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Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 13:49
von Oliver von Palm
Original von Baudouin de Billancourt

Ein Recht ist ein moralisches Prinzip, das die Handlungsfreiheit eines Menschen in einem gegebenen Kontext definiert und billigt.

Na und? Besteht eine freie Aushandlung der Bedingungen für Dich darin, dass eine der Parteien sie allein bestimmt? Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer ohne Gewalteinwirkung einen Vertrag abschließen, hast Du nicht das geringste Recht, ihnen da reinzupfuschen.
Und Du verwirkst mit solchen Aussagen übrigens das moralische Recht, Dich liberal zu nennen.
Soso, ich verwirke also mein Recht, mich liberal zu nennen? Ich fordere keine Gewalteinwirkung, aber ich fordere, dass der liberale Staat bestimmte Mindeststandarts garantiert. Ich nenne Hungerlöhne für Vollzeitarbeit schlicht sittenwidrig! Es bedarf eigentlich gar keiner Mindestlohndebatte, weil sie die vorhanden Instrumentarien verschleiert.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 13:51
von Baudouin de Billancourt
Original von Oliver von Palm
Ich fordere keine Gewalteinwirkung, aber ich fordere, dass der liberale Staat bestimmte Mindeststandarts garantiert.
Und diese Mindeststandards werden dann wieder mit Staatsgewalt durchgesetzt... Du widersprichst Dir.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:00
von Montgomery Scott
Original von Baudouin de Billancourt

Hm. Gar nicht so schlecht wie die üblichen Definitionen, die man zu hören bekommt. Aber was ist für Dich Selbstverwirklichung, und auf was beschränkst Du den Gleichheitsgrundsatz?
Selbstverwirklichung ergibt sich aus der Natur des Menschen. Die Wahl eines Berufes, mit dem er sich produktiv ins gesellschaftliche Leben einbringt. Der faire Lohn für seine Arbeit, mit dem er einen zeitgemäßen Wohnraum bezahlen kann, das vorhandene Angebot an Nahrung nutzen kann, sich bilden kann, das Kulturangebot nutzen kann etc. Da kämen natürlich noch einige Aspekte hinzu, die Liste würde aber etwas lang.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:05
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Selbstverwirklichung ergibt sich aus der Natur des Menschen. Die Wahl eines Berufes, mit dem er sich produktiv ins gesellschaftliche Leben einbringt. Der faire Lohn für seine Arbeit, mit dem er einen zeitgemäßen Wohnraum bezahlen kann, das vorhandene Angebot an Nahrung nutzen kann, sich bilden kann, das Kulturangebot nutzen kann etc.
Und weil DU das willst, soll ICH es Dir verschaffen? Ich soll MEINE Selbstverwirklichung, meinen Egoismus unter DEINEN stellen? Bin ich irre - oder Du?

Wenn Du es Dir nicht verschaffen kannst, so hast Du es auch nicht verdient. Ich werde den Teufel tun, und meinen Egoismus auf dem Altar Deines Egoismus opfern.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:07
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Und weil DU das willst, soll ICH es Dir verschaffen? Ich soll MEINE Selbstverwirklichung, meinen Egoismus unter DEINEN stellen? Bin ich irre - oder Du?

Wenn Du es Dir nicht verschaffen kannst, so hast Du es auch nicht verdient. Ich werde den Teufel tun, und meinen Egoismus auf dem Altar Deines Egoismus opfern.
Nein, Du sollst es mir nicht verschaffen, Du sollst nur mein Recht respektieren.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:13
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Nein, Du sollst es mir nicht verschaffen, Du sollst nur mein Recht respektieren.
Siehst Du, ich sage es ja: Ihr Sozialisten habt alles verlernt, was Euch Onkel Karl beigebracht hat. Der hat wenigstens noch verstanden, dass es nur einen Weg gibt, zu bekommen, was man will: den Kampf.

Heute aber stellen die sozialistischen Jammerlappen hin und pochen auf ihr Recht. Das ist erbärmlich!

"Warum so sentimental als ein armer Beraubter das Mitleid anrufen, wenn man doch nur ein törichter, feiger Geschenkgeber ist. Warum auch hier wieder die Schuld anderen zuschieben, als beraubten sie Uns, da Wir doch selbst die Schuld tragen, indem Wir die anderen unberaubt lassen. Die Armen sind daran schuld, dass es Reiche gibt." - Stirner, Der Einzige und sein Eigentum

Vor nichts habe ich Respekt, denn was ich respektiere geht mir über mich. Mir aber geht nichts über mich.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:19
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Nein, Du sollst es mir nicht verschaffen, Du sollst nur mein Recht respektieren.
Ich respektiere Dein Recht, Dir mit Deinem Geld alles auf dieser Welt zu verschaffen, was Du möchtest. Solange es eben nicht mit meinem Geld geschieht.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:27
von Konrad Grimm
Original von Baudouin de Billancourt
Ich respektiere Dein Recht, Dir mit Deinem Geld alles auf dieser Welt zu verschaffen, was Du möchtest. Solange es eben nicht mit meinem Geld geschieht.
Warum eigentlich?

Ich akzeptiere, wenn er es hinkriegt, mit meinem Geld zu leben. Ich lache ihn allerdings aus, wenn er glaubt, dass ich ihm dabei auch noch helfe. Für wie dumm hält er mich?
Andererseits werde ich mir nehmen, was er hat, wenn ich es will und kann. Ich respektiere gar nichts, weil mir nichts über mich geht.

Egoismus ist das Grundprinzip alles Existierenden, und alles steht im steten Kampf gegen alles andere. Jeder Appell, den eigenen Kampf aufzugeben, bedeutet den Untergang.

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:37
von Baudouin de Billancourt
Original von Konrad Grimm
Warum eigentlich?
Wenn ich seine Rechte verletzen würde, würde ich auch meine Rechte negieren. Dass das in einer Demokratie obsolet ist, ist mir klar. Da bleiben mein Wohlwollen, meine Ehrlichkeit und die Tatsache, dass ich sein Geld nicht brauche.
Ich lache ihn allerdings aus, wenn er glaubt, dass ich ihm dabei auch noch helfe. Für wie dumm hält er mich?
Menschen, die auf Kosten anderer leben, wollen von ihren Opfern auch eine moralische Billigung.
Egoismus ist das Grundprinzip alles Existierenden, und alles steht im steten Kampf gegen alles andere. Jeder Appell, den eigenen Kampf aufzugeben, bedeutet den Untergang.
Vor dem ersten Komma stimme ich Dir zu, allerdings verstehe ich den Egoismus völlig anders. Kampf? Zwischen rationalen Menschen herrschen keine Konflikte. Und mit anderen Menschen will ich nicht leben.
Was bringt es mir, auf Kosten anderer zu leben?

Verfasst: Mo 10. Mär 2008, 14:47
von Konrad Grimm
Original von Baudouin de Billancourt
Was bringt es mir, auf Kosten anderer zu leben?
Du lebst immer auf Kosten anderer. Die Luft, die Du atmest, ist für alle anderen verloren.

Selbstverständlich gibt es punktuelle Interessensharmonien, so wie es im Krieg Verbündete gibt, selbstverständlich laufen Interessenskonflikte nicht notwendig auf einen Kampf bis zur Vernichtung einer Konfliktpartei hinaus, sondern können unter Umständen anders gelöst werden. Das ändert nichts an der Omnipräsenz des Kampfes.