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Verfasst: So 15. Nov 2009, 22:16
von Richard Stresemann
Der zentrale Punkt ist in meinen Augen, dass wir bei weitem weniger Studenten brauchen, als wir heute ausbilden. Heute werden Abitur und BWL-Studium verlangt, wo früher Mittlere Reife und Kaufmännische Ausbildung gereicht haben - bei weitestgehend unveränderter Arbeitswirklichkeit!
Mehr Bildung ist dabei nicht, wie von Politikern unablässig gepredigt, die Voraussetzung für sozialen Aufstieg, sondern verlagert die Arbeitslosigkeit nur auf immer höhere Bildungsniveaus und verschlimmert die Lage der ärmeren Schichten sogar (->
Bildungsparadoxon)
In Wahrheit baut die Politik darauf, dass keiner erkennt, dass Bildung zwar die Chancen des Einzelnen verbessern, die aller aber nicht im Mindesten. Denn tatsächlich geht es der Politik um eine Entlastung des Arbeitsmarktes, der im interventionistischen Spätkapitalismus durch einen krassen Angebotsüberhang gekennzeichnet ist. Längere Bildung bedeutet parken abseits des Marktes bedeutet weniger Arbeitslose.
Verfasst: So 15. Nov 2009, 22:24
von Nikolai Vovocka
Original von Richard Stresemann
...des Arbeitsmarktes, der im interventionistischen Spätkapitalismus durch einen krassen Angebotsüberhang gekennzeichnet ist.
Die Arbeit wird dem Menschen nicht knapp, nur das Kapital ist knapp, das er für diese Arbeit ausgeben kann. Gerade bei Arbeit mit niedriger Produktivität kann es ohne Subvention auch nur niedrige Löhne geben. Das aber wiederspricht dem oft gehörten Postulat, dass Arbeit (deutlich) mehr einbringen soll, als die finanzielle Grundsicherung des Staates.
Verfasst: Fr 20. Nov 2009, 14:32
von joukersendler
wundert mich das hier keiner was schreibt...
Prinzipiell kann ich die Forderungen unterstützen, und ja ich war auch auf Demo am Die. Aber ob Besetzungen in der Weise wie sie zT und von wem sie zT passieren der sinvollste Weg sind bezweifele ich mittlerweile.
Verfasst: Fr 20. Nov 2009, 16:15
von Francis Taubenschlag
Original von joukersendler
wundert mich das hier keiner was schreibt...
Die Dorfgemeinschaft ist viel zu sehr damit beschäftigt, "Nazis" zu jagen. Und die "Nazis" mit dem Gejagtsein.

Studenten sind keine Nazis - das kann und muss man sogar so pauschal sagen. Daher sind Sie für eine aufgeheizte, identitätsstiftende Diskussion kein geeignetes Vehikel.
Verfasst: Fr 20. Nov 2009, 16:35
von Amber Marie Ford
Original von Francis Taubenschlag
Studenten sind keine Nazis - das kann und muss man sogar so pauschal sagen.
Du hast aber schon mal was von der "legendären" StudiVZ-Gruppe gehört: "Nach Frankreich fahre ich nur auf Ketten"?

Verfasst: Fr 20. Nov 2009, 16:45
von Francis Taubenschlag
Original von Amber Marie Ford
Du hast aber schon mal was von der "legendären" StudiVZ-Gruppe gehört: "Nach Frankreich fahre ich nur auf Ketten"?
Es zählt nicht, was manche Ungläubigen bzw. Unruhestifter "real" oder "überprüfbar" nennen. Wenn die geistige Dorfgemeinschaft Student mit links sein assoziiert, dann hat das zur Folge, dass Studenten als Mitglied der Guten Teil der Dorfgemeinschaft sein dürfen. Es geht nicht um wahr oder falsch, sondern um Nazi oder Nicht-Nazi, um gut oder böse.

Verfasst: Fr 20. Nov 2009, 16:55
von Frederick Morton
Original von joukersendler
wundert mich das hier keiner was schreibt...
Prinzipiell kann ich die Forderungen unterstützen, und ja ich war auch auf Demo am Die. Aber ob Besetzungen in der Weise wie sie zT und von wem sie zT passieren der sinvollste Weg sind bezweifele ich mittlerweile.
Ich kann nur für München sprechen, aber hier scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Natürlich sind die Diskussionen im Plenum nicht immer einfach oder reibungslos. Und natürlich gibts es auch Menschen, die noch nicht so ganz kapiert haben, dass es hier formal nur um die marode Bildungslandschaft geht. Aber radikale Meinungen werden durch die basisdemokratische Struktur sanft abgefedert.
Erste Signale von Politik und Uni-Seite sind auf jeden Fall zu bemerken. Jetzt bleibt abzuwarten, inwiefern der Druck erhöht werden muss.
Verfasst: Fr 20. Nov 2009, 17:16
von Sven Wenzel
Original von Amber Marie Ford
Du hast aber schon mal was von der "legendären" StudiVZ-Gruppe gehört: "Nach Frankreich fahre ich nur auf Ketten"?
Uuh, die ist hier in Hamburg ja mal einem Jura-Studenten unter anderem mal ganz bös zum Verhängnis geworden.
Verfasst: Fr 20. Nov 2009, 17:36
von Francis Taubenschlag
Original von Sven Wenzel
Uuh, die ist hier in Hamburg ja mal einem Jura-Studenten unter anderem mal ganz bös zum Verhängnis geworden.
Solche Scherze kann man heute nur noch machen, wenn sie über Deutschland gemacht werden, bzw. einen klar erkennbaren antifaschistischen pädagogischen Aufklärungswert haben. Und die Gesinnug des Scherzmachenden außer Zweifel steht.

Verfasst: Sa 21. Nov 2009, 12:21
von Freiherr von Stern
Denn tatsächlich geht es der Politik um eine Entlastung des Arbeitsmarktes
Hm...angesichts dessen, dass viele Studenten ohnehin nebenher arbeiten müssen und ein BWL-Bachelor den Studenten auch nicht länger ausbildet als eine kaufmännische Ausbildung, haut das in dieser Holzschnittartigkeit nicht hin.