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Verfasst: Di 5. Aug 2008, 18:11
von Vincent Bellagio
Original von Kreittmayr
Ja. Wenn unser gesamtes Wirtschaftssystem auf derart tönernen Füßen gebaut ist, dann wäre es besser, der heilende Knall kommt früher und milder als später und schlimmer.
Du willst den Zusammenbruch also auch dann, wenn er relativ einfach mit sehr überschaubaren Auswirkungen zu vermeiden wäre?
Ich weiß nicht, aber nennt man sowas nicht einen Fatalisten?

Verfasst: Di 5. Aug 2008, 19:02
von Kreittmayr
Original von Vincent Bellagio
Du willst den Zusammenbruch also auch dann, wenn er relativ einfach mit sehr überschaubaren Auswirkungen zu vermeiden wäre?
Ich glaube nicht, dass eine staatliche Stützung der Banken tatsächlich eine Krise vermeiden könnte, oder ob ein solch künstliches Manöver sie nicht nur noch weiter herauszögern würde.
Im Übrigen habe ich keine Meinung dazu, ob wir uns tatsächlich am Rande eines Zusammenbruchs befinden oder nicht; ich habe diese Frage nicht näher studiert.
Verfasst: Mi 6. Aug 2008, 15:17
von Konrad Grimm
Nun also spricht auch das Handelsblatt von einer "Kernschmelze des Finanzsystems":
http://www.handelsblatt.com/finanzen/bu ... ng;2019603
Das Ende rückt näher.
Verfasst: Mi 6. Aug 2008, 17:36
von Vincent Bellagio
Das Handelsblatt spricht von gar nix.
Das Handelsblatt zitiert einen, der meint, eine Kernschmelze des Finanzsystems ausgemacht zu haben. Wie auch immer, was passieren wird, weiß grad keiner so genau. Wir wissen nur eins: Es bleibt spannend! :]
Verfasst: Mi 6. Aug 2008, 18:32
von Konrad Grimm
"Viele Vermögensverwalter erkennen, dass die große Party an den klassischen Aktien- und Anleihemärkten vorüber ist. In den letzten Tagen warnen erfahrene Börsianer aus Nordamerika vor einem Desaster. Eric Sprott von Sprott Asset Management erkennt eine systematische Kernschmelze des Finanzsystems. Der alte Hase Jeremy Grantham, seit vielen Jahrzehnten im Geschäft, erwarb vor zwei Wochen zum ersten Mal in seinem Leben Gold. Er argumentiert mit einem Satz, der in die Liste der Börsenaphorismen eingehen könnte: Ich hasse Gold, und ich würde es nur kaufen, wenn ich verzweifelt wäre."
Verfasst: Mi 6. Aug 2008, 20:14
von Kreittmayr
Naja, der Einbruch der Rohstoffpreise könnte nach ABC Theorie auch ein normaler Reinigungsvorgang sein, im Sinne einer Liquidierung von (Fehl-)Investitionen bzw einem Kapitalgüternachfrageinbruch infolge einer Re-Etablierung des eigentlichen Zeitpräferenzverhältnisses zwischen Konsum und Investition. Das würde dann wohl heißen, dass die massiven Geldspritzen durch Regierung und Zentralbank entweder noch keine Wirkung entfaltet haben (im Sinne weiterer Verzerrung der Repräsentation der Zeitpräferenzrate), oder aber die Krise derart heftig ist, dass das bischen Papier im Endeffekt einfach irgendwo versickert, ohne Wirkung zu entfalten.
Ich müsste noch mal näher nachlesen, ich habs nimmer genau im Kopf. Ich denke mal, es wird nicht schaden, Rothbards "America's Great Depression" noch mal zu konsultieren. Was sagt eigentlich das Mises Institut zu der ganzen Misere?
Verfasst: Mi 6. Aug 2008, 21:06
von Konrad Grimm
Ah, sie erzählen, was sie immer erzählen: Inflation, mehr Inflation, Hyperinflation, Börsencrash.
Unser lieber Landsmann Prof. Hülsmann darf sein tolles Englisch vorführen:
http://www.lewrockwell.com/podcast/?p=e ... lation.mp3
Und auch der Rest von der Clique geht von einem Bankrott der Wallstreet bei gleichzeitiger Hyperinflation aus.
http://www.lewrockwell.com/decoster/decoster133.html
Einen deflationären Crash können die sich nicht vorstellen, beeindruckt vor allem durch das Versprechen von FED-Chef Bernanke, eine Deflation notfalls durch das Waschkörbeweise Abwerfen von Geld aus Hubschraubern bekämpfen zu wollen.
Es ist auch tatsächlich die spannendste Frage neben dem "wann ist es soweit?": Hyperinflation oder deflationärer Crash, 1923 oder 1929?
Verfasst: Mi 6. Aug 2008, 22:27
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Unser lieber Landsmann Prof. Hülsmann darf sein tolles Englisch vorführen:
In der Regel frankophonelt er ja auch nur.

Verfasst: Fr 8. Aug 2008, 00:00
von Konrad Grimm
So, was hatten wir heute in der Presse... die American International Group, größte Versicherung der Welt, verliert im letzten Quartal über 5 Milliarden... die Dresdner Bank übertrifft die Negativerwartungen und muss über eine halbe Milliarde Wertberichtigungen vornehmen... der Ölpreis dreht von neuem nach oben, die Europäische Zentralbank warnt vor deutlich steigender Inflation...
Jaja. Das Ende rückt näher.
Verfasst: Fr 8. Aug 2008, 12:57
von Konrad Grimm
Prof. Nouriel Roubini, ehemaliges Mitglied des Beraterstabes des US-Finanzministeriums und heutiger Berater des Internationalen Währungsfonds, kündigt "mehrere hundert Bankpleiten", einen Schaden von etwa 2 Billionen Dollar und den Absturz in die schwerste Wirtschaftskrise seit der "Great Depression" an.