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Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 21:08
von Konrad Grimm
Ja, und wer ist für diesen libertären Anarchismus? Also ich meine hier?

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 21:09
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Ja, und wer ist für diesen libertären Anarchismus? Also ich meine hier?
Niemand mehr, soweit ich das sehe.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 21:10
von pjotr
Da hatte ich mich von der Nostalgie packen lassen ;)

edit: Ändert aber an meiner Grundlegenden Aussage nichts: Die Aussage, der Staat sei schuld ist dennoch Mist. Auch in einem Staatsgebilde kann man noch immer ein frei denkender und rational handelnder Mensch bleiben. Egal ob es nun der Staat ist, der einem dazu die Freiheit gibt, Gott, Naturrecht oder was auch sonst.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 21:25
von Konrad Grimm
Original von pjotr
Ändert aber an meiner Grundlegenden Aussage nichts: Die Aussage, der Staat sei schuld ist dennoch Mist. Auch in einem Staatsgebilde kann man noch immer ein frei denkender und rational handelnder Mensch bleiben.
Es sind immer Menschen, die handeln.

Menschen, die gierig sind. Politiker waren gierig, als sie dafür gesorgt haben, dass die Leitzinsen niedrig, Wohneigentum erschwinglich und die Finanzmärkte prosperierend waren. Manager waren gierig, als sie Kredite vergeben haben, die keine Chance auf rückzahlung hatten. Hausbesitzer waren gierig, Konsumenten waren gierig, Anleger waren gierig.

Lernen wir lieber, dass Krisen dazugehören, dass alles, was aufsteigt, auch wieder runterfallen muss, dass auf jeden Rausch der Kater folgt, anstatt über das System zu schimpfen.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 22:04
von pjotr
Die grundlegende Frage ist doch, warum alles exponentiell und ohne Grenzen wachsen muss.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 22:31
von Matthias Schmelzer
Original von pjotr
Die grundlegende Frage ist doch, warum alles exponentiell und ohne Grenzen wachsen muss.
Das ist naturgegeben, fängt ja schon beim Weltall an. ;)

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 22:34
von Konrad Grimm
Original von pjotr
Die grundlegende Frage ist doch, warum alles exponentiell und ohne Grenzen wachsen muss.
Weil es Stabilität und Gleichgewicht nicht gibt. Auch in der Natur nicht. Auch dort herrscht ständiges Entstehen und Vergehen, ganze Arten sterben, und neue entstehen. Alles wächst solange, bis es zu groß wird und kollabiert. Das ist der ewige Kreislauf. Wahrscheinlich trifft das sogar für die Existenz an sich zu: seit dem Urknall expandiert das Universum, und viele Physiker meinen, dass es irgendwann seine maximale Ausdehnung erreichen und wieder kollabieren wird.

Was soll's?

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 22:35
von Kreittmayr
Original von pjotr
Die grundlegende Frage ist doch, warum alles exponentiell und ohne Grenzen wachsen muss.
Weil das, was stillsteht, stirbt. Grundeigenschaft des Lebens.

edit. Und das menschliche Wirtschaften ist letztlich auch ein menschlicher Prozess des Lebens. Wirtschaftliche Entwicklung bedeutet zugleich Entwicklung der Fähigkeit des Menschen, zu leben, sei es nun länger oder besser. Jede technische Entwicklung, jede Steigerung der Produktion hat zu ihrem Ziel: länger und besser leben. Es liegt in der Natur des Lebens, sich als Selbstzweck zu nehmen, und das heißt auch: sich selbst so lang und so gut es geht zu perpetuieren. Alles, was ist, will im Sein bleiben.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 22:49
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
Alles, was ist, will im Sein bleiben.
Gilt das auch für den Selbstmörder, der grad den Hahn des Revolvers an seiner Schläfe spannt...?

"Wille zur Macht: Drang jedes gesunden Lebens, sich fortzupflanzen, sein Überleben zu sichern und seine Vorherrschaft, seine Überlegenheit und seine Schöpfungskraft zu steigern." - G. Faye, Wofür wir kämpfen

(enthält einen meiner Lieblings-Sinnlosbegriffe: "gesund")

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 22:52
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Gilt das auch für den Selbstmörder, der grad den Hahn des Revolvers an seiner Schläfe spannt...?
Menschen haben die erstaunliche Fähigkeit, selbstdestruktiv zu agieren. Beim Selbstmörder kommt es auf den konkreten Lebenskontext an, in dem die Tat getan wird. Im Normalfall würde ich aber sagen: Suizid ist eine Abberation vom Normalfall, eine (vrmtl psychologische) Disfunktionalität des Organismus.