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Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 22:46
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Konrad Grimm
Ja. Eine Kultur, die einer einzigen Massenpsychose gleicht.
Dann geh doch in den Wald, wohne in einem Loch und ernähre dich von Regenwürmern.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 22:51
von Konrad Grimm
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Dann geh doch in den Wald, wohne in einem Loch und ernähre dich von Regenwürmern.
Das erinnert mich an die Simpsons. Lisa wird Vegetarierin, daraufhin schlagen ihre Klassenkameraden vor, sie solle eine Karotte heiraten.

Mit ner weiteren Antwort werd ich so'n blöden Spruch nicht würdigen.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 23:11
von Karl Lagerquell
Also daran, das Europa dank Christentum groß geworden ist, melde ich jetzt auch mal ein paar Zweifel an. Zwei der Drei größten Desaster Europas im Mittelalter, die Kreuzzüge und der Dreißigjährige Krieg, sind mit der christlichen Kirche verquickt. Zwar ging es fast unverhohlen um durchaus weltliche Machtkämpfe, aber das ist ja gerade das Problem: In dem Augenblick, in dem die Kirche zu einem Instrument weltlicher Machtmultiplikation verkommt - und dieser Augenblick kommt fast immer früher odre später - kann man sie nicht mehr als etwas Höheres und Reineres... nun ja, der Begriff "vergöttern" wäre wohl angebracht.
Glaube sollte etwas individuelles bleiben. Gebetsgruppen, meinetwegen. Vorbeter? Wenn es denn sein muss. Aber Chefinterpreter wie den Papst, derauch noch darüber bestimmt ob nun eines seiner Schäfchen glaubt oder nicht, das ist ein Witz.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 23:13
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Konrad Grimm
Das erinnert mich an die Simpsons. Lisa wird Vegetarierin, daraufhin schlagen ihre Klassenkameraden vor, sie solle eine Karotte heiraten.

Mit ner weiteren Antwort werd ich so'n blöden Spruch nicht würdigen.
Siehst du und genau so blöd finde ich eine unausgegorene "Oh-wie-ist-diese-Gesellschaft-aber-blöd-und-Kultur-ist-so-belastend-und-bedrückend-und-total-scheiße-und-die-Zivilisation-erst"-Meinung, weswegen ich dir einen so dummen Spruch vor den Latz geknallt hab um dir zu zeigen was eine konsequente Handlung nach dieser Meinung wäre.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 23:25
von Pawlak
Original von Karl Lagerquell
Zwei der Drei größten Desaster Europas im Mittelalter, die Kreuzzüge und der Dreißigjährige Krieg, ...
*Hust* Der 30-jährige Krieg fand definitiv nicht im Mittelalter statt.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 23:27
von Fabian Montary
Original von Pawlak

*Hust* Der 30-jährige Krieg fand definitiv nicht im Mittelalter statt.
Oh doch, das Mittelalter hat nie aufgehört...

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 23:31
von Pawlak
Das Mittelalter bis heute anzusetzen ist eine These die sehr zukunftsorientiert ist. Wenn jetzt die Mitte ist, dann muss ja jetzt noch was kommen :)

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 23:36
von Karl Lagerquell
Original von Pawlak

*Hust* Der 30-jährige Krieg fand definitiv nicht im Mittelalter statt.
Ungeachtet davon, welches Etikett man diesem Zeitalter gibt: Während sich die Europäer im Namen Christi auf dem Kontinent die Köppe einschlugen, befreiten sich die Engländer von religiösen Fesseln (meist, nicht immer, die Puritaner störten hin und wieder) und eroberten die Welt.

Verfasst: Sa 22. Sep 2007, 01:03
von Konrad Grimm
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
um dir zu zeigen was eine konsequente Handlung nach dieser Meinung wäre.
Um eher zu zeigen, dass Du keine Ahnung davon hast, wie die Menschen vor der neolithischen Revolution gelebt haben.

Jedenfalls saßen sie nicht in Löchern und aßen Regenwürmer.

Verfasst: Sa 22. Sep 2007, 01:21
von Kreittmayr
Original von Karl Lagerquell
Während sich die Europäer im Namen Christi auf dem Kontinent die Köppe einschlugen, befreiten sich die Engländer von religiösen Fesseln und eroberten die Welt.
Das würde ich so nicht uneingeschränkt gelten lassen. Die Engländer hatten auch ihren Konfessionalismus, und man spricht in der neueren Forschung teilweise sogar von einem englischen Konfessionsstaat, so wie es ja auch im Alten Reich mit Ländern wie Preußen und anderen protestantischen Mächten der Fall war. Man sollte auch nicht unterschätzen, welche Rolle die Katholikenfurcht und der Anti-Katholizismus, der sich oft mit anti-französischen Stereotypen verband, eine prägende Rolle für die englische Identität gespielt hat. Religion war auch im England der frühen Neuzeit ein genuiner Punkt auf der politischen Tagesordnung, ebenso wie in Kontinentaleuropa. Ich sehe da eigentlich keinen spezifischen englischen Sonderweg. Politische Instrumentalisierung der Religion hat es auch gegeben, z.B. noch während des Siebenjährigen Krieges, wo man im Bündnis mit Friedrich dem Großen diesen propagandistisch als "this Great Protestant Defender" stilisierte und die üblichen anti-französischen, anti-katholischen Klischees bediente, um die Bevölkerung für die Kriegsführung bei Laune zu halten.