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Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 07:37
von Oliver von Palm
Original von Konrad Grimm

Also, ich glaube nicht, dass es Lafontaine ernst meint. Es ist schon ein Phänomen, dass der quasi vor seiner Villa stehen und eine Rede gegen den Kapitalismus halten kann. Wie das mit Redler, Nahles, Schreiner und Co aussieht, weiss ich nicht zu beurteilen.
Weiterhin glaube ich nicht, dass es was mit Intelligenz zu tun hat, ob man für den Sozialismus ist oder nicht. Eher und vor allem mit Gefühlen. Mitleid spielt zum Beispiel eine Rolle, aber eine untergeordnete (99,99 % der Menschheit kenne ich nicht. Ich kann mit ihnen also gar kein reales Mitgefühl haben), auch Neid und Faulheit, darüber hinaus aber vor allem Moral, mithin das "Über-Ich", implementierte Schuldgefühle.
Da ich bezweifle, dass die Masse der Menschheit sich jemals von letzterem lösen wird, wird sie auch die Ideologien nicht überwinden. Es ist mir entsprechend im Grunde auch recht gleich, wie sich die Wirtschaftsordnung schimpft, und niemand möge meine Beiträge in diesem Thread als pro-kapitalistisch missverstehen. Aber die Verachtung dafür bleibt.
Thorsten, du bsit wie mein Vetter. Bei euch beiden weiß ich nie, woran ich bin.

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 14:00
von Konrad Grimm
Das Kind war realistisch, in den Dingen dieser Welt befangen, bis ihm nach und nach hinter eben diese Dinge zu kommen gelang; der Jüngling war idealistisch, von Gedanken begeistert, bis er sich zum Manne hinaufarbeitete, dem egoistischen, der mit den Dingen und Gedanken nach Herzenslust gebahrt und sein persönliches Interesse über alles setzt.

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 14:31
von Michael Schneider
Und was wird der alte Mann und Greis sein?

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 14:50
von Konrad Grimm
Original von Michael Schneider
Und was wird der alte Mann und Greis sein?
:D

Wenn Ich einer werde, so ist noch Zeit genug, davon zu sprechen. ;)

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 14:55
von Amber Marie Ford
Original von Oliver von Palm
Ach, da braucht er doch nur in den Supermarkt zu gehen. Selbst ein Glas Essiggurken hat mehr Charme.
Also, Charme hat der Wowi denke ich doch, kann aber eigentlich nichts dazu sagen, das müsste mal jemand anderes kommentieren ;) - nur Scham kennt der keine, wenn es darum geht, sich mittels Paktierens mit der SED an der Macht zu halten... X(

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 15:05
von Oliver von Palm
Original von Amber Marie Ford

Also, Charme hat der Wowi denke ich doch, kann aber eigentlich nichts dazu sagen, das müsste mal jemand anderes kommentieren ;) - nur Scham kennt der keine, wenn es darum geht, sich mittels Paktierens mit der SED an der Macht zu halten... X(
Hat eigentlich auch schon was vom Dr. Faust.

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 17:58
von Julia Elián
Ich finden den Sozialimus nicht einmal in der Theorie erstrebenswert! Selbst Aussagen wie: "Die Idee ist ja gut, aber sie wurde falsch umgesetzt" oder "Die Idee ist gut, aber die Menschen sind zu schlecht" sind schon Blödsinn. Natürlich mag es für manche verlockend klingen, wenn über Gleichheit für Alle geredet wird. Aber ist das gerecht? Ist das erstrebenswert? Ich denke nicht. Selbst wenn man sich auf komplett auf die theoretische Ebene begibt und z.B. nicht mal von Marx ausgeht, sondern etwa von Jean-Jacques Rousseau ausgeht, dann wird man feststellen, daß seine Vorstellungen vielleicht von ihm selbst gut gemeint sein mögen, aber bereits im Kern totalitär sind.

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 19:36
von Amber Marie Ford
Das Problem des Sozialismus liegt auf einer absolut simplen Ebene: das Erstreben von Ergebnisgleichheit vernichtet die Handlungsfreiheit. Freiheit und Sozialismus sind unvereinbar.

Denn was hat es noch mit Freiheit zu tun, wenn ich nichts tun darf was mir gegenüber einem anderen einen Vorteil bringt? Erwerbe ich mir einen solchen Vorteil durch ein Mehr an Einfallsreichtum, Klugheit, Geschick, Mut, Risikobereitschaft, Fleiß und vielleicht auch - das sage ich so ganz offen, weil es nun einmal zum Leben gehört, und kein Marx, kein Mao und kein Lafontaine konnten oder können das ändern - Glück, das jeder haben kann oder nicht, wird er mir im Sozailismus, mit unverhohlenem Strafcharakter dieser Maßnahme, gleich wieder entzogen und "umverteilt", weil es nach dessen Lehre ungerecht ist, wenn ich mehr habe als ein anderer, selbst wenn ich zuvor mehr investiert habe als der andere. Mein Naturrecht, meine Fähigkeiten und Talente, meine Chancen, Ideen und Möglichkeiten frei zu nutzen und die Früchte dieses Nutzens zu genießen wird mir genommen.

Die aus diesem Irrsinn resultierende Passivität der Menschen hat maßgeblich dazu beigetragen, die Volkswirtschaft der "DDR" binnen weniger Jahrzehnte zu ruinieren, die letzten Jahre hielt Honecker seinen "Arbeiter- und Bauernstaat" bereits nur noch am finanziellen Tropf des Klassenfeindes (Stichwort: Strauß-Kredit) über Wasser.

Wie kann eine Idee, die dogmatisch zwingend zu Unfreiheit, und über diese zum wirtschaftlichen Zusammenbruch führt, "eigentlich eine gute" sein?

Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 19:55
von Marko Untrial
Original von Amber Marie Ford
Die aus diesem Irrsinn resultierende Passivität der Menschen hat maßgeblich dazu beigetragen, die Volkswirtschaft der "DDR" binnen weniger Jahrzehnte zu ruinieren, die letzten Jahre hielt Honecker seinen "Arbeiter- und Bauernstaat" bereits nur noch am finanziellen Tropf des Klassenfeindes (Stichwort: Strauß-Kredit) über Wasser.
Nicht zu vergessen die Länder des ehemaligen Ostblocks.
Und wer jetzt China als Beispiel anführt, das es nicht so ist. Nun sagen wir die Führung in China handelt wirtschaftlich auch nicht mehr ganz so im sozialistischen Sinne um es mal höflich auszudrücken.

Verfasst: Mo 23. Jul 2007, 23:09
von Hajo Poppinga
Original von Robert Lindberg
Wie in der Studie gesagt. Eine gute Idee, die falsch ausgeführt wurde. Aber vermutlich auch in vollem Umfang nicht ausgeführt werden kann.
Da haben wir es doch - eine Idee, die schlicht nichts ausführbar ist, kann allein deswegen nicht gut sein.