Er wankt nicht, er fällt. Gut, man weiß nie, ob er nicht doch bleibt, aber es sieht aus, als ginge das Kapitel Berlusconi zu Ende.Original von Anastasia von Metternich
Zum Thema passend: Berlusconi wankt. Der fällt dieses Jahr auch noch.
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Ach, der war doch schon so oft totgesagt. Der lebt länger.
Prof. Hajo Poppinga, VK.
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Berlusconi ist ein Genie beim Erhalt von Macht. Was der, grade in der italienischen Republik, schon alles überstanden hat, das macht ihm keiner nach. Die Frage für mich ist: Wer, wenn nicht Berlusconi, sollte in Italien überhaupt auch nur ansatzweise die Kraft zur politischen Gestaltung haben? Die Halbwertszeit italienischer Ministerpräsidenten, die nicht Berlusconi heißen, wird seit Jahren in Tagen bemessen.Original von Anastasia von Metternich
Zum Thema passend: Berlusconi wankt. Der fällt dieses Jahr auch noch.
Maximilian Schumpeter, MdUP
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Wirtschaftlich ist Italien mit den regelmäßig fallenden Ministerpräsidenten nicht schlecht gefahren. Erst seit den frühen 1990ern - bemerkenswerterweise seit, aber nicht notwendigerweise wegen Berlusconis Aufstieg - stagniert das Land weitgehend.
Anastasia von Metternich
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Das weiß ich nicht. Die einzige Zahl, die ich dazu auf die Schnelle finden konnte ist, dass Italien 1994 bereits mit 124 % des BIP verschuldet war. Außerdem hatte man in den 80ern bis zu 22 % jährliche Inflation und ein stetiges Defizit in der Zahlungsbilanz. Mit Blick auf das magische Viereck der Wirtschaftspolitik würde ich diese Bilanz erstmal katastrophal nennen.Original von Anastasia von Metternich
Wirtschaftlich ist Italien mit den regelmäßig fallenden Ministerpräsidenten nicht schlecht gefahren. Erst seit den frühen 1990ern - bemerkenswerterweise seit, aber nicht notwendigerweise wegen Berlusconis Aufstieg - stagniert das Land weitgehend.
Maximilian Schumpeter, MdUP
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Das magische Viereck hat für Deutschland funktioniert und entspricht dem deutschen Sentiment, aber es ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss oder geeignet für jede Wirtschaft. Wie auch Deutschland zeigt, funktioniert das magische Viereck nur dann gut, wenn eine Seite kräftig zieht: das Wachstum. Ansonsten kann man nämlich auch im Quadrat springen oder sich im Kreis drehen.
Im Prinzip stagniert Italien seit 15 Jahren. Soweit ich das ersehen kann und von italienischen Freunden (die alle gegen Berlusconi sind und ihre Heimat damit nicht repräsentativ abbilden) bestätigt bekomme, zersetzt diese Stagnation das Land mehr als der politische Ärger über wechselnde Ministerpräsidenten.
Im Prinzip stagniert Italien seit 15 Jahren. Soweit ich das ersehen kann und von italienischen Freunden (die alle gegen Berlusconi sind und ihre Heimat damit nicht repräsentativ abbilden) bestätigt bekomme, zersetzt diese Stagnation das Land mehr als der politische Ärger über wechselnde Ministerpräsidenten.
Anastasia von Metternich
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Das magische Viereck habe ich angeführt als Inbegriff der Ziele eine guten Wirtschaftspolitik, denn irgendworan muss man ja festmachen, ob die jetzt funktioniert oder nicht, d.h. als Prüfstein für die Aussage, Italien sei wirtschaftlich vor Berlusconi gut gefahren.Original von Anastasia von Metternich
Das magische Viereck hat für Deutschland funktioniert und entspricht dem deutschen Sentiment, aber es ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss oder geeignet für jede Wirtschaft. Wie auch Deutschland zeigt, funktioniert das magische Viereck nur dann gut, wenn eine Seite kräftig zieht: das Wachstum. Ansonsten kann man nämlich auch im Quadrat springen oder sich im Kreis drehen.
Nun ist die Frage, ob wir hier nicht folgenden Ursache-Wirkung-Zusammenhang haben: Die absolut instabile italienische Politik verschuldet sich über Jahrzehnte auf Teufel-komm-raus und erzeugt damit Wirtschaftswachstum auf Pump. Dann will man in den Euro, weil die Inflation infolge der Verschuldung permanent die Sparguthaben vernichtet. Also kann man nicht mehr in der alten Größenordnung Schulden machen. Tatsächlich wurde Italien ja wegen der Reduzierung seiner Schuldenquote schließlich in den Euro-Raum aufgenommen. Dafür hat man dann aber wiederum das Wachstum auf Pump weitgehend eingebüßt.Im Prinzip stagniert Italien seit 15 Jahren. Soweit ich das ersehen kann und von italienischen Freunden (die alle gegen Berlusconi sind und ihre Heimat damit nicht repräsentativ abbilden) bestätigt bekomme, zersetzt diese Stagnation das Land mehr als der politische Ärger über wechselnde Ministerpräsidenten.
Im Grunde muss man aber mit Blick auf die Situation wohl auch sagen: Es ist völlig egal, wer Italien in der nächsten Zeit verwaltet. Sein Spielraum ist null. Das Land ist faktisch genauso zahlungsunfähig wie Griechenland und hängt damit längst nur noch davon ab, was die großen Spieler auf Seiten der Staaten entscheiden: USA und EU (hierin Deutschland und Frankreich) samt ihrer Notenbanken und China. Das sind die letzten starken Streiter, die sich noch gegen den Bankrott des demokratischen Wohlfahrtsstaats stellen. Und in letzter Konsequenz werden auch sie den nicht mehr als hinausschieben können.
Zuletzt geändert von Maximilian_Schumpeter am Mi 9. Nov 2011, 00:18, insgesamt 1-mal geändert.
Maximilian Schumpeter, MdUP
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Die Frage ist, ob es für ein Land wie Italien ein geeigneter Prüfstein ist. Italiens Wirtschaftsstruktur ist komplett anders als die Deutschlands (oder der meisten anderen G20-Ökonomien), weil sie viel stärker auf lokale und regionale Strukturen baut.Original von Maximilian_Schumpeter
Das magische Viereck habe ich angeführt als Inbegriff der Ziele eine guten Wirtschaftspolitik, denn irgendworan muss man ja festmachen, ob die jetzt funktioniert oder nicht, d.h. als Prüfstein für die Aussage, Italien sei wirtschaftlich vor Berlusconi gut gefahren.
Mein Widerwillen gegen das magische Viereck rührt vor allem aus der Tatsache, dass es eine Inflationsangst in den ökonomischen Stein meißelt, die von all seinen Größen die wahrscheinlich unwichtigste ist.
Ich weiß nicht, ob wirklich die Inflation der Grund für den Euro-Wunsch war. Vielleicht spielte auch der olympische Geist eine Rolle, zumal die Italiener ja am Napoléon-Syndrom leiden, wenn es um ihren vermeintlichen Status in Europa geht.Nun ist die Frage, ob wir hier nicht folgenden Ursache-Wirkung-Zusammenhang haben: Die absolut instabile italienische Politik verschuldet sich über Jahrzehnte auf Teufel-komm-raus und erzeugt damit Wirtschaftswachstum auf Pump. Dann will man in den Euro, weil die Inflation infolge der Verschuldung permanent die Sparguthaben vernichtet. Also kann man nicht mehr in der alten Größenordnung Schulden machen. Tatsächlich wurde Italien ja wegen der Reduzierung seiner Schuldenquote schließlich in den Euro-Raum aufgenommen.
Finanziell mag das gelten. Für mich ist es aber ein Erfolg, wenn ein Staat nicht länger nach l'état, c'est moi regiert wird.Im Grunde muss man aber mit Blick auf die Situation wohl auch sagen: Es ist völlig egal, wer Italien in der nächsten Zeit verwaltet. Sein Spielraum ist null.
Der Rest stimmt wahrscheinlich, wobei ich das nicht als Katastrophe sehe: Italien steht in der debt/GDP-Ratio jetzt dort, wo es Mitte der Neunziger schon mal war. An den Sparanstrengungen ist es damals nicht zusammengebrochen und das wird es auch heute nicht. Im Gegensatz zu Griechenland hat Italien den Vorteil, als Wirtschaftsstandort eine Rolle zu spielen und Produkte zu haben, die Leute auch kaufen. Griechenland hat nur Ruinen, Inseln und Ziegenkäse.
Anastasia von Metternich
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Ein spaßiges Tool vom Economist. Eventuell steht Italien doch eine härtere Anstrengung ins Haus, als ich das gesehen habe.
Anastasia von Metternich
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Das ist ja erschreckend. Mir wird gerade zum ersten Mal bewusst, auf was für optimistische Prognosen die sich da überhaupt verlassen.Original von Anastasia von Metternich
Ein spaßiges Tool vom Economist. Eventuell steht Italien doch eine härtere Anstrengung ins Haus, als ich das gesehen habe.

S.M. Heinrich Julius I. von Jagonburg
Kaiser von Imperia, Herzog von Jal-Pur,
Fürst von Mixoxa, Fidei Defensor