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Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 20:29
von Kathryn Janeway
Hat er das gesagt? Nein!

Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 20:31
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm

Warum immer der Vergleich mit den USA? Warum nicht Japan oder Südkorea? Das sind auch beides moderne Industrienationen mit Todesstrafe. Oder Singapur, das ist auch ein guter Vergleichsmaßstab, schon, weil es zu den Ländern gehört, die - ganz zu recht, wie ich finde - die Todesstrafe auch gegen Drogendealer vollstreckt.
Selbst wenn es zutrifft, das es z. B. in Japan Todesstrafe und niedrige Mordrate gibt: Das zeigt doch unter Hinzunahme der USA nur, dass keine hohe Korrelation feststellbar ist.

Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 20:49
von Kathryn Janeway
In Japan werden teilweise die Angehörigen nicht mal über die erfolgte Hinrichtung informiert, genausowenig wie über den Termin der Hinrichtung. Das Japan eine niedrige Kriminalität hat liegt nicht an der Todesstrafe, sondern an der allgemeinen japanischen Kultur.

Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 20:55
von Lady Enigma
Hat man in der DDR teilweise auch nicht getan.
Und je individualistischer eine Gesellschafft ist, desto mehr Verbrechen gibt es eben.

Verfasst: Di 28. Apr 2009, 18:24
von Konrad Grimm
Original von Lady Enigma
Und je individualistischer eine Gesellschafft ist, desto mehr Verbrechen gibt es eben.
Naja... ich denke, Amerika ist Gesellschaft genug, um das Individuum zu zerstören, aber zu wenig Gesellschaft, um es im Kollektiv wieder auferstehen zu lassen. Kriminalität ist insoweit ein Phänomen halber Sozialisierung: ohne Gesellschaft gibt es kein Verbrechen, sondern nur Kampf ums Dasein; in vollendeter Vergesellschaftung im totalitären Kollektivismus gibt es auch kein Verbrechen mehr, weil alle im Gleichschritt marschieren.

Verfasst: Di 28. Apr 2009, 18:33
von Lady Enigma
Willst Du mich verarschen?

Verfasst: Di 28. Apr 2009, 18:37
von Konrad Grimm
Original von Lady Enigma
Willst Du mich verarschen?
Nein. Wo es keine Gesellschaft gibt - Naturzustand -, da gibt es kein Verbrechen, schon, weil Recht ein gesellschaftliches Phänomen ist, und ohne Recht kein Verbrechen. In der Vollendung des Kollektivismus aber ist der Eigensinn beseitigt und dem Kollektivsinn gewichen. Auch hier gibt es also kein Verbrechen mehr. Verbrechen ist also ein Merkmal halbfertiger Gesellschaften.

Verfasst: Di 28. Apr 2009, 18:51
von Lady Enigma
Keine Gesellschafft? Mit ziemlicher Sicherheit gab es seit der Entstehung rudimentärer Intelligenz Sanktionen gegen Abweichler in sozialen Gruppen.
Und Deine Aussage über den Kollektivismus?
Ich geh mal davon aus, daß Du in beiden Fällen genau weisst, was Du
für Unfug geäussert hast....

Verfasst: Di 28. Apr 2009, 19:33
von Montgomery Scott
Original von Lady Enigma
Keine Gesellschafft? Mit ziemlicher Sicherheit gab es seit der Entstehung rudimentärer Intelligenz Sanktionen gegen Abweichler in sozialen Gruppen.
Naja, was heißt "soziale Gruppen"? Da reden wir in Bezug auf vorzivilisatorische Zeiten von Familien, nicht von Gesellschaften im engeren Sinne.

Verfasst: Di 28. Apr 2009, 19:36
von Konrad Grimm
Original von Lady Enigma
Keine Gesellschafft? Mit ziemlicher Sicherheit gab es seit der Entstehung rudimentärer Intelligenz Sanktionen gegen Abweichler in sozialen Gruppen.
Das hat aber nichts mit Verbrechen zu tun. Das folgt der Moral "bist du schwächer, kriegst du aufs Maul, bin ich schwächer, kriege ich aufs Maul".
Und Deine Aussage über den Kollektivismus?
Ich geh mal davon aus, daß Du in beiden Fällen genau weisst, was Du
für Unfug geäussert hast....
Nein, ich sehe da tatsächlich eine Glockenkurve der Kriminalität. Es gibt an beiden Enden keine und ein Maximum im liberalen Staat. Geht es über den liberalen Staat hinaus, sinkt die Kriminalität erneut. Polizeiliche Überwachungsmaßnahmen nehmen zu. Es findet ein zunehmender sozialer Ausgleich statt. Bildungseinrichtungen tragen zur Sozialisierung bei. Am Ende steht der heute noch dystopische Ameisenstaat mit der Degradierung des einzelnen zum Rädchen im System, ohne eigenen Willen nur den Gemeininteressen verpflichtet.