Gegen 15.15 Uhr fur ein grüner Mercedes (Nationalitätenkennzeichen "E", Kennzeichen: ML-4586) auf den Schlagbaum zu. Der Wagen stoppte, die Grenze wurde vom Fahrer, vermutlich der Spanier Antonio de la Lastra Rueda, überschritten. Er wurde durch Wachtmeister Estel festgenommen. Nach rd. 450 Meter zog der Festgenommene eine Waffe, erschoß den Grenzer und entkam in die BRD. Die Tat blieb ungesühnt.
Gefreiter
Jörgen Schmidtchen
Jörgen Schmidtchen war Galvaniseur und wollte nach seinem Ehrendienst studieren.
Er wurde durch zwei Fahnenflüchtige der Flakartillerie-Schule Stahnsdorf, den Offiziersschülern Gundel und Böhme, beim Grenzdurchbruch erschossen. Böhme wurde verwundet, Gundel entkam nach Westberlin. Jörgen Schmidtchen wurde postum zum Unteroffizier ernannt.
Gefreiter
Manfred Weiss
Manfred Weiss war gelernter Maurer.
Ihm wurde durch den eigenen Kameraden, den Fahnenflüchtigen Soldat Günter Jablonski, in den Rücken geschossen
Gefreiter
Peter Göring
Peter Göring wurde durch Westberliner Polizisten beim Versuch erschossen, einen Grenzdurchbruch zu verhindern. Er wurde postum zum Unteroffizier ernannt.
»Der Polizei- und Zollbeamte ist berechtigt, im Falle der Notwehr (Fluchthilfe) auch über die Grenze hinweg zu schießen« (Westberliner Schußwaffengebrauchsbestimmung, 1962). Die Tat blieb ungesühnt.
Unteroffizier
Reinhold Huhn
Reinhold Huhn war gelernter Rinderzüchter.
Er wurde durch den "Schleuser" Rudolf Müller in der Zimmerstr. 56 erschossen
Hauptmann
Rudi Arnstadt
Rudi Arnstadt war verheiratet und Vater zweier Kinder.
Er wurde höchstwahrscheinlich vom Grenzoberjäger des BGS, Hans Plüschke, erschossen, als drei BGS-Angehörige auf DDR-Territorium vorgedrungen waren. An der feigen und ungesühnten Tat waren weitere BGS-Angehörige, wie Hauptmann Meißner und Koch sowie ein kompletter Zug des BGS, der in Schützenkette auf DDR-Gebiet zuging und feuerte, beteiligt.
Gefreiter
Siegfried Widera
Siegfried Widera war Dreher und verheiratet, seine Frau war mit einem Sohn schwanger.
Er wurde von einem Grenzverletzer hinterrücks angegriffen und mit einer Rohrzange erschlagen. Siegfried Widera verstarb am 08.09.1963 und wurde posthum zum Unteroffizier ernannt. Die feige Tat blieb ungesühnt.
Unteroffizier
Egon Schultz
Egon Schultz war Lehrer in Rostock-Dierkow. Er wurde bei der Kontrolle eines Hauses, in dem sich ein sog. Fluchttunnel ("Tunnel 57") nach Westberlin befand, erschossen.
Es ist zweifelsfrei erwiesen, daß der Schleuser Christian Zobel zuerst schoß, um sich und Reinhard Furrer (späterer BRD-Astronaut) der Festnahme zu entziehen. Dabei traf Zobel den Unteroffizier in den Brustbereich. Die tödliche Kugel hatte - lt. Obduktionsbericht von Prof. Dr. Dr. hc. mult. Prokop - das Kaliber 7,65 mm. Die MPis der DDR-Grenzer hatten das Kaliber 7,62 mm ... Die Tat blieb ungesühnt.
Gefreiter
Rolf Henniger
Rolf Henninger war Lokführer und verheiratet.
Der als Kraftfahrer tätige Gefreite wurde geg. 22.55 Uhr durch den aus der VP-Schule Potsdam fahnenflüchtigen Horst Körner mittels MPi-Feuer erschossen. Der Grenzverletzer starb im folgenden Feuergefecht. Rolf Henninger wurde postum zum Unteroffizier ernannt.
Leutnant
Lutz Meier
Lutz Meier war gelernter Elekromonteur und verheiratet.
Er wurde durch den fahnenflüchtigen Posten, Soldaten Kinzel, erschossen. Die Tat blieb ungesühnt.
Gefreiter
Klaus Peter Seidel
Soldat
Jürgen Lange
Klaus Peter Seidel war Baufacharbeiter und Jürgen Lange kam aus einer Arbeiterfamilie. Beide wurden von hinten durch den fahnenflüchtigen NVA-Angehörigen Werner Weinhold erschossen
Gefreiter
Ulrich Steinhauer
Ulrich Steinhauer erlernte den Beruf eines Zimmerers.
Er wurde als Postenführer vom fahnenflüchtigen Posten, Soldaten Egon Bunge, aus nächster Nähe in den Rücken erschossen . Ulrich Steinhauer wurde postum zum Unteroffizier ernannt.
Feldwebel
Klaus-Peter Braun
Klaus-Peter Braun war Bergbautechnologe.
Er wurde vom fahnenflüchtigen Posten, Soldaten Roland Höhne, erschossen und posthum zum Fähnrich ernannt. Der Täter wurde am 23. Juli 1982 durch das Militärobergericht der DDR in Abwesenheit zu lebenslänglichen Freiheitsentzug verurteilt. Letztlich blieb auch diese Tat ungesühnt.
Gefreiter
Eberhard Knospe
Eberhard Knospe war gelernter Maurer.
Er wurde als Postenführer vom fahnenflüchtigen Posten, Soldaten Klaus Decker, heimtückisch erschossen. Eberhard Knospe wurde postum zum Unteroffizier ernannt. Der Täter wurde am 17. Mai 1983 vom Militärobergericht Berlin in Abwesenheit wegen Mord zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt
Gefreiter
Uwe Dittmann
Uwe Dittmann war gelernter Elektromaschinenbauer.
Er wurde geg. 03.45 Uhr von einem Angehörigen der GSSD, Soldat Wassili Kirjukin, bei einem versuchten Grenzdurchbruch erschossen. Der Fahnenflüchtige wurde im Feuergefecht schwerverletzt und tötete sich selbst. Uwe Dittmann wurde postum zum Unteroffizier ernannt.
Die Täter hatten in der BRD grundsätzlich nichts zu befürchten. Wenn es tatsächlich zu einem Verfahren kam, wurde regelmäßig auf Notwehr o.ä. erkannt. Insbesondere wurde - aufgrund des Alleinvertretungsanspruchs - das international anerkannte Tatort-Prinzip mißachtet und die Täter nicht ausgeliefert.
Folglich sind nur fünf Verurteilungen durch BRD-Gerichte bekannt
Nach 1990
Wegen dem Schutz der Staatsgrenze gab es deshalb gegen 466 DDR-Bürger Verfahren vor BRD-Gerichten. Von den Betroffenen gehörten 406 zu den Grenztruppen, 29 zu der NVA, 15 zu anderen Organen und 16 zum Politbüro / Zentralkomitee der SED. 50 Ermittlungsverfahren waren noch anhängig, 20 Verfahren noch offen bzw. ausgesetzt. (Stand: bis November 2002)
194 mal wurden Freiheitsstrafen mit Bewährung ausgesprochen, 28 mal ohne Bewährung.
Über Toten DDR-Grenzer spricht man natürlich heute nicht. Man könnte ja vllt. einen Zusammenhang zwischen dem Schießbefehl und den Morden an DDR-Grenzer erkennen, das möchte man natürlich nicht.