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Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:15
von Konrad Grimm
Original von Hajo Poppinga
Da wäre dann die Türkei in der Tat fehl am Platze, so wie es Bulgarien und Rumänien derzeit auch schon sind.
Naja. Also, Rumänien (ROMania) gehört ja wohl nun doch recht eindeutig zu Europa. Ich erinnere mich an eine rumänische Mitschülerin, die Latein quasi schon vom Zuhören verstanden hat.
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:18
von Rainer Zufall
wahrscheinlich ist die Türkei aber sogar den romanischen Kulturen noch näher als den arabischen. Womit sie nichts zu tun haben sind die germanischen Kulturen, das allerdings.
Du tust ja so, als seien romanische und germanische Kultur sich auf irgendeineweise fremd. Das geht doch völlig an der Realität vorbei. Oder glaubst du der einfach Ch'Tis aus Nordfrankreich fühlt sich dem Türken näher als dem Flamen?
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:32
von Montgomery Scott
Original von Hajo Poppinga
Nunja, ob ich es gleich dümmlich nennen würde, weiß ich nicht, aber ich würde Europa auch nicht wirklich geograühisch fest begrenzen wollen. Es ist tatsächlich vielmehr als historisch-gewachsene Wertegemeinschaft zu begreifen, die man heute um wirtschaftliche Gesichtspunkte ergänzen muß - das gilt natürlich insbesondere im Hinblick auf die EU usw. Da wäre dann die Türkei in der Tat fehl am Platze, so wie es Bulgarien und Rumänien derzeit auch schon sind.
Und jetzt kommt der nächste Witz: Europa ist noch nicht mal eine "historisch gewachsene Wertegemeinschaft". Noch im Ersten Weltkrieg standen sich Nationen gegenüber, die in Anbetracht ihrer geographischen Nähe und gemeinsamen Religion überraschend wenig gemeinsam hatten. Im 19. Jahrhundert hätte Dir jeder Deutsche auf die Frage nach den Grenzen Europas sofort entgegnet, dass sie mit Sicherheit zwischen Deutschland und Frankreich verläuft. Was wir heute Europa nennen, ist eine kurzfristig entstandene Zweckgemeinschaft. Und ein angrenzendes Land trotz offen bekundetem Beitrittsinteresse aus was für Gründen auch immer kategorisch auszuschließen, ist ganz einfach unvernünftig und diskriminierend.
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:33
von Konrad Grimm
Original von Rainer Zufall
Du tust ja so, als seien romanische und germanische Kultur sich auf irgendeineweise fremd. Das geht doch völlig an der Realität vorbei. Oder glaubst du der einfach Ch'Tis aus Nordfrankreich fühlt sich dem Türken näher als dem Flamen?
Ich fühle mich jedenfalls dem Engländer näher als dem Franzosen, dem Dänen näher als dem Italiener, dem Österreicher näher als dem Tschechen. Ich wäre überhaupt statt einer europäischen Einigung eher für eine pangermanische Einigung zu haben.
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:35
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Ich fühle mich jedenfalls dem Engländer näher als dem Franzosen, dem Dänen näher als dem Italiener, dem Österreicher näher als dem Tschechen.
Und mit welchen Klischees und Vorurteilen begründest Du nun diese sinnlose Aussage?
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:35
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Und jetzt kommt der nächste Witz: Europa ist noch nicht mal eine "historisch gewachsene Wertegemeinschaft".
Doch, jedenfalls insoweit, als es christlich und eben nicht muslimisch ist.
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:38
von Franz Sendlhofer
Original von Montgomery Scott
Und jetzt kommt der nächste Witz: Europa ist noch nicht mal eine "historisch gewachsene Wertegemeinschaft". Noch im Ersten Weltkrieg standen sich Nationen gegenüber, die in Anbetracht ihrer geographischen Nähe und gemeinsamen Religion überraschend wenig gemeinsam hatten. Im 19. Jahrhundert hätte Dir jeder Deutsche auf die Frage nach den Grenzen Europas sofort entgegnet, dass sie mit Sicherheit zwischen Deutschland und Frankreich verläuft. Was wir heute Europa nennen, ist eine kurzfristig entstandene Zweckgemeinschaft. Und ein angrenzendes Land trotz offen bekundetem Beitrittsinteresse aus was für Gründen auch immer kategorisch auszuschließen, ist ganz einfach unvernünftig und diskriminierend.
Wieso ist es diskriminierend, wenn die Türkei eben nicht dazu passt?
Aber okay, du sagst, jedes Nachbarland sollte dazu kommen dürfen. Käme die Türkei irgendwann dazu, wären der Iran, Syrien und der Irak plötzlich Nachbarländer. Dürften die auch dazu? Über Syrien ist der Weg nach Israel und Afrika ja auch ned weit...
Und nur weil die dazu wollen? Kinder wollen auch viel, und kriegen se ned.
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:40
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Und mit welchen Klischees und Vorurteilen begründest Du nun diese sinnlose Aussage?
Zunächst mal sprechen wir im Grunde die gleiche Sprache. Wir haben in etwa das gleiche Recht, wenn man die Bestandteile raus wirft, die in Kontinentaleuropa dem römischen Recht entstammen. Wir haben - wenn wir die Nicht-Germanen hinauswerfen - die gleiche(n) Haut- und Haarfarbe(n). Wir haben den nordischen Körperbau, sind also in der Tendenz größer und kräftiger als die Südländer.
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:43
von Konrad Grimm
Original von Franz Sendlhofer
Aber okay, du sagst, jedes Nachbarland sollte dazu kommen dürfen. Käme die Türkei irgendwann dazu, wären der Iran, Syrien und der Irak plötzlich Nachbarländer. Dürften die auch dazu? Über Syrien ist der Weg nach Israel und Afrika ja auch ned weit...
Für viele seiner Befürworter ist Europa doch eh nur Etappe zur Weltrepublik, wahlweise zur sozialistischen oder liberaldemokratischen.
Verfasst: Mi 18. Jun 2008, 00:44
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Doch, jedenfalls insoweit, als es christlich und eben nicht muslimisch ist.
Die gemeinsame dominierende Religion ist gleich eine "historisch gewachsene Wertegemeinschaft"?