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Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 01:09
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Die Primärtexte lesen. Vorallem Marx hat in den meisten Schriften wirklich sehr schön und wortgewandt geschrieben, die Lektüre ist also doppelt empfehlenswert.
Dafür ist es mir zu egal.
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 01:12
von Lady Enigma
Original von Montgomery Scott
Das ist nicht Thema. Lenin hat sicher einige schlaue Dinge geschrieben aber seine blutige und despotische Strategie will ich nicht verteidigen.
Weil es dabei um das angeblich zeitunabhängig gültige Wort Gottes geht. Man kann also nach christlicher Meinung zu jeder Zeit durch geeignete Interpretation darauf zugreifen und richtige moralische Imperative erhalten. Marx und Engels haben vor 150 Jahren politisch-philosophische Theorien aus dem Kontext ihrer Zeit entwickelt. Dabei geht es heute nur darum, zu explizieren, was sie damals gemeint haben.
Das ist ja nun schon wieder eine ganz andere Frage. Jede charismatische politische Theorie kann von skrupellosen Demagogen missbraucht werden. Das kann man am besten durch Bildung und Erziehung vermeiden.
Es ist eben keine andere Frage, sondern genau die, mit der unsere Debatte losging.
Zur Erinnerung:
Original von Lady Enigma
Wie bitteschön sollte das denn in der Realität funktionieren?
Solange der Mensch ist, wie er nunmal ist, wird passieren, was passiert ist.
Und wer legt eigentlich fest, wie bei der Interpretation Zusammenhänge zu finden sind.
Und was das angeblich zeitunabhängige Wort Gottes angeht: Wenn man die Bibel liest, wird man sehr wohl eine Zeitabhängigkeit feststellen. Wenn ich es freundlich betrachte, haben kluge Leute damals den Leuten unter Ausnutzung des Glaubens versucht, den Menschen das Zusammenleben zu erleichtern. Ich will nicht mal abstreiten, daß sie es in tiefer Gläubigkeit getan haben. Aber das würde
wohl schon tief in die Psychologie reichen.
Jedenfalls kann man deutlich die Prägung der Zeit erkennen.
Jedenfalls geht es um die Realität der jeweiligen Lebenswelt.
Und was das Verhindern des Missbrauches durch Bildung angeht,
auch hochgebildete Menschen können skrupellose Schweine sein, sie haben dann sogar noch besseres Rüstzeug, ihre Interessen durchzusetzen.
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 01:13
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Dafür ist es mir zu egal.
Das ist natürlich völlig legitim (auch wenn ich denke, dass Marx alleine schon ideengeschichtlich zur Grundbildung gehört) aber dann solltest Du dir auch nicht solche minderwertigen Zitatesammlungen reinziehen sondern es konsequent aus deinem Horizont ausblenden.
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 01:32
von Montgomery Scott
Na gut aber da ich ja bereits ausgeführt habe, dass Sozialismus durchaus im Rahmen unseres GG möglich ist, stellt sich diese Frage ja nicht direkt.
EDIT: Im Gegenteil, das GG ist sogar recht sozialistisch.
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 01:32
von Konrad Grimm
Dann hätte ich hier aber nichts mehr beizutragen und mir wäre langweilig.
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 01:32
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Dann hätte ich hier aber nichts mehr beizutragen und mir wäre langweilig.
I see

Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 08:52
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
EDIT: Im Gegenteil, das GG ist sogar recht sozialistisch.
Stimmt...
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 09:21
von Montgomery Scott
Original von Baudouin de Billancourt
Stimmt...
Aber witzigerweise wird man in Deutschland von gewissen Leuten sofort als Verfassungsfeind beschimpft, wenn man gerne bestimmte vernachlässigte Punkte aus dem GG wieder verwirklicht sehen möchte.
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 13:13
von Lady Enigma
Der Sozialismus im Rahmen des GG?
Würde ja möglicherweise bedeuten, daß aller vier Jahre die Gesellschaftsordnung gewechselt wird. Kaum im Marxschen Sinne.
Das mit Volksfeind und Verfassug kenn ich.
Wenn man sich bei uns auf Art.27 Verfassung der DDR ( Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäusserung. Dieses Recht darf durch kein Aebeits- oder Dienstverhältnis eingeschränkt werden)berief, waren Helm und schußsichere Weste angeraten, natürlich nur im übertragenen Sinne, jedenfalls im allgemeinen...

Aber mit Arsch in der Hose und Sachlickeit sowie Argumenten ist man meist damit durchgekommen. Jedenfalls, wenn man die Regeln kannte , es gab ja immer noch das, was wir sozialistische Gesetzlichkeit nannten, und Konfrontationen und Drohungen dieser Funktionärspinscher nicht scheute. Oberhalb einer gewissenen Ebene wae sachliches Diskutieren fast immer möglich. Natürlich durften gewisse Grenzen nicht überschritten werden und ganz oben rieselte leise der Kalk.
Verfasst: Mo 24. Nov 2008, 20:28
von Montgomery Scott
Original von Lady Enigma
Der Sozialismus im Rahmen des GG?
Würde ja möglicherweise bedeuten, daß aller vier Jahre die Gesellschaftsordnung gewechselt wird. Kaum im Marxschen Sinne.
Nein, eine vereinte Arbeiterklasse würde sich ja zumindest darauf einigen, dass es erstrebenswert ist, die ökonomischen Verhältnisse zu nivellieren. Dass es natürlich einen Diskurs darüber gäbe, wie das geschehen soll, ist klar. Und "Gesellschaftsordnung" ist sowieso ein Kampfbegriff. Marx hätte so einen unanalytischen Begriff kaum in den Mund genommen (und meiner Meinung nach ist "Systemfrage" genauso dämlich).
Das mit Volksfeind und Verfassug kenn ich.
Wenn man sich bei uns auf Art.27 Verfassung der DDR ( Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäusserung. Dieses Recht darf durch kein Aebeits- oder Dienstverhältnis eingeschränkt werden)berief, waren Helm und schußsichere Weste angeraten, natürlich nur im übertragenen Sinne, jedenfalls im allgemeinen...

Aber mit Arsch in der Hose und Sachlickeit sowie Argumenten ist man meist damit durchgekommen. Jedenfalls, wenn man die Regeln kannte , es gab ja immer noch das, was wir sozialistische Gesetzlichkeit nannten, und Konfrontationen und Drohungen dieser Funktionärspinscher nicht scheute. Oberhalb einer gewissenen Ebene wae sachliches Diskutieren fast immer möglich. Natürlich durften gewisse Grenzen nicht überschritten werden und ganz oben rieselte leise der Kalk.
Ernüchternd, dass es mit dem Verständnis der Rechtsstaatlichkeit in der BRD in manchen Kreisen nicht besser steht. Aber eine anhaltende Demütigung ist es, wenn meiner Partei ausgerechnet aus diesen Kreisen das Prädikat des "Undemokratischen" angehängt wird.